May 2017


A few days holiday allow space for recording a few books read recently.

Doctors at War, ethnographer Professor Mark de Rond’s powerful record of his time embedded with a medical unit at Camp Bastian in Afghanistan, provokes much thought and emotion. It is clear that exposure to the sheer unnecessary and seemingly random suffering of ordinary people as well as combatants raises questions of theodicy. This disturbs Mark’s own faith questions, and leads him ultimately to an expression of atheism. Reading the book, however, provoked in me a different question: not how we account for suffering and evil, but, rather, how we account for joy in a world of such suffering? This is not glib; I would love to see a further discussion of it.

At the other end of the scale is Simon Jenkins’ entertaining romp
through Christian faith and its oddities, Jumble Sales of the Apocalypse. The book comprises columns Simon published in the United Reformed Church (not ‘Reform’ as it says in the book itself) magazine Reform. Making theology simple and accessible is not as easy as Simon makes it look. He shines an unusual light from an unusual angle to open up our thinking and not close it down. As I know from years of writing scripts for Radio 2, this isn’t always an obvious or simple task.

Sitting here in Berlin waiting for a thunder storm to break, it is worth
recommending James Hawes breathless race through the entire history of Germany. The Shortest History of Germany is excellent and enlightening, but it is clear he neither likes nor trusts Prussians. A better overview of Europe’s most important country you will not find – and in these days of Brexit and Trump, with a German election coming up later this year, it is worth the quick read.

Finally for now, Tom Fletcher’s book about the impac of digital change on international diplomacy, The Naked Diplomat, is excellent. Again, an easy read, it says a lot about communication, leadership and handling change. It also contains the most memorable quote about diplomacy – inevitably from Winston Churchill: “Diplomacy is the art of telling people to go to hell in such a way that they ask for directions.”

Discuss.

This year’s Kirchentag ended yesterday as tens of thousands of people got fried under the sun at Martin Luther’s Wittenberg.

I am staying on for a further week in Berlin (with my wife and friends who live here). So, today we went to visit the house where the infamous Wannsee Conference was held on 20 January 1942 – the meeting of Nazi leaders where they formulated the ‘Final Solution to the Jewish Question’ (die Endlösung zur jüdischen Frage).

It is a beautiful and peaceful place. One of the Nazi leaders present went by the name of Dr Martin Luther. Irony was not something with which the Nazis were familiar or comfortable.

The theme of the Kirchentag was the words of the slave woman Hagar, mother of Ishmael, spoken in the desolation of the desert, having been banished by her husband’s wife: “You see me”.

The Wannsee Conference is what happens when people think they are not seen – that they are unaccountable and can get away with murder. Literally.

This is the text of this morning’s Bible Study in Jena as contribution to Kirchentag auf dem Weg. (I don’t have time to translate it, but will try to do a summary later.)

Kirchentag auf dem Weg, Jena, 27 Mai 2017
Bibelarbeit

Esau versöhnt sich mit Jakob: Genesis 33:1-17

Gleich am Anfang dieser Bibelarbeit möchte ich drei Fragen stellen. Oberflächlich scheinen diese Fragen ziemlich einfach zu verstehen, aber, wie wir langsam entdecken werden, sind sie in der Realität irgendwie komplizierter.

Die erste Frage heißt: wie wichtig sind Gesichter?

Die zweite Frage heißt: wann sollten wir mit Gott und mit uns selbst kämpfen?

Und die dritte Frage heißt: wie kann ich entdecken, was für einen Segen Gott mir geben will?

In einigen Minuten kommen wir zu diesen Fragen zurück. Aber zuerst müssen wir über Familienverhältnisse, Geschwister und Schmerz nachdenken.

Ich habe zwei Brüder und zwei Schwestern: Ich trage die Narben des Familienlebens. Ich bin in Liverpool aufgewachsen; zumindest war der Fußball gut.

Als ich ein Kind war, spielten wir ein Kartenspiel namens Happy Families. Bei diesem Spiel kämpften wir regelmäßig miteinander. Meine Familie war trotzdem glücklich. Aber als ich älter wurde, begann ich zu erkennen, dass nicht alle Familien glücklich sind. Wie wir auf Englisch sagen: “Du kannst deine Freunde wählen, aber deine Familie nicht.“

Wenn wir über Familienspannungen oder -probleme sprechen, denken wir zum Beispiel an Ödipus und seine Mutter – oder an Romulus und Remus. Dostojewski beschreibt in seiner Darstellung der Brüder Karamasow die Herausforderungen des brüderlichen Konflikts. Aber es war Sigmund Freud, der anfing, darüber nachzudenken, was er “Geschwister-Rivalität” nannte und damit viele psychologische, verhaltens- und soziale Probleme im Boden der wettbewerbsfähigen Brüder und Schwestern verwurzelte. Es ist in diesem Zusammenhang, dass wir normalerweise über die Spannung und Rivalität zwischen Jakob und Esau nachdenken.

Geschwister-Rivalität ist immer unangenehm. Zu oft – und besonders in der Kirche – nehmen wir Bilder des Familienlebens an, die harmonisch, liebevoll und großzügig sind; dennoch ist für viele Menschen die Familie eine Quelle von Spannung, Enttäuschung und Angst – sogar von Gewalt. Im Vereinigten Königreich müssen zu dieser Zeit fast 60,000 Kinder vor Missbrauch geschützt werden.

Aber in unserer Bibellesung treffen wir Jakob und Esau. Zwei Brüder, die einander so sehr „lieben“, dass ihre Namen häufig mit Betrug, gebrochenen Beziehungen, Groll und der Menge der Behaarung verbunden sind. Von den gleichen Eltern abstammend, ist diese Familie so dysfunktional, dass sie nach Bevorzugung, versteckten Angeboten und Lügen riecht. Nach Jahrzehnten der Auseinandersetzung suchen die beiden Brüder schließlich Versöhnung, aber dies mit unterschiedlichen Annahmen darüber, wie der andere antworten wird.

Und bevor wir weiter gehen, möchte ich noch eine weitere einfache Frage stellen, auf die ich die Antwort nicht kenne. Der Titel dieser Bibelarbeit ist “Esau versöhnt sich mit Jakob”; warum nicht: “Jakob versöhnt sich mit Esau”?

Der ehemalige Oberrabbiner Lord Jonathan Sacks glaubt, dass die Geschwister-Rivalität uns die passende – die richtige – Linse liefert, durch die wir nicht nur die Welt betrachten und verstehen können, in der wir derzeit leben – denke an den sogenannten „Islamischen Staat“, Israel-Palästina und so weiter -, sondern auch einige der biblischen Texte, die für unser Verständnis der Bibel und die Grundaussagen unseres Glaubens am wichtigsten sind. Nicht in erster Linie die Beziehung zwischen Eltern und Kind, sondern zwischen Bruder und Bruder, Schwester und Schwester, Schwester und Bruder.

In seinem wichtigen Buch Nicht in Gottes Namen überprüft Jonathan Sacks die Geschichten von Genesis, und zieht einige sehr interessante Schlussfolgerungen daraus. Dann wendet er diese Schlussfolgerungen auf einige der dringlichsten Rivalitäten der Welt an: Israeliten und Palästinenser, Muslime und Juden, und so weiter. Was wirklich liegt im Kern solcher gewalttätigen und konkurrenzhaften Beziehungen? Woher kommt der Hass? Welche sind die Erzählungen – oft bloß angenommen, anstatt artikuliert -, die das Selbstverständnis der Menschen gestalten, die ihren Nachbarn töten würden, um Recht zu behalten oder ihre Rechte zu behaupten? Warum werden eine gemeinsame Menschlichkeit und eine respektvolle menschliche Gegenseitigkeit so leicht durch einen Überlegenheitsdrang vertrieben?

