Eine Predigt in der Johanneskirche, Harvestehude, Hamburg (Februar 2008)

Durch den Glauben ward gehorsam Abraham, da er berufen ward, auszugehen in das Land, das er ererben sollte; und ging aus und wusste nicht wo er hinkäme. Durch den Glauben ist er ein Fremdling gewesen in dem verheissenen Lande als in einem fremden und wohnte in Hütten mit Isaak und Jakob, den Miterben derselben Verheissung; denn er wartete auf eine Stadt, die einen Grund hat, der Baumeister und Schöpfer Gott ist. (Hebräer 11:8-10, Luther Bibel 1545)

Ich freue mich darüber, dass ich diese Gelegenheit habe, in dieser schönen Kirche in Hamburg zu predigen. Ich war nie vorher in Hamburg, aber diese Stadt ist für mich sehr wichtig und von grossen Bedeutung – aus drei bestimmten Gründen: erstens, weil The Beatles in den frühen sechzigen Jahren in Sankt Pauli spielten; zweitens, weil Kevin Keegan von Liverpool (wo ich auch herkomme) nach Hamburg umzog; und drittens, weil ich in den letzten dreissig Jahren die Schriften und Predigten von den hamburgischen Theologen und Pfarrer Helmut Thielicke immer wieder gelesen habe. Es gibt auch ein vierter Grund: Pastor Christoph und Silke Römhild sind gute Freunde von mir – es ist nur Schade, dass meine Frau wegen Chirurgie nicht mit mir herkommen konnte. Ein fünfter Grund wäre, dass während meiner Aufenthalt in Hamburg können die englischen Medien mich nicht erreichen, um einen Zitat über den Erzbischof von Canterbury und Sharia von mir hinauszuziehen…

Wenn ich von London nach Hamburg fahren will, muss ich London hinter mir verlassen. Es liegt auf der Hand, dass ich mein Haus, meine Bücher, meine Gitarre, mein Auto – alles – zurücklassen muss. Ich kann nicht diese Fahrt anfangen und gleichzeitig alles was mir gehört mitbringen. Und das ist doch keine Überraschung. Wenn man verreist, muss man einige Dinge zurücklassen, die Fahrt unternehmen und zum Schluss irgendwo anders sein als den Anfangspunkt. Das heisst, man kann nicht eine Fahrt unternehmen und am Ende der Reise unverändert bleiben. Reise bedeutet unvermeidlich Umänderung.

Wenn man die Bibel durchliest, kann man klar verstehen, dass Gott sein Volk einlädt, ihre Heimat zu verlassen und eine Wegreise zu unternehmen. Zum Beispiel, wie ich in meinem kleinen Buch geschrieben habe: ‘Das früheste jüdische Glaubensbekenntnis im Alten Testament beginnt mit: »Mein Vater war ein wandernder Arameer…« Abraham wurde von Gott aufgerufen, seine Sachen zu packen, den Ort zu verlassen, an dem er sich niedergelassen hatte, und sich auf eine Reise an ein unbekanntes Ziel zu begeben. Moses wurde aufgefordert, das Volk Israels aus der Sklaverei in vierzig heimatlosen Jahren durch die Wüste zu führen. Das Volk Gottes war schon immer auf der Wanderung und aufgerufen, ›mit leichtem Gepäck zu reisen‹ und nicht an ›Dingen‹ festzuhalten. Die Menschen erhalten den Wink vom Schicksal, mit einer einzigen Sicherheit zu leben und in eine unbekannte Zukunft zu wandern: Nämlich, dass der Gott, der sie ruft, sie auf ihrer Reise nicht im Stich lassen wird.

Natürlich bedeutet eine Reise, einige Dinge zurückzulassen und sich mit anderen zusammenzutun – oftmals mit Menschen, die wir uns nicht ausgesucht hätten. Denn Gott ruft sein Volk dazu auf, mobil zu werden, Reisende, Flüchtlinge, Heimatlose in dieser Welt zu werden und die ganze Welt als ihre Heimat anzusehen.’

