Predigt, Berliner Dom, 22 August 2010

Saulus aber schnaubte noch mit Drohen und Morden gegen die Jünger des Herrn und ging zum Hohenpriester und bat ihn um Briefe nach Damaskus an die Synagogen, damit er Anhänger des neuen Weges, Männer und Frauen, wenn er sie dort fände, gefesselt nach Jerusalem führe.

Als er aber auf dem Wege war und in die Nähe von Damaskus kam, umleuchtete ihn plötzlich ein Licht vom Himmel; und er fiel auf die Erde und hörte eine Stimme, die sprach zu ihm: Saul, Saul, was verfolgst du mich?

Er aber sprach: Herr, wer bist du? Der sprach: Ich bin Jesus, den du verfolgst. Steh auf und geh in die Stadt; da wird man dir sagen, was du tun sollst.

Die Männer aber, die seine Gefährten waren, standen sprachlos da; denn sie hörten zwar die Stimme, aber sahen niemanden.

Saulus aber richtete sich auf von der Erde; und als er seine Augen aufschlug, sah er nichts. Sie nahmen ihn aber bei der Hand und führten ihn nach Damaskus; und er konnte drei Tage nicht sehen und aß nicht und trank nicht. (Apostelgeschichte 9:1-9)

Ich freue mich sehr, wieder einmal hier im Berliner Dom die Predigt zu halten. Ich war vor einem Jahr schon einmal hier, diesmal ist meine Frau, Linda, mitgefahren. Wir sind am Freitag in Berlin angekommen und wir sind für die wunderbare Gastfreundschaft von Frau Dr. Petra Zimmermann und dem Domkirchenrat sehr dankbar.

Im August waren wir zehn Tage auf Urlaub in Kreta. Wir hatten den Eindruck, dass wir die einzigen Engländer an der Nordküste von Kreta waren. Alle Gäste in unserem Hotel kamen aus Deutschland und Polen. Auch dann, wenn ich irgendeine Frage auf Englisch stellte, kam die Antwort immer auf Deutsch – auch wenn das Hotelpersonal besser Englisch als Deutsch sprach. Wir leben in einer komischen Welt…

Während dieses Aufenthaltes auf Kreta, habe ich mir gedacht, ich muss diese Predigt für den Berliner Dom vorbereiten. Trotz der Tatsache, dass wir im Urlaub waren, traf ich die Entscheidung, die neutestamentlichen Briefe von Paulus zu lesen und einige Gedanken darüber  zu sammeln – das heißt, in meinem Kopf und nicht auf Papier. Aber diese Gedanken waren nicht immer sehr hilfreich. Zum Beispiel, las ich im Brief an Titus (Titus war der erste Bischof von Kreta):

„Es hat einer von ihnen gesagt, ihr eigener Prophet: Die Kreter sind immer Lügner, böse Tiere und faule Bäuche. Dieses Zeugnis ist wahr.“

Offensichtlich war Paulus nicht immer freundlich und seine Meinung würde wahrscheinlich nicht in einem Reiseführer abgedruckt werden. Es ist klar, dass Paulus bestimmte vorgefasste Meinungen – Vorurteile – hatte. In der heutigen Kirche gibt es mitunter Streit über Paulus selbst (seine Persönlichkeit und seine Launen), über die Unterscheidung zwischen seinen theologischen und kulturellen Auffassungen. Der Bischof von Durham, Tom Wright, führt uns in seinem Buch What Saint Paul Really Said – was Paulus wirklich sagte – durch die Geschichte des akademischen Studiums der Theologie von Paulus: von Albert Schweitzer über Rudolf Bultmann, Ernst Käsemann bis Ed Sanders und anderen. Dann behauptet Wright – klar und unzweideutig – dass es unmöglich und auch nicht wünschenswert sei, die Theologie von Paulus einfach zusammenzufassen. Paulus sei irgendwie kompliziert und – so schreibt Tom Wright – diejenigen, die einen Anspruch auf ihn und seine theologische Perspektive erheben wollen, stülpen ihm ihre eigene Perspektive über:

„Niemand, der über das Christentum nachdenken möchte, darf ihn ignorieren; aber man kann ihn misshandeln, missverstehen, ihm seine eigenen Kategorien auferlegen, mit den falschen Fragen zu ihm kommen (ohne zu wissen, warum er keine klaren Antworten gibt), und unverschämt Material von ihm entleihen, um dieses Material in andere Systeme einzufügen, die er nicht anerkennen würde.“

Trotzdem möchte ich heute Morgen versuchen, etwas Einfaches über Paulus zu sagen! Und trotz der Ausführungen des Bischofs von Durham möchte ich einen kleinen Anspruch auf Paulus und seine theologischen Perspektiven erheben! Zuerst aber möchte ich eine kurze Geschichte erzählen.