Wir werden zu diesen Fragen gleich zurückkommen, aber zuerst müssen wir die Geschichte überdenken, in der sich unser Text – die Versöhnung von Jakob und Esau – befindet. Und wenn wir diese Grundgeschichten unseres Glaubens wieder betrachten, können wir vielleicht die Worte des irischen Dramatikers George Bernard Shaw bedenken, der sagte: “Wenn Sie das Familienskelett nicht loswerden können, dann können Sie es auch tanzen lassen.”

Nun, bevor wir das tun, lasst mich eine Randbemerkung machen. Ich habe vor einigen Jahren bemerkt, dass Prediger zu oft Predigten über isolierte Passagen halten, ohne diese Passage in ihren größeren Kontext zu setzen – das ist ein bisschen wie ein Fragment eines Gemäldes anzuschauen, ohne das ganze Bild zu zeigen, in das es passt und was ihm Sinn gibt. Also habe ich angefangen, die Geschichte der ganzen Bibel in einer Minute zu erzählen (wobei ich natürlich ein paar Details weglassen muss). Wenn ich in England in der Gemeinde sage, dass ich das jetzt tun werde, sehen sie mich mit herausfordernden Augen an. Als ich das zum ersten Mal in deutscher Sprache im Berliner Dom sagte, schauten hunderte Deutsche ihre Armbanduhr an. Am Ende des Gottesdienstes schüttelte ich die Hände von Hunderten von Leuten, die mir fröhlich mitteilten, dass meine Erzählung eine Minute vier Sekunden gedauert hatte. Ich fragte mich, wie lautet die deutsche Übersetzung vom englischen ‘get a life’?

Die traditionelle Geschichte von Jakob und Esau geht so:

Isaak, der Vater ist alt und blind. Seine Frau hat einen Lieblingssohn, Jakob, aber er ist der zweite Sohn und hat daher keinen Anspruch auf das Erbe, wenn Isaak stirbt. So überzeugt sie Jakob, seinen Vater zu täuschen und den Segen zu beanspruchen, der seinem älteren Bruder Esau übertragen werden sollte. Vater Isaak wird getäuscht, Jakob bekommt den Segen, Esau geht leer aus, da ist eine riesige Menge an Elend und Wut, und die Familie ist zerrissen. Jahrzehntelang sehen sich die Brüder nicht. Sie heiraten, haben ihre Familien, machen ihr Geschäft und halten sich auseinander. Dann, eines Tages, versuchen sie, alles aufzuholen. Sie versöhnen sich miteinander.

Aber, ich stelle die Frage: geht die Geschichte wirklich so?

Wir sind mit einer bestimmten Erzählung des Segens vertraut – eine Erzählung, die man auf Englisch nennt: Either-Or (Entweder-Oder). Wenn Abel gesegnet ist, dann kann Kain nicht gesegnet sein. Wenn Isaak gesegnet ist, dann muss Ismael verflucht sein. Wenn Jakob den Segen stiehlt, dann ist Esau dessen beraubt worden. Es kann nur einen Gewinner geben – was wir in englischer Sprache “a Zero-sum game” (ein “Nullsummenspiel”) nennen, in dem, wie Abba es so merkwürdig ansah, “der Sieger alles nimmt” (“The winner takes it all”).

Aber ich möchte heute Morgen vorschlagen, dass dies ein Missverständnis des Textes darstellt.

Also jetzt müssen wir zum Anfang zurück gehen, und den Kontext beschreiben, in den die Versöhnung von Jakob und Esau passt. Das dauert länger als eine Minute. Und die Geschichte geht so:

Gott schafft alles, was ist, und denkt, es ist wunderbar. Die Welt wird geschaffen, um fruchtbar zu sein – eine Welt, die sich schafft – und Gott segnet zuerst die Lebewesen der Luft und des Wassers (1:22, der fünfte Tag), dann als nächstes Tiere und Menschen (1: 24-31, der sechste Tag).

Wie ihr wisst, gibt es zwei Schöpfungserzählungen in der Genesis, und sie erzählen die gleiche Geschichte aus verschiedenen Blickwinkeln. Hier lesen wir Poesie und Metapher, die sich mit der ewigen Frage beschäftigt, die das menschliche Bewusstsein verfolgt: warum bin ich – warum sind wir – eigentlich hier, und was ist der Sinn der menschlichen Existenz? Der Punkt ist, dass Gott seine Schöpfung liebt und sie segnet. Aber die Freiheit bringt immer ein Risiko mit sich. Die Freiheit der Erde, fruchtbar zu sein, bedeutet auch, dass Zellen mutieren. Die Freiheit des Menschen, Gott, die Welt und andere Menschen zu lieben, bedeutet auch, dass sie den Hass wählen dürfen. Das Ergebnis ist die Möglichkeit, die die Bibel “Sünde” nennt.

Dann, in Genesis Kapitel 4, begegnen wir der ersten Familienbeziehung, und es ist kein Modell von Harmonie, Freude, Liebe und Frieden. Unsere erste Familienerfahrung ist ängstlich: Rivalität, Konkurrenz, Eifersucht, Reibung, Wut, Gewalt.

Nun, wenn ich gebeten werde, ein “biblisches Modell der Familie” zu wahren, muss ich fragen, ob dies eingeschlossen ist.

Kain und Abel, die zwei Söhne von Adam und Eva. Kain ermordet seinen Bruder Abel. Als nächstes vertreibt Gott Kain aus dem Land und die Menschen werden ruhelos wandern – immer unterwegs, und verfolgt von der Vergangenheit. Und doch … und doch … Gott schützt den Sünder: “Der Herr legte ein Zeichen auf Kain, damit niemand, der auf ihn kam, ihn töten würde.” (4:15) (Leider haben wir jetzt keine Zeit, um zu erforschen, was der französische Jurist und Theologe Jacques Ellul in seinem wunderbaren Buch von 1962 “Die Bedeutung der Stadt” nannte – was es bedeutet, “eine Stadt zu bauen”, die in einer ansonsten konturlosen Wüste der menschlichen Existenz ein Gefühl von Zugehörigkeit und Bedeutung gibt.) Aber, wie die Geschichte entfaltet, sind wir mit einem total unsentimentalen Bild vom Menschen konfrontiert, das sich weigert, von der zerstörerischen Kraft des Neides, der Rivalität, der Freiheit und der Sünde wegzuschauen.

Ihr kennt schon die Geschichte von Noah und der großen Flut. Zum Schluss segnet Gott noch einmal, und macht einen Bund mit den Menschen und der Erde. Aus der Zerstörung kommt Erlösung und Hoffnung. Aber es verlangt von den Menschen auch, dass sie der ursprünglichen menschlichen Verpflichtung treu bleiben, “fruchtbar zu sein und sich zu vermehren”. Zu diesem sogenannten “kulturellen Mandat” gehört auch eine relationale Verpflichtung – eine Forderung nach Treue und Kreativität für das Gemeinwohl der Welt.

Und jetzt nimmt die Geschichte eine überraschende Wendung. Kapitel 12 beginnt mit der Erzählung, die sich noch einmal auf ein einziges Paar konzentriert. Zuerst waren es Adam und Eva, jetzt sind es Abram und Sarai. Gott macht ihnen ein scheinbar lächerliches Versprechen (12: 2-3) und segnet sie. Kein Wunder, dass, wie die Geschichte fortschreitet, sowohl Abram als auch Sarai mehrmals über Gott lachen.

Und hier wird die Vorstellung des Landbesitzes wichtig. Adam wurde der Garten gegeben, Kain wurde in die Wüste verbannt, alles Land wurde unter Noah sauber gewaschen. Aber als die Geschichte wieder neu beginnt, geht es schon wieder um Gott und die Menschen, die in einem Bund zwischen Gott, den Menschen und der Erde gesegnet werden. Den Menschen wird von Gott geboten, das Land unter Gott zu kultivieren, immer um des Gemeinwohls willen. Wenn es Hungersnot in meinem Land gibt, kann ich in ein anderes Land ziehen und dort Segen und Sicherheit suchen. Das Land gehört immer Gott.