Aber das ist nicht nur rein gedanklich oder spekulativ gemeint. Glaube an Gott heisst unvermeidlich, dass man sich zu Gott und seinem Reich übergibt. Im ersten Kapitel des Markusevangeliums lesen wir: ‘Nachdem aber Johannes überantwortet war, kam Jesus nach Galiläa und predigte das Evangelium vom Reich Gottes und sprach: Die Zeit ist erfüllet, und das Reich Gottes ist herbeigekommen. Tut Buße und glaubt an das Evangelium!’ Markus hat das am Anfang der öffentlichen Mission Jesu gestellt, damit wir gleich am Anfang des Evangeliums lernen werden, wie Jesus seine Mission (und die Missio Dei) verstand. Es klingt irgendwie wie so: Die Juden sehnen nach Befreiung von der Besatzung des römischen Reiches. Sie verstehen, dass Gott nur da zu bemerken ist, wo diese Befreiung stattfindet. ‘Wir werden die Aktivität Gottes anerkennen, wenn wir vor unseren eigenen Augen die Vertreibung der römischen Truppen sehen. Nur dann werden wir sagen können, dass Gott wieder bei uns lebt und unsere Geschichte/Identität bestätigt (oder rechtfertigt).’ Jesus sagt, dass das Volk Gottes durch eine neue Linse hinter den Augen aussehen muss (das heisst ‘Busse tun’ – metanoia) und die Anwesenheit Gottes neu – das heisst, in der Persönlichkeit Jesu von Nazareth – anerkennen muss. Schau mal anders an, sagt er! Und dann muss man bemerken, was Jesus hinzufügt: ‘Glaubt an das Evangelium!’ Das bedeutet nicht: ‘intellektuell einem theologischen oder philosophischen Vorschlag zustimmen’, sondern ‘dein Leben (Körper, Geist und Seele) zu dieser neuen Weltansicht widmen. Man sollte von jetzt an anders leben – weil man jetzt anders schaut und die Anwesenheit Gottes in der Welt anders wahrnimmt: das heisst die Anwesenheit Gottes in Jesus anerkenned als die Römer im Land bleiben. Neu-schauen um neu zu denken um neu zu leben, meint Jesus.

Und diese Anerkennung hilft uns, wenn wir verstehen wollen, was der Abraham gemacht hat als er die Berufung von Gott hörte: ‚Gehe aus deinem Vaterlande und von deiner Freundschaft und aus deines Vaters Hause in ein Land, das ich dir zeigen will. Und ich will dich zum großen Volk machen und will dich segnen und dir einen großen Namen machen, und sollst ein Segen sein. Ich will segnen, die dich segnen, und verfluchen, die dich verfluchen; und in dir sollen gesegnet werden alle Geschlechter auf Erden. (Da zog Abram aus, wie der HERR zu ihm gesagt hatte, und Lot zog mit ihm. Abram aber ward fünfundsiebzig Jahre alt, da er aus Haran zog.) Der Schriftsteller des Hebräerbriefs hat es so ausgedrückt: ‚Abraham ging aus und wusste nicht wo er hinkäme. Durch den Glauben ist er ein Fremdling gewesen in dem verheissenen Lande als in einem fremden und wohnte in Hütten mit Isaak und Jakob.’

Der Abraham wusste nicht wo er hinkäme… aber diese unbequeme, lästige Unwissenheit hat ihn nicht vom Gehen verhindert. Gott hat ihn eingeladen, seine Heimat zu verlassen und für die Reise nur auf ihn zu vertrauen. Man könnte es so beschreiben, dass der Abraham so leben müsste als ob Gott der Herr der Welt sei, obwohl die Augenscheinlichkeit eine andere Geschichte darstellt. Aber dies ist klar: Umzug ist nie bequem.

Als weitere Illustration möchte ich noch einen Stück aus meinem kleinen Buch von Rundfunkschriften lesen:

Eines der stressigsten Dinge im Leben sind Umzüge. Im Spätsommer vor ein paar Jahren, als die meisten anderen Leute dem Ende des Urlaubs entgegensahen, war ich alles andere als entspannt. Die Reisesaison war vorbei, die Sonnenbräune fing an zu verblassen, und der Herbst stand vor der Tür. Die Kinder bereiteten sich auf das neue Schuljahr und die Geschäfte auf das Ende des Sommerlochs vor. Bald würde die Alltagsroutine – ohne Unterbrechung durch die Sommerferien – wieder einsetzen.