Eines Tages kam eine kleine Fledermaus zurück in die Fledermaushöhle geflogen. Sie sah schrecklich aus:  IhrMund und ihre Zähne waren voll Blut. Die anderen Fledermäuse fragten erwartungsvoll: ‚Hast du etwas gefunden?! Zeig uns, wo!‘ ‚Lasst mich in Ruhe, ich habe Kopfschmerzen.‘ Wieder sagen sie: ‚Wo, wo warst du? Was hast du gefunden?‘… Schliesslich sagt die kleine Fledermaus: ,OK, OK, kommt mit.‘ Sie fliegen aus der Höhle, die kleine Fledermaus voran, tausende hinter ihr her. Sie fliegen einen Hügel hinauf, hinunter ins Tal, über den nächsten Hügel, rund um den nächsten Hügel, dann sehen sie einen Wald vor sich. Die Fledermaus stoppt, schwebt in der Luft. Tausende erwartungsvolle Fledermäuse hinter sich. Die kleine Fledermaus sagt: ‚Seht ihr den Wald da?‘ ‚Ja, ja, ja!‘ Seht ihr die Bäume im Vordergrund da unten?‘ ‚Ja, ja, ja!‘ Habt ihr den grossen Baum links vom Wald gesehen?‘ ‚Ja, ja, ja!‘ ‚Ich eben nicht!‘

Manchmal sind wir Christen wie diese Fledermaus: Wir lesen die Briefe von Paulus und streiten in der Kirche über die Einzelheiten (zum Beispiel, was er von Frauen denkt) und der Hauptpunkt – das große Bild – geht irgendwie verloren!

Tatsächlich scheint es mir oft, dass wir Christen uns als Experten darin zeigen, das Wesentliche nicht zu sehen. Manchmal sehen wir das einfach nicht, was unmittelbar vor Augen steht. Im Deutschen sagt man: Den Wald vor lauter Bäumen nicht sehen, so wie die Fledermaus. Deswegen hat sich Jesus im Johannesevangelium so enttäuscht gezeigt, als er gegen die Pharisäer Anklage erhob: ‚Suchet in der Schrift; denn ihr meinet, ihr habet das ewige Leben darin; und sie ist’s, die von mir zeuget; und ihr wollt nicht zu mir kommen, daß ihr das Leben haben möchtet.’ (Johannes 5:39) Das heißt:Sie geben ihr ganzes Leben dem Studium der Heiligen Schriften hin, um darin die Bedeutung des Lebens zu finden – aber sie können den Gottesmann – den Erlöser – nicht sehen, auch wenn er jetzt gerade vor ihren Augen steht!

Es scheint mir, dass auch die Bibel selbst klarmacht, dass diejenigen, die der Bibel nahe sind, sich in der größten Gefahr befinden, den Sinn des Textes zu verpassen. Und so kann es einem auch mit den Texten von Paulus gehen.

Was wir in der Apostelgeschichte über Paulus lesen, schreibt er auch im Galaterbrief Kapitel 1:

„Denn ich tue euch kund, liebe Brüder, dass das Evangelium, das von mir gepredigt ist, nicht von menschlicher Art ist. Denn ich habe es nicht von einem Menschen empfangen oder gelernt, sondern durch eine Offenbarung Jesu Christi. Denn ihr habt ja gehört von meinem Leben früher im Judentum, wie ich über die Massen die Gemeinde Gottes verfolgte und sie zu zerstören suchte und übertraf im Judentum viele meiner Altersgenossen in meinem Volk weit und eiferte über die Massen für die Satzungen der Väter.“

Saulus – wie er damals hieß – war leidenschaftlich davon überzeugt, dass Gott allein durch echten Gehorsam gegenüber den Geboten der Torah zu finden ist. So heißt es, Gott wird eines Tages sein Volk rechtfertigen, wenn sie konsequent und vertrauensvoll der Torah folgen. Am Ende der Zeit wird Gott sein Volk dann in der Situation finden, dass es bereit ist, gerettet zu werden. Daher ist es für Saulus von höchster Bedeutung, dass die Juden, die von diesem Weg abweichen, zur Rückkehr auf den rechten Weg gezwungen werden. Das entsprach seinem Verständnis von Gottes zukünftiger Welt, und dabei ging es nicht nur um das geistliche Verhältnis zwschen einer bestimmten Person und seinem Gott, sondern um viel mehr, auch Fragen der Gesellschaftsordnung.

So wird klar, warum nach der theologischen Überzeugung – der theologischen Weltanschaung – des leidenschaftlichen Saulus die sogenannten Christen mehr als  nur kleines Ärgernis waren.

Aber was ist Saulus auf dem Weg nach Damaskus eigentlich passiert? Erstens können wir sagen, dass er sich nicht durch philosophische oder theologische Argumente bekehrte, sondern durch eine Begegnung mit dem auferstandenen Jesus Christus. So, kam dem Eiferer ganz unmittelbar zu Bewusstsein, dass die Hoffnung Israels, die am Ende der Zeit verwirklicht werden sollte, schon in der Auferstehung Jesu Christi vollbracht worden ist.

Das heißt, dass seine theologischen Überzeugungen nach der Begegnung mit Christus umgestaltet wurden. Unsere theologischen Überzeugungen müssen immer wieder dem Gespräch mit unserer Erfahrung ausgesetzt werden.