Aber alles geht schief. Es gibt schlechte Menschen in der Welt. Und Abram wird durch das lachhafte Versprechen verfolgt: Gottes Welt wird durch ihn gesegnet. Segen und Fruchtbarkeit, aber keine Kinder und keine Zukunft.

Wer annimmt, dass die Bibel religiöse Phantasie repräsentiert, um die Menschen über die Realität einer harten Welt hinweg zu trösten, hat klar den Text niemals gelesen.

Und dann kommt die Überraschung: Gottes Segen hängt davon ab, dass Sarai Kinder hat – aber sie ist unfruchtbar. Sarai will nicht noch länger warten, und gibt Abram ihr ägyptisches Sklavenmädchen Hagar, und Hagar ist fruchtbar. Das Verhältnis der Macht zwischen Sarai und Hagar ist gebrochen und Hagar wird in die Wüste vertrieben, wo sie zugibt, dass sie davonläuft und nicht dahinläuft. Aber der Engel des Herrn sagt, sie solle zurückkehren und sich wieder Sarai unterwerfen.

Allerdings liegt der Schlüssel in dem folgenden Vers (16:10): “Der Engel des Herrn sprach zu ihr: “Ich will deine Nachkommen so mehren, dass sie der großen Menge wegen nicht gezählt werden können.” Ismael, ihr Sohn, wird eine besondere Berufung in der Welt haben. Nicht die gleiche Berufung wie sein noch unbekannter Halbbruder Isaak, sondern eine von Gott gegebene Berufung.

Nach einer ganzen Reihe von Kapiteln über diese Eltern geht eines Tages Sarai zum Sozialdienstbüro, um ihre Rente abzuholen, aber kommt mit ihrem Mutterschaftsgeld zurück: Ihr Junge ist endlich geboren. Und nach 21:9 hat sich der Teenager Ismael mit dem kleinen Halbbruder Isaac gut verstanden – und anstatt dies zu feiern, wird Sarai eifersüchtig.

Die Worte von Sarah müssen beachtet werden: “Der Sohn dieser Sklavenfrau soll nicht erben mit meinem Sohn Isaak (21:10).” Das ist es: Wettbewerbsfähigkeit; Nachteil gegen den anderen; Entweder-oder; Der Gewinner nimmt alles.

Aber Gott sagt Abraham: “Nach Isaak soll dein Geschlecht genannt werden. Aber auch den Sohn der Magd will ich zu einem Volk machen, weil er dein Sohn ist. “(21:13) Und Gott spricht zur verstörten und verbannten Hagar: ” Gott hat die Stimme des Knaben dort gehört, wo er liegt… Ich will ihn zum großen Volk machen.” (21: 17-18)

Versteht ihr? Beide werden gesegnet. Der Schriftsteller von Genesis erzählt uns etwas Subtiles – etwas, das die normalen menschlichen Annahmen über Segen und Fluch überschreitet.

Wir haben nicht genug Zeit, die Episode anzupacken, als Abraham seine Bereitschaft zeigt, seinen Sohn, Isaak, zu opfern. Aber noch einmal hören wir Gottes Versprechen an Abraham über Isaak: “Weil du solches getan hast und hast deines einzigen Sohnes nicht verschont, will ich dich segnen und deine Nachkommen mehren wie die Sterne am Himmel und wie den Sand am Ufer des Meeres, und deine Nachkommen sollen die Tore ihrer Feinde besitzen; und durch deine Nachkommen sollen alle Völker auf Erden gesegnet werden, weil du meiner Stimme gehorcht hast. “(22: 16-18) Die Nachkommen von Isaak werden ein Segen für die Welt sein. Gott verspricht nicht Reichtum und Wohlstand, sondern dass dieses Volk eine Quelle sein wird – ein Transportmittel – zum Segen für andere.

Also geht die Geschichte weiter. Sarah stirbt, Isaak geht auf die Jagd nach einer Frau, alles klappt, und Rebekka bekommt einen Mann, der sie liebt (24:67) – das war gut, weil er seine Mutter vermisst hatte. Der alte Mann Abraham heiratet wieder, dann stirbt er.
Nun endlich kommen wir zu der Geschichte von Esau und Jakob. Aber nachdem wir die Geschichte auf diese Weise untersucht haben, können wir jetzt den Rahmen sehen, in den die Geschichte der beiden Brüder passen wird: Beide können gesegnet werden, aber sie werden nicht denselben Segen bekommen.

Seid ihr noch da?

Die Geschichte von Esau und Jakob ist eine Geschichte von Betrug, Verrat und dem falschen Anspruch auf das, wozu Jakob nicht berechtigt ist – weil er den Segen eines anderen haben will, und nicht den Segen, der ihm gehört: Verkaufe mir dein Geburtsrecht für eine Schüssel Suppe. Der blinde Vater Isaak segnet den falschen Sohn.

“Siehe, der Geruch meines Sohnes ist wie der Geruch des Feldes, das der Herr gesegnet hat. Gott gebe dir vom Tau des Himmels und vom Fett der Erde und Korn und Wein die Fülle. Völker sollen dir dienen, und Stämme sollen dir zu Füßen fallen. Sei ein Herr über deine Brüder, und deiner Mutter Söhne sollen dir zu Füßen fallen. Verflucht sei, wer dir flucht; gesegnet sei, wer dich segnet! “(27: 27-29)

So hat Jakob den Segen erhalten, der für seinen Bruder bestimmt war.

Dann kommt Esau herein, entdeckt den Betrug und ist verstört. “Vater: Segne mich auch, mein Vater!”, ruft er (27:34). “Hast du mir denn keinen Segen vorbehalten?” (27:36) “Hast du denn nur einen Segen, mein Vater? Segne mich auch, mein Vater! “(27:38) Und Esau weinte. Und warum eigentlich nicht. Seine Welt ist zu Ende. Sogar seine Identität wird jetzt in Frage gestellt.

Aber bemerkt ihr das, was in 27:39-40 folgt, wie sein Vater auf die Klage des beraubten Sohnes antwortet: “Siehe, du wirst wohnen fern vom Fett der Erde und fern vom Tau, der vom Himmel kommt. Von deinem Schwerte wirst du dich nähren, und deinem Bruder sollst du dienen. Aber es wird geschehen, dass du einmal sein Joch von deinem Halse reißen wirst.” Diese Ungerechtigkeit, ohne Flucht vor ihren Implikationen und Konsequenzen, ist nicht das Ende der Geschichte, Esau. Segen gibt es noch.

Die Brüder gehen ihre verschiedenen Wege. In ihren Ehen klingt etwas wider von Isaak und Ismael (28:1-9).

Aber das ist die Geschichte von dem, was passiert, wenn jemand seinen eigenen Segen – seine eigene Berufung – nicht akzeptieren will, und sich nach dem Segen eines anderen sehnt – in der Regel eines anderen, der eng mit ihm verwandt ist. Der Fokus liegt auf Jakob, nicht auf dem verletzten Esau. Nach einigen Jahrzehnten nach der Trennung hat Jakob einen Traum, in dem wir die Begriffe von Gottes Segen beachten sollten:

“Ich bin der Herr, der Gott deines Vaters Abraham, und Isaaks Gott; das Land, darauf du liegst, will ich dir und deinen Nachkommen geben. Und dein Geschlecht soll werden wie der Staub auf Erden, und du sollst ausgebreitet werden gegen Westen und Osten, Norden und Süden und durch dich und deine Nachkommen sollen alle Geschlechter auf Erden gesegnet werden. Und siehe, ich bin mit dir und will dich behüten, wo du hinziehst, und will dich wieder herbringen in dies Land. Denn ich will dich nicht verlassen, bis ich alles tue, was ich dir zugesagt habe.” (28:13-15)

Und Jakob wusste, dass dieser Segen nicht der war, den er von Esau gestohlen hatte. Esau sollte Reichtum haben und das Land besitzen; Jakob sollte die Quelle des Segens aller Völker werden. Das heißt zwei verschiedene Segen.