Aber nicht in unserem Haus! Wir waren vor kurzem aus einem Dorf in Leicestershire in die Vorstadtidylle von Streatham in South London gezogen. Für uns begann nun eine neue Reise. Und die Weisheit, dass ›das Leben niemals stillsteht‹, zeigte sich wieder einmal erbarmungslos. Nachdem wir uns von all dem hatten verabschieden müssen, was uns seit fast einem Jahrzehnt so vertraut geworden war, mussten wir nun ein neues Leben an einem neuen Ort mit neuen Menschen, neuen Herausforderungen und neuen Chancen anfangen.

Ich müsste lügen, wenn ich sagen würde, dass unsere Familie das ohne jegliche Erschütterungen überstanden hätte. Die unbekannte Zukunft wirkt immer verführerisch und bedrohlich zugleich. Doch die Vorstellung, dass das Leben eine Reise ist, kann in einer Zeit starker Veränderungen und Unruhen hilfreich sein.

Unser Umzug von Leicestershire bedeutete auch, einige Dinge zurückzulassen. Die Umzugsfirma packte zwar all unseren Hausrat ein, doch sie ließen die Steine und den Mörtel, die Erde und den Rasen zurück. Wir konnten nicht alles in unser neues Leben in London mitnehmen. Selbst Dinge, die unser Leben in der Vergangenheit beglückt oder gestört hatten, mussten der Vergangenheit überlassen werden. Dies konfrontierte uns mit ernsthaften Fragen über das, was wirklich wichtig ist, mit wie wenig Gepäck wir durchs Leben reisen können, wo das Gleichgewicht zwischen dem Wert von Objekten und dem Wert von Beziehungen besteht.

Diese Erfahrung mussten auch viele Personen in der Bibel machen. Ihre Berufung war nicht immer eine willkommene oder bequeme Angelegenheit. Abraham wurde aufgefordert, sein Haus zu verlassen und zu einer Reise an ein unbekanntes Ziel aufzubrechen. Jesus forderte Petrus und andere aktive Männer und Frauen auf, sich ihm anzuschließen und die vertrauten Dinge zurückzulassen, die ihr Leben formten und sinnvoll machten. Tatsache war, dass sie nur auf diese Weise frei waren, um die neuen Geschenke anzunehmen, die vor ihnen lagen. Das einzige Versprechen und die einzige Garantie, die sie erhielten, war, dass Gott sie nie verlassen würde, dass er bis zum Schluss bei ihnen bleiben würde, egal was sie auf ihrer Reise noch alles erwartete.

Doch Sie müssen weder in ein neues Haus noch in eine neue Stadt ziehen, um diese Fragen anzugehen. Gottes Aufforderung an uns war immer – und wird wohl auch immer sein –, einige Dinge, die wir erlebt haben, die wir bedauern oder an die wir uns erinnern, zurückzulassen – selbst die schönen Dinge –, weiter zu ziehen und uns, Gott und die Welt neu zu erleben und zu begreifen. Wir reisen mit Versprechen und Hoffnung im Gepäck. Und jede Reise ist einmalig.

Aber es geht weiter…

Vor zwanzig Jahren hat ein Lied von Cliff Richard mich stark beeinflusst. Eigentlich war es nur eine Single, die Neuaufnahme eines Songs, den er schon Jahre davor herausgebracht hatte. Das Lied heißt Travelling Light (Mit leichtem Gepäck reisen). Ich weiß nicht einmal mehr, worum es in dem Lied ging, doch der Titel blieb meiner Frau und mir im Gedächtnis.

Damals hatten Linda und ich gerade geheiratet, waren im Begriff, ein kleines Häuschen zu kaufen, und Linda erwartete unser erstes Kind. Ich war als Übersetzer tätig und sie arbeitete als Krankenschwester. Wir hatten absolut kein Geld. Als wir Zukunftspläne machten und überlegten, was wir mit unserem Leben anfangen sollten, machten wir uns Gedanken über die Frage von Werten und Eigentum. Wenn man nur wenig hat, ist es sehr einfach, Eigentum philosophisch zu hinterfragen. Doch schon damals schworen wir uns etwas, was wir heute noch, nach fast dreissig Jahren, einzuhalten versuchen. Wir schworen uns, nur mit leichtem Gepäck zu reisen und nie so an Gegenständen zu hängen, dass wir sie nicht mehr loslassen könnten. Der Song Mit leichtem Gepäck reisen von Cliff Richard ging uns nicht mehr aus dem Sinn.