Ich finde es auch interessant, dass Jesus am Anfang dieser Begegnung auf dem Weg nach Damaskus Saulus nicht einen Vortrag gehalten hat – er hat nicht gesagt: „Saulus, du Dummkopf! Du hast alles missverstanden. Jetzt möchte ich deine Theologie korrigieren. Nun, wach auf und hör zu…“ Nein. Wider Erwarten fängt Jesus mit einer Frage an: „Saul, Saul, was verfolgst du mich?“

Bei Jesus ist das aber ganz normal. In den Evangelien scheint das immer so zu sein. Statt einen Vortrag oder eine Erklärung abzugeben, stellt Jesus oft eine einfache Frage: „Was willst du, dass ich für dich tun soll? (zu dem blinden Bettler Bartimäus im Markusevangelium Kapitel 10). Oder im Lukasevangelium Kapitel 24, wo zwei Jünger nach Emmaus gehen und „sie redeten miteinander von allen diesen Geschichten. Und es geschah, als sie so redeten und sich miteinander besprachen, da nahte sich Jesus selbst und ging mit ihnen… Er sprach aber zu ihnen: Was sind das für Dinge, die ihr miteinander verhandelt unterwegs?“

Es scheint von der Bibel her, dass Jesus uns oft mit einer Frage begegnet, und nicht mit einer Behauptung. Warum ist das so? Vielleicht, weil er dort beginnt, wo wir sind. Und vielleicht auch deswegen, weil er weiß, dass wir die Verantwortung für unsere Begegnung mit Jesus übernehmen müssen – dass wir unsere eigenen Entscheidungen im Blick auf die Forderungen Jesu treffen müssen. Christen sind keine Menschen, die vor der Realität oder vor der Verantwortung fliehen. Jesus hat niemals jemanden dazu verführt, blinder Nachfolger zu werden.

Und nach seiner Bekehrung auf dem Weg nach Damaskus musste Paulus drei Jahre gründlich studieren, um seine Theologie im Lichte der revolutionären Begegnung mit dem auferstandenen Christus umzugestalten. Martin Luther hat  eine ähnliche Erfahrung gemacht: die revolutionäre Entdeckung der Rechtfertigung allein aus Glauben, die sein Verständnis von Gott, von der Religion, von der Kirche und von der Theologie tiefgreifend veränderte.

Aber trotz dieser Bekehrung bleibt Paulus doch er selbst. Es stimmt, dass er wie neugeboren ist. Es stimmt, dass er zu einem neuen Mann geworden ist. Aber Paulus bleibt zugleich doch Paulus: leidenschaftlich, ungeduldig, offensichtlich humorfrei, kritisch, streitlustig und sarkastisch. (Meiner Erfahrung nach bitten viele Brautpaare für den Traugottesdienst um eine Bibellesung aus dem 1. Korintherbrief Kapitel 13 – Das Hohelied der Liebe – und nicht aus dem 2. Korintherbrief 10 bis 13, wo Paulus sich sehr ironisch und durchaus sarkastisch zeigt!)

Also, wenn wir sagen wollen, dass Paulus ein Heiliger oder ein beispielhafter Mensch sei, müssen wir aber auch sorgfältig sein und ehrlich von ihm sprechen. Warum? Nun weil es so wichtig ist, dass wir erkennen, dass die Heiligen auch Menschen sind. Es gibt ein Lied auf Englisch wo es heißt: „Take my talents, take my skills, take what’s yet to be; Let my life be yours, and yet, let it still be me.“

Auf Deutsch: „Nimm meine Talente, nimm meine Fähigkeiten, nimm, was noch sein wird. Lass mein Leben deins sein, und doch, lass es weiter mich sein.“

Nach der Begegnung mit Jesus hatte Paulus keine falschen Vorstellungen von seiner eigenen Gerechtigkeit. Er zweifelte nicht daran, dass er ein Sünder war, dass er bestimmte Schwächen hatte. Und hier können wir auch von Paulus ermutigt werden. Ziemlich oft frage ich mich, warum bin ich so… ungeduldig, inkonsequent, schwach, usw.? Ich bitte Gott darum, dass er mich total verändern möge – aber das tut er nicht. Ich bleibe ich… genau so wie Paulus. Paulus bleibt er selbst (von der Persönlichkeit her) trotz der Revolution in seinen theologischen Voraussetzungen und der Änderung seines Namens von Saulus zu Paulus. Er ist total verändert, aber er bleibt zugleich derselbe. Und meine Begegnung mit dem auferstandenen Christus hat auch meine Welt-, meine Gott- und meine Selbstanschauung radikal geändert – und trotzdem bleibe ich ich.