Jakob heiratet dann zwei Schwestern unter merkwürdigen Umständen, und noch einmal gibt es Geschwister-Rivalität über Fruchtbarkeit. Schon wieder.

Während der Jahre mit seinem Schwiegervater Laban und seinen Frauen bekommt er viele Kinder und viel Reichtum. Er täuscht auch seinen Schwiegervater (30: 37-43). Jakob kann man nicht vertrauen. Er würde nicht für das Ordinationstraining in der Kirche von England ausgewählt werden. Aber hier ist der Punkt, dass der gestohlene Segen erfüllt ist, obwohl er gestohlen wurde. Gott ist seinen Versprechen in einer kompromittierten Welt treu, die von kompromittierten Menschen bewohnt wird.

Jakob flieht mit diesen Frauen und Kindern – und mit den Sachen, die Rachel von ihrem Vater Laban gestohlen hat. Es folgen weitere Täuschungen. Laban findet die Familie, fordert Jakob über die Diebstähle heraus, und Jakob antwortet mit einem Haufen von selbstmitleidigen, selbsterklärenden emotionalen Erpressungen. Jakob und Laban trennen sich.

Nun kommen wir zu unserer Geschichte und fast zu dem Text vor uns. Jakob schickt seine Boten, um Esau zu finden und um ein Treffen zwischen den beiden längst entfremdeten Brüdern vorzubereiten. Jakob kann der Last seiner Täuschung nicht mehr ausweichen. Die Boten kehren zurück und sagen ihm, dass Esau kommt, um Jakob zu treffen, und er bringt vierhundert Männer mit ihm. Natürlich geht Jakob davon aus, dass sie Gewalt im Sinn haben. So antwortet er taktisch, um die Zerstörung zu minimieren – er teilt seine Familien und Waren in zwei Gruppen auf, so dass, wenn eine Gruppe vernichtet wird, die andere eine Chance hat zu überleben und sein Geschlecht fortzusetzen.

Und hier, in 32: 9-12, kämpft er mit dem theologischen Problem, wie Gottes Verheißung erfüllt werden kann, wenn er und seine Familie ausgelöscht werden sollten. Aber wir bemerken, dass der Segen, den er zitiert, derjenige ist, der ihm im Traum zukam, und nicht der, den er von Esau gestohlen hat. Dieser Segen geht darum, dass er die Welt segnen wird … und nicht selbst reich und mächtig werden sollte. Die Geschichte bekommt jetzt einen Sinn. Und Jakob, der immer noch davon ausgeht, dass andere Leute – insbesondere Esau – genauso verrückt sind wie er selbst, versucht, Esau zu beschwichtigen, indem er ihm Geschenke von seinem Reichtum gibt.

Und dann, nachdem er sein Volk vor sich her geschickt hatte, (vielleicht wollte er ein bisschen Zeit ohne Familie?) hat er eine zweite seltsame Begegnung. Der Traum war bedeutsam, aber hier kämpft er mit einem Unbekannten, der ihn verwundet, aber schließlich gesegnet zurück lässt. Jakob sagt ihm: “Ich will dich nicht gehen lassen, wenn du mich nicht segnest.” (32:26) Dann sagt der anonyme Kämpfer: “Du sollst nicht mehr Jakob heißen, sondern Israel, denn du hast mit Gott und mit Menschen gekämpft, und hast gewonnen. “(32:28)

“Gewonnen”? Aber wie? Was bedeutet das? Und warum durfte Jakob dann den Fluss überqueren, um seinen Bruder zu treffen? Vielleicht deswegen, weil Jakob, der seit so vielen Jahrzehnten mit Gott und sich selbst kämpfte, weil er den Segen von seinem Bruder gestohlen hat, nun bereit ist, den Segen und die Berufung zu übernehmen, die für immer für ihn bestimmt war. Er hat eine Lüge gelebt – ein zweitbestes Leben gelebt, als er versuchte, der Mensch zu sein, der er gar nicht sein sollte. Nicht nur hat er seinem Bruder dessen Berufung beraubt, sondern er hat sich auch selbst verleugnet. Und an dem Punkt, an dem er das realisiert und sich damit auseinandersetzt, weiß er (in den Worten von 32:30), dass er das Gesicht Gottes gesehen hat, und hat trotzdem überlebt.

Also, nach all dieser Zeit kommen wir schließlich zu unserem Stückchen der Geschichte – eine Geschichte, die keinen Sinn machen würde ohne das Detail und die Erzählung, die ich gerade skizziert habe.

33: 1-3: Jakob verbeugt sich siebenmal auf den Boden vor Esau – ein Akt der Unterwerfung vor der Macht des anderen. Mit anderen Worten, Jakob gibt Esau den Segen, der immer Esau gehörte: Er verbeugt sich und erkennt in Esau die Person, deren Segen es war, Reichtum zu haben und Macht auszuüben. Jakobs Segen und Berufung war anders und wurde nun schließlich von ihm angenommen. Und es ist Esau, der vor Freude und Verwirrung überrascht ist. Anders als der ältere Bruder des verlorenen Sohnes, freut er sich, dass die Entfremdung vorbei ist, dass der Bruder zurückgekehrt ist. Esau lehnt die Geschenke ab, aber für Jakob ist es wichtig, sie ihm zu geben … und Esau akzeptiert schließlich. Herden bedeuten Reichtum. Dann trennen sie sich wieder.

Und die Geschichte geht weiter.

Nun, was sollen wir daraus machen? Und warum habe ich euch gesagt, was ihr für euch selbst lesen könntet?

In dem ausgezeichneten Buch, auf das ich am Anfang verwiesen habe, betrachtet Jonathan Sacks diese Texte im Zusammenhang mit dem Versuch, besser zu verstehen, wie wir das Problem der religiösen Gewalt in der heutigen Welt ansprechen könnten. Simplistische Annahmen, dass Israel-Palästina und Judentum-Islam die Grundlage ihrer Feindschaft in ihren heiligen Texten finden, müssen durch eine bessere Lesung dieser Texte herausgefordert werden. Er lädt uns ein, sie durch eine andere Linse zu lesen. Und diese Linse hat mit der Bedeutung des Wortes ‘Segen’ zu tun. Mit Bezug auf die Geschwister-Rivalität, wie sie von Freud und Girard (“mimetisches Verlangen”) verstanden wird, sieht er eine zentrale Rolle im menschlichen Konflikt als “der Wunsch, das zu haben, was dein Bruder hat oder gar, was dein Bruder ist”. (S. 90)

Und, so schlägt er eine Lesart vor, nach der der Islam, das Christentum und das Judentum lange in einer gewalttätigen, manchmal tödlichen Umarmung eingeschlossen waren. “Ihre Beziehung ist Geschwister-Rivalität, voller mimetischer Wünsche (laut Girard): das Verlangen nach dem gleichen [Segen], Abrahams Versprechen”. (S.98)

Ismael wird von Gott gesegnet werden (15: 5, 16: 9-10, 21: 12-13, 21: 17-20). Israel ist ursprünglich für ein bestimmtes Schicksal bestimmt, aber “Gott hat gehört” Ismaels Stimme. (Wir merken, dass beide Söhne an Abrahams Grab stehen -in 25: 8-9.)