Wie im Alten Testament steht, gibt es eine Zeit zum Festhalten und eine Zeit zum Loslassen. Vielleicht kommt der Zeitpunkt, an dem wir loslassen sollten, genau dann, wenn wir zu sehr an etwas hängen, was in unserem Leben zuviel Bedeutung einnimmt – möglicherweise etwas, was uns wichtiger ist als andere Menschen.

Jesus hat gesagt, es sei leichter, einen Rolls Royce durch eine Drehtür zu kriegen, als einen Reichen in den Himmel zu bekommen… oder so was Ähnliches. Vielleicht waren die Menschen seiner Zeit nicht anders als wir, vielleicht hängten sie ihr Herz nur an andere Dinge. Doch unsere Konsumgesellschaft kann uns sehr leicht verführen und unsere Werte und Beziehungen verfälschen. Sind wir wirklich zum Shopping geboren? Descartes hat gesagt: »Cogito ergo sum« (Ich denke, also bin ich), doch wir sagen »Tesco ergo sum» (Ich kaufe, also bin ich). Um eine Gesellschaft, die zwar das Shopping gelernt doch das Spielen vergessen hat, muss man sich Sorgen machen. Und es gibt etwas zutiefst Beunruhigendes an einer Kultur, die Einkaufskathedralen baut und sich dann wundert, warum alles nach Plastik riecht.

Ich glaube, ich bleibe lieber dabei, mit leichtem Gepäck zu reisen und eine klare Perspektive zu bewahren.

Christen sind die Menschen die in Jesus Christus eine neue raison d’etre und Lebensweise gefunden haben, weil sie in ihm das Gesicht Gottes anerkennen. Christen sind die Menschen die jetzt in dieser komplizierten Welt so leben als ob das Reich Gottes in der heutigen Welt schon anwesend ist. Christen sind die Menschen die von den heiligen Schriften gelernt haben, dass Gott immer wieder sein Volk zu einer (möglicherweise) unbequemen aber herausvordernden Reise hervorruft.

Christen sind die Menschen die heute das zukunftige Leben führt. Ich möchte das durch noch eine Rundfunkschrift erläutern. Diese Andacht geht um die Pilgrimväter, die im Jahre 1620 durch ihre religiösen und politichen Überzeugungen von England nach der Neuen Welt – Amerika – ausvertrieben wurden. Aber die Reise fängt in Liverpool an:

Als ich einundzwanzig war, musste ich aus gesundheitlichen Gründen meine Arbeit in Paris beenden und nach Liverpool zurückkehren. Auch wenn das schon schlimm genug war, so hat sich die Reise an sich tief in mein Gedächtnis eingebrannt. Bei unserer Ankunft in Bologne herrschte ein solches Unwetter, dass die Personenfähre den Kanal nicht überqueren konnte und wir stattdessen auf eine große, leere Güterfähre geschickt wurden. Statt der üblichen einstündigen Überfahrt dauerte es vier Stunden, bis wir England erreicht hatten. Ich möchte Ihnen die Details der Reise ersparen, denn sie waren nicht angenehm und könnten dazu führen, dass Sie nicht zu Ende zuhören. [Schließlich hoffe ich, Sie zu inspirieren, statt Sie aufs Klo zu schicken. Möge der Hinweis ausreichen, dass wir, die Passagiere auf jener Fähre, nicht aufs Klo zu rennen brauchten – stattdessen schien das Klo immer wieder zu uns zu kommen! Also gut – das reicht.] Sie können es sich sicher lebhaft vorstellen…

Als ich später aus dem Krankenhaus entlassen wurde und wieder fit genug war zu reisen, besuchte ich meine damalige Verlobte (die heute meine Frau ist), die damals auf The Wirral lebte. Ich ging also von meinem Haus in Liverpool an den Pier Head und bestieg die Ferry am Mersey-Fluss. Der Fluss floss ruhig dahin, die Sonne schien und die Welt war in Ordnung. Beinahe. Denn sobald ich an Bord war und auf dem oberen Deck saß, bemerkte ich das sanfte Schaukeln des Schiffs und das leichte Summen der Schiffsmotoren. Und ganz unerwartet und unerwünscht wurde ich an die Kanalüberfahrt erinnert. Mit Müh und Not erreichte ich ohne üble Zwischenfälle Birkenhead.