Und hier kommen wir noch einmal zum Hauptpunkt. Die tiefreichendste Herausforderung für Paulus bestand darin, dass, wenn Jesus wirklich – tatsächlich – vom Tode auferweckt worden ist, dann ist die ganze Welt verändert worden. Das heißt, dass das Leben, unsere Vorstellung oder unser Verständnis von der Natur Gottes, die Gestalt der Kirche, die Mission der Kirche, unsere christliche Verbundenheit mit und in der Welt (also in der Politik, in der Wirtschaft, in der Kultur, usw.) jetzt anders aussieht.

Die Theologie des Paulus kann nie nur privat bleiben. Es gibt keine private oder rein individuelle christliche Spiritualität; es gibt immer ein gesellschaftliches und gemeinsames und politisches Element.

Vor einigen Jahren kam ich von Österreich in Birmingham auf dem Flughafen an. Ich kam von einer theologischen Konferenz zurück, wo ich einen Vortrag über die Natur der Kirche gehalten hatte. Als wir aus dem Flugzeug ausstiegen, bemerkte ich eine große Werbeanzeige auf einer Brücke vor dem Flughafengebäude, auf der stand: „You’ve got the whole world in your hands“ – Mastercard. Fünf Minuten später sah ich eine zweite Anzeige: „Visa makes the world go around“.

Aha! Da habe ich Paulus verstanden. Er stellt uns die klare und schwierige Frage: Wer regiert in dieser Welt? Wem folgen wir wirklich nach? Gott? Dem Herrn Jesus? Oder vielleicht dem Finanzsystem? Welche Werte nehmen wir als Christen wirklich an? Glauben wir tatsächlich, dass Jesus der Herr ist – oder (in der Welt von Paulus) der Kaiser? Beten wir Gott oder andere Götterchen an? Und wenn ich sage und singe, dass Jesus der Herr ist, sagt mein Leben davon etwas aus? Bin ich ein Zeuge davon, dass Jesus der Herr ist?

Darin liegt das Herz der Theologie und der Herausforderung des Paulus. Bei all unserer Lippenbekenntnisse und Glaubensbekenntnisse dienen wir wirklich dem heiligen Gott – oder geringeren Herren?

Von Paulus lerne ich unter anderem zwei überaus wichtige Wahrheiten:

Erstens, dass von der Auferstehung Christi her überzeugte Christen so leben müssen, dass andere Menschen merken: Wir tanzen zu einer anderen Melodie. Wir sehen die Welt mit anderen Augen, in einem anderen Licht, im Licht der Gnade Gottes. Wir versuchen Jesus nachzufolgen, und nicht den Werten der Welt, die manchmal andere Prioritäten setzt.

Zweitens, dass ich, so lange ich lebe, immer Probleme bei der Umsetzung dieser Erkenntnis, bei der Anwendung dieser Wahrheit auf mein Leben haben werde, weil ich schwach bin – weil ich ich bin.

Aber darin liegt auch die Ermutigung: Gott weiß genau, wie wir sind und deshalb und trotzdem wählt er uns aus, als sein Leib in der heutigen Welt zu leben. Paulus hat es selbst am Anfang seines Briefes an die Christen in Korinth so formuliert: „Paulus, berufen zum Apostel Christi Jesu durch den Willen Gottes…“

„Ehre sei Gott, von Ewigkeit zu Ewigkeit. Der überschwänglich tun kann über alles hinaus, was wir bitten oder verstehen. Nach der Kraft, die in uns wirkt. Amen.“

Predigt in der Berliner Dom (26 September 2009)

Johannesevangelium 11

Jesus rief mit lauter Stimme: Lazarus, komm heraus!

In den letzten zwei Wochen habe ich in zwei verschiedenen Welten gelebt. Die erste Welt war Rom. Ich verbrachte vier Tage bei einer Kommunikationskonferenz im Vatikan und besuchte den Petersdom. Als wir vor dem Dom standen, sagte ein katholischer Freund von mir: ,Das ist der Grund für die Reformation.‘ Und die Zweite Welt?

In den letzten Tagen war ich als Gast der EKD bei der Zukunftswerkstatt in Kassel. Die Konferenz heisst Kirche im Aufbruch und vertritt die neueste Phase des Reformprozesses der deutschen evangelischen Kirche. Es scheint mir, dass die Evangelische Kirche die Herausforderung ernst nimmt, sich zu reformieren – umzugestalten – auf dem Wege zum Lutherjahr 2017. (Im Jahre 2017 werden wir den fünfhundertsten Jahrestag des Reformationsanfangs in Wittenberg feiern.) Deswegen ist es für mich eine grosse Ehre, am letzten Tag dieser Reformationskonferenz in Berlin dabei zu sein, während solche gelehrten Fachleute die sogenannten Sister Reformations in Deutschland und England betrachten und diskutieren.

Und es ist mir ein grosses Privileg, hier als anglikanischer Bischof und englischer Co-Vorsitzender der Meissen Kommission die Predigt zu halten. Die Meissen Kommission, die in der letzten Woche in England tagte, versucht die zwei Kirchen immer näher zueinander zu bringen. Und meiner Meinung nach ist diese Arbeit wichtig nicht nur für die Kirchen, sondern auch für unsere Gesellschaften in Europa.