Die Geschichte von Jakob und Esau unterstreicht unser Verständnis von Gott und den Schriften. “Sobald wir das Geheimnis Jakobs dekodiert haben, wird unser Verständnis von Bund und Identität für immer verändert werden.” (S.125)

Jakob musste selbst den Segen empfangen, den Gott für ihn bestimmt hatte. “Er musste er selbst sein, kein Mensch der Natur, sondern einer, dessen Ohren auf eine Stimme jenseits der Natur abgestimmt waren, der Ruf Gottes, für etwas anderes als Reichtum oder Macht zu leben, nämlich für den menschlichen Geist als den Atem Gottes, und die Menschenwürde als das Bild Gottes”. (S.137)

Das heißt: Jakob erkennt, dass der Segen, den er von Esau genommen hat, tatsächlich nie für ihn bestimmt war, und er gibt ihn zurück. In der Vergangenheit wollte Jakob Esau sein. In der Zukunft wird er nicht darum kämpfen, Esau zu sein, sondern er selbst. In der Vergangenheit hielt er Esaus Ferse. In der Zukunft wird er sich an Gott festhalten. Er wird ihn nicht loslassen; und Gott wird Jakob nicht loslassen. “Lass Esau los, damit du frei sein kannst, Gott zu halten.” Jonathan Sacks schreibt: “Frieden kommt, wenn wir unsere Reflexion im Angesicht Gottes sehen, und den Wunsch, jemand anderes zu sein, loslassen.” (S.139)

Also müssen wir nicht vortäuschen, jemand anders zu sein, um den Segen Gottes zu bekommen. Wir werden von Gott geliebt für das, was wir sind, nicht für das, was jemand anderes ist. Wir haben alle unseren eigenen Segen.

Am Anfang dieser Bibelarbeit stellte ich drei Fragen. Jetzt kehren wir zu diesen Fragen zurück.

Erstens, wie wichtig sind Gesichter?

Gesichter sind sehr wichtig. Bei Peniel (32: 22-32) behauptet Jakob, Gott von “Angesicht zu Angesicht” gesehen zu haben. Als er später seinen Bruder trifft, sagt er: “Ich sah dein Angesicht, als sähe ich Gottes Angesicht, und du hast mich freundlich angesehen ” (33,10). Der deutsche Theologe Gerd Theissen bemerkt, dass dreimal in dieser Geschichte das Zeichen der Versöhnung ist, die Freiheit, “von Angesicht zu Angesicht” zu sehen. Und bevor Jakob seinen entfremdeten Bruder wieder trifft, sagt er (nach dem hebräischen): “Vielleicht kann ich sein Gesicht mit dem Geschenk abdecken, das vor meinem Gesicht geht; Und danach werde ich sein Gesicht sehen; Vielleicht wird er mein Gesicht aufheben.” In dem Gesicht seines Bruders sieht er das Gesicht von Gott – ein Gesicht, das er schon vorher in einem Traum und am Ufer des Jabbok gesehen hatte. In dieser Versöhnung findet Jakob den Frieden, weil er nun – schließlich – erkannte, dass Gott ihn kennt und liebt und segnet … als Jakob und nicht als Esau.

Die zweite Frage: wann sollten wir mit Gott und mit selbst kämpfen?

Wir sind in unseren Entfremdungen dazu berufen, mit Gott zu kämpfen – wie auch die Psalmisten immer die Wahrheit aussprachen, und nie versuchten, die Wahrheit vor Gott zu verbergen. Gleichgültigkeit ist die größte Sünde. Kämpfen heißt, Gott und sich selbst ernst zu nehmen. Diese Erfahrung – der Kampf mit Gott und mit mir – ist nie leicht, und ich werde immer irgendwie verwundet werden. Aber dort liegt auch der Segen.

Wir werden immer unruhig sein in einem Haus, das nicht unser ist, wenn wir die Berufung nicht akzeptieren können, die Gott für uns beabsichtigt hat. Wenn wir nach dem streben, was anderen gehört, ist es, als ob wir uns und unsere Kinder zu Feindschaften und Konflikten und Eifersucht verurteilen, aus denen wir und sie zu oft nicht entkommen können.

Und die dritte Frage: wie kann ich entdecken, was für einen Segen Gott mir geben will?

Ich kann damit anfangen, anzuerkennen, dass Gott mich liebt, und dass Gott auch meinen Bruder liebt. Wir beide können gesegnet werden. Es soll keinen Kampf geben.

Aber diese Geschichte von Jakob und Esau ist kein romantischer Hollywood-Film. Die Brüder trennen sich noch einmal. Die Versöhnung war kräftig, aber sie ist nie vollständig. Das Leben geht immer weiter.

This is the text of last night’s sermon from the stage on the Marktplatz in Halle, Germany, in the Ascension Day ecumenical service to kick off Kirchentag auf dem Weg. 

Kirchentag auf dem Weg, Halle, 25 Mai 2017

Predigt

„Du siehst mich.“ (1 Mose 16:13)

Sind diese drei Worte eine Drohung oder ein Versprechen? Als Adam und Eva merkten im Garten, dass sie nackt waren, hatten sie sofort Angst. Gott kann alles sehen. Wir sind transparent.

Vielleicht gibt es eine andere Frage: Gott sieht mich, aber wie siehe ich Gott? Heute feiern wir auch Christi Himmelfahrt, und ich möchte jetzt versuchen, diese Frage mit Bezug auf dieses seltsame Ereignis zu beantworten.

Als meine Kinder noch klein waren, fuhren wir aus dem Norden Englands nach Traun bei Linz in Österreich, um dort mit Freunden zwei Wochen Urlaub zu machen. Einige Dinge haben diesen Urlaub unvergesslich werden lassen – nicht zuletzt der vierzigste Geburtstag meiner Frau im Mauthausener Konzentrationslager … was beweist, was für ein toller Romantiker ich bin. Aber zwei andere Erinnerungen zeichnen sich aus: erstens, mein jüngster Sohn, der ungefähr zehn Jahre alt war und gar kein Wort Deutsch kannte, war erstaunt, wie riesig groß die Stadt ‘Ausfahrt’ war, wie jedes Verkehrsschild auf der Autobahn darauf hinwies; die zweite war seine inzwischen in unserer Familie legendäre Frage: “Dad, warum sagen sie auf Star Trek immer wieder, ‘Beat me up, Scottie’?”

Ich weiß, dass das schon vor langer Zeit war, aber ich erinnere mich auch daran, dass alle drei Kinder immer wieder fragten – wie eine Schallplatte mit einem Sprung: “Sind wir bald da?” Es ist ein echtes Wunder, dass sie alle die Reise überhaupt überlebt haben. 1200 Kilometer. Ich freue mich sehr darüber, dass zwei von ihnen nun ihre eigenen Kinder haben und gleichermaßen von ihnen geplagt werden. Das heißt Gerechtigkeit … Rückzahlung.

Ich erzähle diese Geschichte nicht, um zu zeigen, dass die Briten den Begriff ‘Schadenfreude’ verstehen, auch wenn wir kein Wort dafür haben. Ich erzähle sie, weil sie illustriert, was wirklich im Hintergrund der Ereignisse vor sich geht, die wir den Himmelfahrt Jesu nennen. Die Freunde Jesu haben eine schwierige Reise erlebt – eine Reise voller Drehungen und Wendungen und unerwarteten Ereignissen; und nun wollen sie einfach wissen, ob sich die Reise dem Ende nähert – dass sie schon fast da sind. Sie wundern sich nicht über Star Trek, aber sie sind immer noch darüber verwirrt, was ihre Erfahrung mit Jesus tatsächlich bedeutet, und wohin die Reise weiter geht.