Daran wurde ich wieder erinnert, als ich vor kurzem über den Aufbruch der Pilgrimväter von Plymouth in die Neue Welt las. Sie wussten zwar, was sie zurücklassen würden, doch sie ahnten kaum, was sie auf dem weiten Meer erwartete. Ihr Schiff war ziemlich klein und instabil, doch sie brachen trotzdem auf, denn sie hatten die Vision eines anderen Lebens in einem anderen Land. Ich will mir nicht vorstellen, wie beschwerlich ihre Reise gewesen sein muss. Ich weiß nur, dass ich sie nicht überlebt hätte.

Was mich an den Pilgrimvätern beeindruckt ist ganz einfach die Tatsache, dass sie die Vision einer anderen Welt hatten. Sie waren bereit, ihre vertraute Welt zurückzulassen, um diese Vision umzusetzen. Dies kostete sie alles, was sie hatten, aber dennoch zogen sie den Anker ein und segelten los. Die Bedrohung des Unbekannten hielt sie nicht davon zurück, alles hinter sich zu lassen; das Versprechen der unbekannten Möglichkeiten veranlasste sie, alles zu riskieren. Auch wenn ihre Reise eine unsichere Angelegenheit war, so hielt sie das doch nicht davon ab, aufzubrechen und die Segel zu setzen.

So überrascht es nicht, dass diese Reise ein starkes Bildnis dessen ist, wozu Gott sein Menschenvolk schon immer aufgerufen hat: das Vertraute und Bequeme zurückzulassen, sich auf eine Reise voller Bedrohungen und Versprechen einzulassen, und für die Umsetzung der Vision von einer Welt, die von ihrem Schöpfer geliebt wird, alles zu riskieren. Jesus von Nazareth, der wahrlich kein Romantiker war, folgte der Aufforderung, indem er andere aufforderte, ihm bis ans Ende ihrer Welt zu folgen, und gab nur das eine Versprechen, sie niemals zu verlassen, selbst wenn ihre Reise in Tränen enden würde – dass sie beim Aufbruch, während der Reise und vielleicht auch am Ziel herausfinden würden, dass Gott ihnen treu ist und sie liebt – sogar noch über den Tod hinaus.

[Dem schließe ich mich an. Aber versuchen Sie ja nicht, mich je zu überreden, noch einmal eine Kanalfähre im Winter zu betreten.]

Als wir die Bibel lesen, bemerken wir, dass wir Jesus nicht folgen können ohne einige Sachen hinter uns zurückzulassen – vielleicht unsere Vorurteile, unsere vorgefasste Meinungen über Gott und die Welt, die verkehrte Konsumwerte, den schmachvollen Ruf oder die gewohnten Sünden. Die Reise mit Gott könnte unbequem sein und wir können nichts erwarten, ausserdem, das Gott mit uns geht und uns nie verlassen wird.

Laut des Hebräerbriefs (so hat es der Bischof von Durham aufgefasst): Schau mal an Gott und für alles auf ihn vertrauen – das ist Glaube. Schau mal an die Zukunft und für sie auf Gott vertrauen – das ist Hoffnung. Christen sind die Menschen, die die Geschichte vom ausgesandten Volk Gottes – von Abram durch Mose und Jona und Petrus usw. – kennen und sich selbst – seine eigene Geschichte – darin entdecken. Sie sehen die Vorgänger wie Abraham und Mose und Petrus und glauben an denselben Gott der ihnen auch treu war.

Nach der Bibelgeschichte kann man bestätigen, dass es keinen Glaube ohne Verpflichtung gibt. Es gibt keinen Glaube ohne Verlassen, keinen Glaube ohne Reise, keinen Glaube ohne Herausvorderung, und keinen Glaube ohne das Versprechen, dass wenn auch wir nur aus Neugier Jesus folgen, werden wir nie enttäuscht werden.

Warum nicht? Vielleicht weil die Mitreisende so interessant, so nett und so unkompliziert sind. Mmmm….