Es tut mir wirklich leid, dass ich für die gesamte Konferenz hier in Berlin nicht dabei sein konnte. Ich bin kein Experte in Sachen Reformationsgeschichte und hätte gerne die Vorträge während der Konferenz gehört. Aber trotzdem gehören Kassel und Berlin zusammen in dem Sinn, dass sie von einer einzigen Idee verbunden sind: nämlich, dass die Kirche immer wieder reformiert werden muss – semper reformanda.

In jeder Generation müssen sich Christen einige schwierigen Fragen stellen: was ist die Kirche eigentlich und für wen existiert die Kirche? Die Welt ändert sich ständig und so muss sich die Kirche umgestalten, um die Kirche Jesu Christi für diese Generation und für diese Welt zu bleiben und zu werden. Warum ist dies so? Weil die Kirche nur existiert, um der Welt zu dienen. Die Kirche existiert nicht im Interesse der Kirche selbst, sondern im Interesse der Welt, die von Gott geschaffen, geliebt und erlöst wird.

Die Reformation des sechzehnten Jahrhunderts und der Reformprozess der EKD sind sich darin einig, dass die Kirche sich reformieren muss, um ihre Aufgabe in jeder Generation treu und ehrlich zu erfüllen.

Aber was haben diese Reformationsgedanken mit unserem Predigttext zu tun? Das ist eine gute Frage und ich werde jetzt versuchen, eine gute Antwort dazu zu geben. Allermindestens können wir sagen, dass die Auferweckung des Lazarus uns in diesen Tagen der Herausforderung und des Reformationsbedürfnisses etwas wichtiges zu sagen hat.

Das elfte Kapitel des Johannesevangeliums steht an einem Wendepunkt in der Geschichte Jesu. Und dieses Kapitel hat nicht primär mit Lazarus zu tun, sondern mit Jesus und seiner Identität. Hier lernen wir etwas von Jesus und wie seine Anwesenheit in den dunklen Stunden und Räumen unserer Welt eine lebendige Änderung hervorbringen kann – also, die Dunkelheit erhellen. Oder, besser gesagt, er ändert uns innerhalb unserer Situation. Um Kapitel elf zu verstehen, müssen wir mit Kapitel eins anfangen.

Im Anfang war das Wort, und das Wort war bei Gott, und Gott war das Wort. Dasselbe war im Anfang bei Gott. Alle Dinge sind durch dasselbe gemacht, und ohne dasselbe ist nichts gemacht, was gemacht ist. In ihm war das Leben, und das Leben war das Licht der Menschen. Und das Licht scheint in der Finsternis, und die Finsternis hat’s nicht begriffen.

Dann lesen wir folgendes: ‘das Wort ward Fleisch und wohnte unter uns, und wir sahen seine Herrlichkeit, eine Herrlichkeit als des eingeborenen Sohnes vom Vater, voller Gnade und Wahrheit‘. Nun sollten wir innehalten und uns fragen: Was hast du gesehen, Johannes? Wie sah eigentlich diese Herrlichkeit aus? Und der Rest des Evangeliums illustriert was ‚wir sahen‘ und wie diese Herrlichkeit aussah … in dem Leben, in den Worten und in den Taten des Jesus von Nazareth.

Im Markusevangelium sehen wir eine ähnliche Einleitung – die ebenfalls nach einer Frage verlangt:

Nachdem aber Johannes überantwortet war, kam Jesus nach Galiläa und predigte das Evangelium vom Reich Gottes und sprach: Die Zeit ist erfüllet, und das Reich Gottes ist herbeigekommen. Tut Buße und glaubt an das Evangelium!

Die Frage ist: wie würde es aussehen, wenn die Menschen wirklich Busse tun würden (das heisst, die Art wie sie die Welt und Gott betrachten) und wirklich glauben, dass Gott in Jesus gegenwärtig ist – auch wenn die Römer im Land bleiben und das Leben hart bleibt? Denn bisher konnten sie die Gegenwart Gottes nur dann wahrnehmen, wenn die Römer das Land verlassen würden und das Land ihnen wieder gehören würde.

Also handelt diese Geschichte von Lazarus nicht von Lazarus, sondern handelt sie von Jesus, der das Bild Gottes ist und das Wort das Fleisch wurde. Seine Gegenwart und seine Worte transformieren diesen Ort des Todes in einen verwirrenden Ort der Auferstehung und des neuen Lebens. Aber diese bemerkenswerte Ereignis sagt uns drei Dinge über den Dienst Jesu und die Berufung der Kirche.

Bevor wir auf sie eingehen, sollten wir die Logik wahrnehmen, die beide – Johannes und Markus – in ihrem Evangelium voraussetzen. Lassen Sie es mich so sagen: Die Frage, die wir an die Bibel heranfragen ist: Wie sieht Gott aus? Und die Antwort ist: Gott sieht aus wie Jesus! Also, wie sieht Jesus aus? Und die Antwort ist: lest die Evangelien und schaut uns (die Kirche) an. Die Tatsache ist, die Kirche sollte so aussehen, wie der Jesus über den wir in den Evangelien lesen. Daher sollten Menschen, die die Kirche hören, sehen oder berühren, etwas von dem Jesus hören, sehen oder berühren, von dem wir in den Evangelien lesen. Und wenn die Kirche nicht aussieht, nicht klingt und sich nicht anfühlt wie der Jesus von dem wir in den Evangelien lesen, dann haben wir unseren Weg verloren – und wir sind unecht … wir leben eine Lüge.