Die Freunde Jesu haben erlebt, wie ihr gewöhnliches Leben durch das seltsame und beunruhigende Verhalten und die Aussagen des Zimmermanns aus Galiläa total gestört worden ist. Vorher war das Leben klar und ihre Erwartungen waren ziemlich einfach: Sie lebten unter dem Druck der römischen militärischen Besatzungskräfte; sie sehnten sich nach und beteten für den Tag, an dem sie wieder frei werden; sie sahen sich als Gottes Volk, und sie warteten auf die Rechtfertigung Gottes, auf die Wiederherstellung der wahren Ordnung der Welt, auf die Erneuerung des jüdischen Volkes. Aber, trotz aller Hoffnungen und der Versprechungen von vielen Messias, dass sie schon fast da seien, ging das Elend weiter. Ihre Welt war von politischen Intrigen, religiöser Korruption und gesellschaftlichem Unbehagen geprägt. Mit den Worten des Psalmisten beteten sie ernsthaft: “Wie lange, O Herr, wie lange…?” Wie lange müssen wir noch warten, bis Du dich als der Herr im Himmel wie auf Erden zeigst?

Dann steht Jesus auf einem Berg – genauso wie Mose einmal auf dem Berg stand und die Zehn Gebote direkt von Gott erhielt (und froh war, dass es nur zehn und nicht zwanzig Gebote waren) – und Jesus fängt an, ein neues Licht des Verständnisses auf Moses zu werfen. Wie die Israeliten, die mit Mose nach dem Exodus vierzig Jahre durch die Wüste zogen, verbringt Jesus nach seiner Taufe vierzig Tage und Nächte in der Wüste, um dort ohne Ablenkung seine Prioritäten aussortieren zu können, und um seine Ernsthaftigkeit über die ihm bevorstehende Aufgabe zu prüfen . Gleich danach wählt er seine Freunde aus, und lädt sie ein, mit ihm den Strand entlang zu laufen und ein neues Leben voll von neuen Erfahrungen und neuen Gefahren zu beginnen. Aber es scheint, dass diese Reise mit Jesus auf einem anderen Berg – das heißt Golgotha – zum bitteren und tief enttäuschenden Ende gekommen ist … aber dann noch eine andere unerwartete Wendung nimmt, als der vermeintlich tote Jesus immer wieder seine Freunde trifft. Schließlich nimmt er sie auf einen weiteren Berg mit, wo er sie beauftragt und sich dann von ihnen verabschiedet.

Während dieser drei kurzen Jahre ist das Leben dieser gewöhnlichen Männer und Frauen aus dem Bergland von Galiläa auf den Kopf gestellt worden. Sie haben – in den Worten von Markus gleich am Anfang seines Evangeliums – sich der Herausforderung der Umkehr (der Buße – metanoia) gestellt: das heißt, die Art und Weise, wie sie Gott, die Welt und sich selbst betrachten, zu ändern, … um zu verändern, wie sie über Gott, die Welt und sich selbst nachdenken, … um zu verändern, wie sie in der Welt mit Gott und einander zusammenleben.

Metanoia: eine radikale Veränderung nicht nur von, sondern auch zu einer neuen Art zu Sehen, Denken und Leben. Wir wissen, dass Gott uns sieht; aber wie sehen wir Gott?

Nun ist das ja keine einfache Sache. Zum Beispiel, wenn jemand versucht, mich zu überreden, meine Liebe für den FC Liverpool aufzugeben, um ein Fan von Manchester United oder Chelsea zu werden, könnte ich das nie tun. Nie. Es ist total unvorstellbar- unmöglich. Aber diese Männer und Frauen sind gebeten worden, die Art und Weise, wie sie über Gott denken und ihr Leben in Gottes Welt verstehen, radikal zu verändern. Wenn diese kurze Erzählung wie ein dramatisches Schauspiel ist, dann werden sie aufgefordert, in ihrer Rolle aktiv zu werden, und nicht nur darauf zu warten, bis die anderen die Verantwortung übernehmen. Sie müssen auch ihren Platz einnehmen und in dem sich entfaltenden Drama Gottes mit seinem Volk eine echte Rolle spielen.

Die klarste Beschreibung davon befindet sich im Lukasevangelium Kapitel 24. Zwei Freunde von Jesu sind auf dem Rückweg von Jerusalem; ihre Gedanken sind in Aufruhr. Sie versuchen, alles zu verstehen, was in den letzten Tagen passiert ist – aber wahrscheinlich auch was in den letzten drei Jahren mit ihnen passiert ist. Es klappt einfach nicht. Der Messias soll nicht sterben. Also war Jesus von Nazareth nur noch der neueste enttäuschende Möchte-gern-Messias, der die Hoffnungen des Volkes weckte … und dann diese Hoffnungen verriet? Diese Menschen, die Freunde von Jesu, haben gerade beobachtet, wie ihre Hoffnungen im Schmutz und Staub des Bodens von Golgotha bluteten. Sind sie wirklich verraten worden? Betrogen? Aber, wenn ja, wie sollten sie dann all die Wunder, die geheilten Menschen, die verärgerten religiösen Führer, die seltsamen umgedrehten Lehren (und so weiter) verstehen?

Der auferstandene Jesus kommt zu ihnen auf die Straße, und läuft neben ihnen her. Er geht nicht vor ihnen her; er geht auch nicht hinter ihnen her. Er geht neben ihnen her, und läuft in ihrem Tempo – in den Worten des asiatischen Theologen Kosuke Koyama, ein Gott, der drei Meilen pro Stunde geht (three mile an hour God). Dann stellt ihnen Jesus eine Frage: “Wovon redet Ihr?” Sie antworten ihm: “Über alles, was in den letzten Tagen in der Stadt passiert ist.” Jesus fragt: “Was denn?” Also fangen sie an, ihm zu erzählen, was passiert ist. Sie schütten ihre Verwirrung aus, und erzählen eine Geschichte, die keinen Sinn macht – eine Geschichte, die an der falschen Stelle endet, so als wäre, zum Beispiel, Rotkäppchen am Schluss von ihrer Oma gefressen worden.

24:19-24

Nun, wenn ich Jesus gewesen wäre, hätte ich mich nicht mit den Fragen aufgehalten, auf die ich schon die Antworten wusste. Aber Jesus fängt an, dort wo sie wirklich sind; er geht in ihrem Tempo; er lässt sie ihre verworrene Geschichte artikulieren, bevor er anfängt, die Geschichte anders zu erzählen. Er bietet ihnen eine alternative Erzählung erst dann, als diese Freunde bereit sind, sie zu hören. Später, als sie in ihrem Haus in Emmaus das Brot brechen, werden ihre Augen geöffnet: “Brannte nicht unser Herz in uns, als er mit uns redete auf dem Wege und uns die Schrift öffnete?” (Lukas 24:32)

Aber jetzt versuchen die Freunde, alles zu verstehen. Was bedeutet diese Geschichte für das Judentum? Und für die Welt? Oder für Jesus selbst? Und für sie und ihre Zukunft? Was war das alles? Ich denke, diese Geschichte erzählt uns etwas Wichtiges über Jesus, etwas über die Welt, und etwas über die Kirche.

Diese normalen Menschen haben mit Jesus von Nazareth gelebt, und sie haben beobachtet, wie er stirbt. Sie haben gewagt zu glauben, dass er der wahre Messias sein könnte. Aber jetzt fühlen sie sich nicht mehr so sicher. Jesus verlässt sie – und dabei zeigt er ganz klar und deutlich, dass Himmel und Erde nicht zwei verschiedene Orte sind, sondern zwei Dimensionen derselben Realität. Die Wolke – die in der Bibel immer mit der Gegenwart Gottes verbunden ist – verbirgt Jesus; aber die Wolke bringt ihn nicht zu einem Ort, der außerhalb der Welt – oder von der Welt entfernt – ist. Ja, er befindet sich jetzt beim Vater, aber der Vater ist nicht weit von der Welt entfernt. Wie in der Offenbarung Kapitel 21 kommt der Himmel auf die Erde, so ist Gott in Jesus zu uns gekommen, und so wird Jesus eines Tages den Himmel und die Erde wieder zusammenbringen.