Also, wenden wir uns nun den drei Dingen über Jesus und seinen Dienst zu, und fragen wir, was sie der Kirche heute zu sagen haben.

Erstens, Jesus ist aufmerksam gegenüber der Trauer der Welt. Er muss sich entscheiden, er verzögert seine Reise nach Bethanien, um seinen kranken Freund zu besuchen. Als er dort ankommt, ist sein Freund bereits tot.  Eine der Schwestern, Martha, rennt ihm auf der Strasse entgegen und klagt ihn an, dass er hat Lazarus sterben lassen. Und Jesus führt eine theologische Diskussion mit ihr über die Auferstehung.

Maria jedoch bleibt zu Hause. Sie trauert auf eine anderer Weise. Und als Jesus zu ihr kommt, hält sie die gleiche Anklage: HERR, wärest du hier gewesen, mein Bruder wäre nicht gestorben! Aber Jesus diskutiert mit Maria keine Theologie, sondern geht mit ihr zu dem Grab und weint.

Die Berufung einer Kirche, die aussieht wie Jesus, ist es, mitten in die Trauer und Verwirrung der Menschen hineinzugehen – dort, wo der Tod real ist und der Verlust wirklich schmerzhaft. Wir müssen eine Kirche sein, die beides kann: zu wissen, wie man Theologie treibt und ohne Worte zu weinen – und die weiss, welches von beidem wann angemessen ist.

Dies gibt auch jedem von uns eine Verantwortung. Wenn sich Jesus Einzelnen in je einmaliger und angemessener Weise nähert, dann auch ruft er die Einzelnen damit und erwartet eine Antwort. Und dieses ist sicher eine der Wiederentdeckungen der Reformation Luthers. Also, lassen Sie mich eine kurze Geschichte erzählen, um dieses zu verdeutlichen.

Mike Yaconelli war ein amerikanischer Pastor und Jugendarbeiter. Er starb vor einigen Jahren bei einem Autounfall. Yaconelli hatte immer die Empfindung, dass er ein hoffnungsloser Christ und ein miserabler Pastor wäre. Bevor er starb (offensichtlich…) schrieb er ein Buch, in dem er erklärte, warum alle anderen Pastoren, die er traf, so perfekt erschienen: Sie kannten ihre Theologie und ihre Kinder waren wohl erzogene kleine Christen. Im Vergleich dazu empfand sich Yaconelli als Fehlschlag. In diesem Buch – es heißt Messy Spirituality – erzählt er, dass er einen Traum hatte, der immer wiederkehrte.

In diesem Traum sitzt er auf dem Boden in einem großen Raum mit vielen anderen Menschen. Sie reden miteinander, als plötzlich Jesus herein kommt. Er redet einen Moment mit ihnen und blickt dann Yaconelli direkt in die Augen. „Komm, folge mir nach!“, sagt Jesus. Und Yaconelli, mit Stolz gefüllter Brust, dass Jesus ihn berufen hat, steht auf, bereit, Jesus überall hin zu folgen. Dann dreht sich Jesus um und sagt: „Oh, entschuldige, ich meinte den da hinter dir.“ Jesus macht so etwas nicht. Wir sind alle berufen. Und wenn wir kritisch gegenüber „der Kirche“ sind, müssen wir uns vor Augen führen, dass wir uns selbst gegenüber kritisch sind. „Ich“ bin „die Kirche“ und muss meine Verantwortung übernehmen, „Jesus zu sein“, dort, wo ich stehe. Luther verstand diesen Punkt sehr gut.

Zweitens, Jesus erkennt die Macht von Tod und Trauer, aber er erlaubt dem Tod nicht, das letzte Wort zu haben. Wir leben in einer Welt – und Jesus lebte auch in einer harten Welt – in der viele glauben, Macht und Gewalt und Tod und Zerstörung hätten das letzte Wort. Dies ist eine Welt, in der ein Mensch, der an einem Kreuz hängt, besiegt, schwach und machtlos scheint. Aber Gott wird der Gewalt der Welt nicht erlauben, das letzte Wort zu haben. Das Wort, das Fleisch wurde, hat das letzte Wort. Und dieses Wort lautet: „Auferstehung“.

Also, die Berufung der Kirche muss es sein, dieses Herz des Schmerzes der Welt zu betreten, aber um die Verheißung neuen Lebens zu bringen. In der Tat ist dies die Tradition der Propheten in der ganzen Bibel. Sie sind die Menschen, die sich eine neue Welt vorstellen, die die Lieder der Heimat lebendig halten, wenn das Volk im Exil gefangen ist – ein Exil, das ihren Glauben zum Gespött zu machen scheint. Sie sind die Menschen, die durch Gottes Augen sehen und die sehen, was Walter Brueggemann nannte „Neuwerden nach Verlust“.

In der Tat ist die Kirche aufgerufen, das Urteil der Welt abzulehnen und den bloßen Augenschein zurückzuweisen und einer Gesellschaft, die sich daran gewöhnt hat, nur Traurigkeit zu hören, Lieder der Hoffnung zu singen.

Drittens ist es nicht die Theologie, die den Unterschied macht; es ist die Gegenwart und das Handeln und die Worte Jesu, die neues Leben bringen. Es ist einfach zu denken, dass wir nur unsere religiösen Formulierungen richtig wählen müssten, damit Gott handeln würde und alles in Ordnung kommen würde. Wir mögen unsere religiösen Gewohnheiten und wir mögen es zu versuchen, Gott nur in bestimmten Wegen handeln zu lassen. Aber die Kirche muss wahrnehmen, dass die Kirche von Jesus selbst inspiriert und bewohnt sein muss, wenn die Kirche Trägerin von Veränderung und von Leben und von Hoffnung in einer dunklen Welt sein will.

Ich habe nun häufig von „der Kirche“ gesprochen. Ich meine nicht einfach die Church of England oder einfach die Evangelische Kirche in Deutschland. Oder eine vage Idee von „Kirche im Allgemeinen“. Wenn ich von „der Kirche“ spreche, meine ich uns alle gemeinsam. Das Europa, in dem wir heute leben, zeigt uns viele Herausforderungen und Möglichkeiten, Leben in eine anspruchsvolle Kultur zu bringen. Aber keine Kirche kann dies alleine. Wir brauchen einander und wir sind unvollständig ohne einander. Keine Kirche kann ihre Berufung erfüllen ohne das Vorbild und die Zusammenarbeit mit den anderen.

Die Evangelische Kirche in Deutschland und die Church of England sind dem gemeinsamen Auftrag verpflichtet, Licht in die Dunkelheit des Europas zu tragen, in dem wir leben. Wir haben unsere Schwächen und Unvollkommenheiten, aber wir arbeiten dennoch daran weiter. Und wenn wir irgendetwas aus dem Ruhm und aus dem Horror der Reformationen des 16. Jahrhunderts lernen können, ist es vielleicht einfach, dass wir bei aller Leidenschaft und Treue zu Gottes Berufung die Demut brauchen, zu wissen, dass nur die Gegenwart Jesu selbst die Kirche aussehen lassen kann wie Jesus.

Diesen Monat erinnern wir nicht nur den Reformationen in Europa, sondern auch den siebzigsten Jahrestag des Ausbruchs des Zweiten Weltkriegs. Vor 70 Jahren hätten wir nicht als Freunde hier zusammen sitzen können. Es ist bemerkenswert dass, nach den Katastrophen des Krieges waren die Kirchen fähig, Träger von Versöhnung, Vergebung und Hoffnung zu werden. Sie haben sich der Tatsache des Versagens gestellt und wurden dadurch fähig, Fürsprecher von Licht und Hoffnung für eine neue Zukunft jenseits der Zerstörung zu werden.

Vielleicht ist dies die gemeinsame Aufgabe von Christen aus England und Deutschland: Die Bibel ernst zu nehmen und zu lernen den Mut zu haben, am Ort des Todes zu stehen und zu schreien: Lazarus, komm heraus!

… is the title of a book being recommended by loads of people this week. I’ll add it to the list of books I need to read – a list that grows by the day.

I hope I won’t be alone in Berlin this weekend. I will be there (with my wife who has never been to Berlin before) to preach in the Cathedral (Berliner Dom) on Sunday morning. The Dean (Dompredigerin) and Cathedral Council (Domkirchenrat) are being very welcoming and hospitable and we are looking forward to a very full and enjoyable weekend.

This is only hampered by the fact that I will be preaching in German. My German isn’t great, but I managed to preach there a year ago (at the conclusion of an academic conference I hadn’t attended) and they still invited me back. I asked some German friends to go over my sermon in order to make sure (a) it is comprehensible, (b) it is reasonably coherent and (c) won’t make the congregation laugh at my mistakes.

The good aspect of doing something like this in a foreign language is that you have to keep it simple. You work out what you want to say, how you want to say it and don’t dress it up in the sort of complexities you can get away with in your own language. So, they’ll be getting something on the conversion of Paul – who remained as passionate, pedantic, irritable and sarcastic after his conversion as he was before it when he went around persecuting Christians.

I’ll be back on Sunday evening to do a two-minute ‘live’ Pause for Thought in the Chris Evans Show on BBC Radio 2 on Monday morning. Again, the discipline of saying something (anything) in two minutes is great for people who can talk for ever about anything when put in a pulpit.

Ho hum. One of these days my mind will become fertile again and I’ll get back into the groove of regular blogging.