Bei der Himmelfahrt geht es nicht um den Abschied oder die Abwesenheit Jesu, sondern vielmehr geht es um die Anwesenheit von Jesus dort, wo wir sind, und nicht nur dort, wo sich sein Körper befindet. Bei der Himmelfahrt Jesu kommen Himmel und Erde auf eine neue Art und Weise zusammen – mehr verkörpert, nicht weniger.

Die Himmelfahrt sagt, wer Jesus ist. Er ist der Herr des Himmels und der Erde, identifiziert und unmittelbar verbunden mit Gott, dem Schöpfer, dem Liebhaber, dem Erlöser, dem Vergeber, dem Retter der Welt. Und die Welt steht nun vor einer Herausforderung. Während die Seelen der römischen Kaiser sichtbar in den Himmel aufstiegen (damit sie nach ihrem Tod als Götter betrachtet werden konnten), steigt jetzt Jesus mit Körper, Geist und Seele auf – diese drei identifizierbar und klar in einer Einheit miteinander verbunden.

Dieses Ereignis bietet uns eine neue Art, die Welt und die Menschlichkeit zu begreifen. Jesus ist in der Welt, aber er steht auch vor der Welt; hier spricht er immer noch in die Widersprüche und Verwirrungen der Welt, und bietet den Menschen einen neuen Weg, Gott, die Welt und andere Menschen zu sehen, und in der Welt zu leben. Viel mehr könnte hier gesagt werden, aber es genügt an dieser Stelle, dass die Mächte der Welt – und Annahmen über die Macht – grundsätzlich von dem auferstandenen Christus herausgefordert werden – von dem Christus, der über den Tod in ein neues Leben hinausgeht, um die Welt zu einer neuen Hoffnung und die Kirche zu einem neuen Glauben aufzufordern.

Und wie sollte die Kirche die Himmelfahrt verstehen? Und wir? Schauen wir uns die Geschichte noch einmal an.

Als sie sich auf dem Berg versammeln, hören die Freunde Jesu, dass sie nicht mehr Beobachter sind, sondern Akteure, die an der verwandelnden und anspruchsvollen Arbeit Gottes in der Welt teilnehmen. Jesus hat gelebt, ist gestorben, ist auferstanden und hält nun den Himmel und die Erde zusammen. Es ist jetzt die Verantwortung, die Pflicht und die Freude seiner Freunde, auf die Bühne zu kommen. Vorher waren sie ein bisschen wie das Publikum im Theater; jetzt aber sollen sie die Akteure auf der Bühne werden, die die Geschichte erzählen, die das Drama kreativ leben, die die richtige Sprache und den Blickwinkel finden, mit denen man diesem Publikum – diesen Zuschauern – die Möglichkeit anbieten kann, selbst in das Drama hineingeholt zu werden und selbst Akteure zu werden.

Natürlich können wir nicht einfach neue Charaktere erschaffen, oder die Geschichte mit einem bequemeren Ende erzählen. Wie alle guten Künstler müssen wir uns Zeit nehmen, um die Geschichte zu erlernen, ihre Linie und ihre erzählerischen Lücken zu erforschen, die Sprache auszuprobieren und die richtigen Worte und Sprachbilder zu betonen. Aber wir müssen auch mit den Charakteren und der Erzählung übereinstimmen, die wir geerbt haben. Wir müssen im Bild bleiben – “im Charakter” sein.

Das ist dann die Berufung der Kirche: Zeugen zu sein unserer Begegnung mit dem auferstandenen Jesus, der die Art und Weise verändert hat, wie wir die Welt betrachten, wie wir die Welt sehen, wie wir über die Welt denken und wie wir in der Welt leben. Wie die römischen Herolde, die die Nachricht vom Beitritt eines neuen Kaisers in die Weiten des Reiches getragen haben, ist die Aufgabe der Kirche, der Welt zu sagen, dass Cäsar nicht Herr des Himmels und der Erde ist, sondern dass Jesus Christus der Herr ist. Nicht der IWF, die EU, die Brexiteers oder Donald Trump. Jesus ist Herr, und soll angebetet, geliebt, nachgefolgt und gehorcht werden. Wir sind die Menschen, deren Verstand verwandelt, deren Herz befeuert, deren Wollen gestärkt worden ist und deren Fantasie eine Farbexplosion erlebt hat. Wir sind die Jesus-geformten Menschen, die nicht mehr von Angst getrieben, sondern von der Hoffnung gezogen werden. Wir können nicht umhin, der Welt zu sagen, was wir in Jesus gesehen und erlebt haben – in dem Jesus, der lebte, der gestorben ist, der auferstanden und aufgefahren ist, und der mit dem Vater und in der Kraft des Heiligen Geistes herrscht.

Als meine Diözese vor drei Jahren neu gegründet wurde, musste ich eine Vision artikulieren. Ich formulierte eine einfache Aussage, die erklärt, was immer die Berufung der Kirche war: Wir wollen eine Kirche werden, die zuversichtliche Pfarrer ausrüstet, deren Auftrag es ist, zuversichtliche Christen wachsen zu lassen, deren Auftrag es ist, die gute Nachricht von Jesus Christus in unserem Teil des Nordens von England zu erzählen und auszuleben. Wir haben dann diese Aussage auf drei Begriffe konzentriert: Überzeugte Christen, wachsende Kirchen, verwandelnde Gemeinschaften. Später haben wir unsere Werte als: Loving, Living, Learning artikuliert. Wir lieben Gott, die Welt und unsere Nachbarn wie uns selbst; wir leben in der realen Welt und sind der heutigen Welt verpflichtet, Körper, Geist und Seele – eine Inkarnationskirche. Manchmal richten wir ein Durcheinander ein mit unserer Berufung, also müssen wir Demut und die Freiheit haben, zu lernen.

Das ist nur eine Möglichkeit, zu tun, was die Himmelfahrt uns bietet.

„Du siehst mich.“ Und jetzt siehe ich, dass Gott mich liebt.

In den Worten von Paulus im Römerbrief Kapitel 12: “Ich ermahne euch nun, Brüder und Schwestern, durch die Barmherzigkeit Gottes, dass ihr euren Leib hingebt als ein Opfer, das lebendig, heilig und Gott wohlgefällig sei. Das sei euer vernünftiger Gottesdienst. Und stellt euch nicht dieser Welt gleich, sondern ändert euch durch Erneuerung eures Sinnes, auf das ihr prüfen könnt, was Gottes Wille ist, nämlich das Gute und Wohlgefällige und Vollkommene.”

Amen

Yesterday my dad was 86 years old. Today at least 22 families will wake up to a world in which their own children will have found their life ended young. The loss can only be indescribable. Life will never be the same again; the sense of injustice will not be comprehended.

The cowardice of the perpetrator is striking. Isn’t it brave and principled to target unwitting children and young people?

The emergency services, along with ordinary people who responded heroically, represent the best of a society that refuses to regard such events as ‘normal’. It is shocking, a crime and a sin beyond words.

The words that haunt me come from a poem written three thousand years ago:

How long must I bear pain in my soul, and have sorrow in my heart all day long? (Psalm 13:2)

The depths of human perversion are evident. My prayer is that those whose lives have been torn apart by this atrocity will be drawn by a profound hope and not devastated by fear.

May the crucified and risen One shine light into this darkness and bring some peace.

Well, it’s probably pushing it a bit to describe the current same-old-same-old game as feverish. The bandying around of numbers remains as tedious and pointless as ever – as we learned from the EU Referendum last June, nothing promised will matter for one second past the result being announced.

It is this sort of sense that sparked the Archbishops of Canterbury and York to publish a pastoral letter to the Church of England yesterday, rejecting both apathy and cynicism, and encouraging Christians in particular to be responsible citizens and vote. Many of us are experts at complaining endlessly about government, politics and politicians whilst not actually bothering to engage in the democratic process.

The text speaks for itself, so, for those wondering what it says, here it is:

The season of Easter invites us to celebrate and to renew our love of God and our love of neighbour, our trust and hope in God and in each other. In the midst of a frantic and sometimes fraught election campaign, our first obligation as Christians is to pray for those standing for office, and to continue to pray for those who are elected. We recognise the enormous responsibilities and the vast complexity of the issues that our political leaders face. We are constantly reminded of the personal costs and burdens carried by those in political life and by their families.

Our second obligation as Christians at these times is to set aside apathy and cynicism and to participate, and encourage others to do the same. At a practical level that could mean putting on a hustings event for candidates, volunteering for a candidate, or simply making sure to vote on Thursday 8th June. The Christian virtues of love, trust and hope should guide and judge our actions, as well as the actions and policies of all those who are seeking election to the House of Commons and to lead our country.

This election is being contested against the backdrop of deep and profound questions of identity. Opportunities to renew and reimagine our shared values as a country and a United Kingdom of Great Britain and Northern Ireland only come around every few generations. We are in such a time.

Our Christian heritage, our current choices and our obligations to future generations and to God’s world will all play a shaping role. If our shared British values, that is, what life in Britain has taught us to appreciate most, what we see as fundamental to one another’s happiness and prosperity, and what we believe ourselves called as nation to stand for in the world – if these values are to carry the weight of where we now stand and the challenges ahead of us, they must have at their core, cohesion, courage and stability.

Cohesion is what holds us together. The United Kingdom, when at its best, has been represented by a sense not only of living for ourselves, but by a deeper concern for the weak, poor and marginalised, and for the common good. At home that includes education for all, the need for urgent and serious solutions to our housing challenges, the importance of creating communities as well as buildings, and a confident and flourishing health service that gives support to all – especially the vulnerable – not least at the beginning and end of life. Abroad it is seen in many ways, including the 0.7% aid commitment, properly applied in imaginative ways, standing up for those suffering persecution on grounds of faith, and our current leading on campaigns against slavery, trafficking, and sexual violence in conflicts.

Courage, which includes aspiration, competition and ambition, should guide us into trading agreements that, if they are effective and just, will also reduce the drivers for mass movements of peoples. We must affirm our capacity to be an outward looking and generous country, with distinctive contributions to peacebuilding, development, the environment and welcoming the stranger in need. Our economic and financial systems at home and abroad should aim to be engines of innovation, not simply traders for their own account. The need for a just economy is clear, but there is also the relatively new and influential area of ‘just finance’, and there are dangers of an economy over-reliant on debt, which risks crushing those who take on too much. Courage also demands a radical approach to education, so that the historic failures of technical training and the over-emphasis on purely academic subjects are rebalanced, growing productivity and tackling with vigour the exclusion of the poorest groups from future economic life.

Stability, an ancient and Benedictine virtue, is about living well with change. Stable communities will be skilled in reconciliation, resilient in setbacks and diligent in sustainability, particularly in relation to the environment. They will be ones in which we can be collectively a nation of ‘glad and generous hearts’. To our concern for housing, health and education as foundations for a good society, we add marriage, the family and the household as foundational communities, which should be nurtured and supported as such, not just for the benefit of their members, but as a blessing for the whole of society.

Contemporary politics needs to re-evaluate the importance of religious belief. The assumptions of secularism are not a reliable guide to the way the world works, nor will they enable us to understand the place of faith in other people’s lives. Parishes and Chaplaincies of the Church of England serve people of all faiths and none. Their contribution and that of other denominations and faiths to the well-being of the nation is immense – schools, food banks, social support, childcare among many others – and is freely offered. But the role of faith in society is not just measured in terms of service-delivery.

The new Parliament, if it is to take religious freedom seriously, must prioritise working with religious leaders, the media, and the educational profession to address the improvement of religious literacy. More immediately, if we aspire to a politics of maturity and generosity, then the religious faith of any election candidate should not be treated by opponents as a vulnerability to be exploited. We look forward to a media and political climate where all candidates can feel confident that they can be open about the impact of their faith on their vocation to public service.

Religious belief is the well-spring for the virtues and practices that make for good individuals, strong relationships and flourishing communities. In Britain, these embedded virtues are not unique to Christians, but they have their roots in the Christian history of our four nations. If treated as partners in the project of serving the country, the churches – and other faiths – have much to contribute to a deep understanding and outworking of the common good.

Political responses to the problems of religiously-motivated violence and extremism, at home and overseas, must also recognise that solutions will not be found simply in further secularisation of the public realm. Mainstream religious communities have a central role to play; whilst extremist narratives require compelling counter-narratives that have a strong theological and ideological foundation.

Cohesion, courage and stability are all needed in our response to the continuing national conversation about migration and refugees. Offering a generous and hospitable welcome to refugees and migrants is a vital expression of our common humanity, but it is not without cost and we should not be deaf to the legitimate concerns that have been expressed about the scale of population flows and the differential impact it has on different parts of society. The pressures of integration must be shared more equitably.

These deep virtues and practices – love, trust and hope, cohesion, courage and stability – are not the preserve of any one political party or worldview, but go to the heart of who we are as a country in all of its diversity. An election campaign, a Parliament and a Government that hold to these virtues give us a firm foundation on which to live well together, for the common good.

We keep in our prayers all those who are standing in this election and are deeply grateful for their commitment to public service. All of us as Christians, in holding fast to the vision of abundant life, should be open to the call to renounce cynicism, to engage prayerfully with the candidates and issues in this election and by doing so to participate together fully in the life of our communities.

In the Name of our Risen Lord,

+Justin Cantuar +Sentamu Eboracensis

This is the script of this morning’s Pause for Thought on BBC Radio 2’s Chris Evans Show.

It’s funny what floats up to the surface of the memory when you’re bored. I was stuck on a train the other day and the words I couldn’t get out of my head were the repeated cry of a poet three thousand years ago: “How long, O Lord, how long?” Now, I guess his plight was more existentially challenging than mine; but, they were the words I couldn’t shake off.

A bit like the blues, really.

I well remember sitting in my car on holiday listening to Eric Clapton’s album Pilgrim. I was haunted by one song in particular which went by the miserable title of River of Tears. That perfect combination of weeping guitar and a voice wrenched from the depths of the heart tore through my soul. It still does nineteen years later.

What is it about the blues that cuts through the rubbish and distractions of a busy mind and brings tears to the eyes?

The other day I was driving through the Yorkshire Dales on a gorgeous sunny day – someone has to do this job – listening to the new Imelda May album, written after her divorce and coloured by the sadness of loss. Where did my tears come from?

I think what’s going on here is quite simple – and common. Life is a rollercoaster of joy and sadness, hope and despair, creativity and loss. We all know what it’s like to run through the daily routine only to have it disturbed by unwelcome news or worse. We discover that we are not in control after all and that we are more fragile than we thought we were. It’s as if the veneer of self-sufficiency is stripped away and the rawness of reality exposed.

And that’s why the blues get straight through the skin and move the heart. It’s why the words of the poet, the Psalmist, offer a vocabulary for when words fail us: how long, O Lord, how long? And, I think, we can find amid the pain that we are never alone in this experience – that it isn’t to be feared – that even God cries out in cross-shaped grief.

Or, in the words of Imelda May: “I’m damned if I show it but I can’t shake this feeling away.”