I am in Berlin for a few days with my youngest son – a bit of a boys’ holiday. We managed to escape all the snow in England, but here it is freezing cold, foggy and snowing. It’s fantastic. And, contrary to the UK news media, nobody talks about the weather here – they just get on with it: it is just ‘weather’.

Anyway, we popped into the Berliner Dom yesterday evening so I could show Andy where I preached last September. He was impressed with the whole place and the enormous organ (over 7,200 pipes apparently…). But, while he wandered round looking at things (like the enormous pulpit under the enormous dome) I sat down quietly and looked around. And that is when I had my mini-epiphany.

It’s not great. I just noticed an enormous nativity/crib scene set up in a recess to one side of the ‘sanctuary’. The figures were… er … enormous. But, there was only Jesus, his family and the shepherds (plus, maybe, the odd cow – I can’t remember who else was there). Absent from the scene were the Magi.

Aha, I thought, they will produce them on 6 January and stick them where the now departed shepherds were – and this will prove how biblically and theologically ‘on the button’ the Germans are. But, no – I was wrong. They had gone one further and done something even more imaginative and thoughtful. Look at the photo below (I know it’s a bit dark, but my phone camera doesn’t ‘do’ dark…):

See them? They are on the opposite side of the church, peering out from the distant organ loft and pointing to the nativity scene in the distance. They are on their way, but there is time and space to get over first.

I just thought this was great – and very vivid. The Magi come late, but they are on their way, even if the people at the heart of the action don’t realise it yet.

I wonder if our churches might try this next year: have the Magi on the opposite side of the church through Advent (when they began their journey?) and Christmas – then bring them closer until Epiphany when they replace the shepherds. It’s a thought…

… which, of course, is the title of a Leonard Cohen song – best version by Jennifer Warnes.

In England we have this rather sad envy of all things German. In Germany – so the story goes – everything is top quality, everything works as it is supposed to work, the trains run on time and they all speak English anyway.

Well, they do ‘do’ quality – just look at their buildings. Everything works everywhere – and, if it doesn’t, they put it right very quickly. Most speak English – which can be a little frustrating if you want to work on your German. But - and it is with some relief and a certain Schadenfreude that I report this – the trains no longer run on time.

Or, at least, mine didn’t yesterday. The Deutsche Bundesbahn was late!

September 2009 011I took part in the final ‘pilgrimage’ walk with 1000 people through Kassel, concluding with me and Carla Maurer (from Switzerland and on the right of the picture) sending people on their way home with God’s blessing. This final event also involved Bishop Wolfgang Huber and the President of Germany, Horst Koehler and his wife. So, I sat with them on the stage, had a good conversation with them afterwards (in which I suggested he didn’t come to Berlin Cathedral on Sunday morning) and then had coffee with friends before catching the fast train to Berlin.

September 2009 012

It took 90 minutes longer than it should have done. By the time we got into Berlin I had missed the lecture I had planned to go to at the Humboldt University by Professor Dr Christoph Schwoebel. That’s ninety minutes late! So, I checked into the hotel, got a meal and had an early night.

September 2009 013This morning I was preaching at the Berliner Dom and I have worried about this for weeks – probably annoying everyone else by moaning about it too openly. In Kassel a good friend of mine, Christoph Roemhild, helped me with the German; so I was able to mount the extraordinarily enormous and intimidating pulpit with more confidence than I deserved. There was a congregation of (so I was told) around 700. I preached on the raising of Lazarus (you can read the basic text on the Berliner Dom website) and when I finished there was spontaneous applause. That has never happened to me before. I think they were so relieved it was over that they couldn’t contain themselves.

The service was wonderful and nearly had me in tears. The choir and orchestra led the setting by Johann Sebastian Bach and the service was led by the Dompredigerin, Frau Petra Zimmermann, and the EKD Bishop for Ecumenical and Foreign Affairs, Martin Schindehuette.

This service was, however, more than an opportunity to hear an Englishman speak German in public – which is usually good for a laugh. It represented yet another opportunity for German and English Christians to worship and serve together. This month represents a number of anniversaries: 70 years after the outbreak of the Second World War; 60 years of the German Constitution (Grundgesetz); 20 years after the fall of the Berlin Wall; and almost 20 years of the Meissen Agreement (bringing together the German Protestant Church and the Church of England in a common service of the people of Europe).

In my sermon I did draw attention to the fact that much of the reconciliation after the war was only possible because of the readiness of the churches to admit guilt, reach out and provide a rationale and locus for forgiveness, reconciliation and hope. We take it for granted now, but I found myself deeply moved by the unity we demonstrated and genuinely felt as we worshipped together this morning.

September 2009 014While waiting for the bus to the airport (where I am writing this) I looked again at the Berlin television tower – an embarrassment to the East German authorities during the Communist years. Every time the sun shone on it, the reflection took the form of a cross!

Incidentally, the reason I advised the German President to worship elsewhere this morning was because it is Election Day in Germany and he told me he would normally go to church before voting. I thought he might prefer to hear a German sermon rather than an outsider’s ruminations. I hope he had a good morning – he is a very nice man.

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