I am in Erfurt, Germany, to preach at the Reformation Day service in the Augustinerkirche where Martin Luther studied at the university and became a monk. Having arrived on Friday, we have had a packed programme, including a brilliant (though largely incomprehensible) concert in the Michaeliskirche last night – great guitar playing, especially), meetings with groups of people, a visit to a 'pilgrim church' at Schmira, a day in Weimar, and a visit to the former Stasi prison in the Andreasstraße in Erfurt today.

Yesterday was my first visit to Weimar. This is the place where in 1919 the constitution was drawn up that gave its name to the republic that was created in the humiliating aftermath of defeat in World War One. Yet it is also the place where Goethe, Schiller, Herder and Nietzsche spent their finest and most productive years. Here the culture of what became known as the Enlightenment flourished.

(An aside: one of the best stories we heard was of the pastor of the church in the centre where we attended the morning service. In the sacristy there is a portrait of him. His name was Wessel and he came from an upper-class line of distinguished clergy and military officers. When during the War the poor of Weimar couldn't afford a Christmas tree or presents for their children, he put a “tree for everyone” on the steps of the church and got gifts for the children of the town. He supported Hitler at the beginning, but gradually saw where it was all heading. He resisted and eventually was sent to Buchenwald. He survived only because Hitler pardoned him, leaving him to return to Weimar a da totally broken man. Why did Hitler pardon him? Because he was related to Horst Wessel, whose song – the Horst Wessel Lied – became almost the national anthem of the Nazis. Resistance was brutal and costly.)

The Enlightenment flourished partly as a reaction to the horrendous bloodshed in conflicts that were rooted in the sorts of religious and political power games that emanated from the Reformation. Never again should religion be allowed space in the political sphere: reason and rationality should thenceforth define genuine humanity and humanism. It is not hard to follow the logic and the sentiment. Speaking of Martin Luther today in the Augustinerkirche, there also had to be an acknowledgement of the less-than-gracious elements of his character, to say nothing of his appalling antisemitism. (Like his bowel problems, it got worse as he got older.)

Yet, getting rid of religion in favour of faith in rationalism did not quite go according to plan, did it.

The train from Erfurt to Weimar takes you past Buchenwald. Just around the corner from the famous statue of Goethe and Schiller in front of the theatre in Weimar is the hotel where Adolf Hitler was greeted by the idolatrous crowds that claimed the poets and Herder as their intellectual and cultural heritage.

My point is simple. The problem of the human bias to destructiveness is evidenced in religious conflict and the lust for power at any level. It is not cured by rationalism. How is that the culture, philosophy and idealism of Goethe, Schiller, Herder, etc. was so easily corrupted within a century or less by a populace drawn to populism, fascism and mass slaughter?

If the bloodbaths of religious wars in Europe led to a better way, then that better way also led to Buchenwald and the Stasi. Now listen to the rhetoric of the far right wing groups springing up in Germany and across Europe, blending the language of dehumanising hate under the guise of “cultural realism”.

 

This is the text of my sermon from this morning's celebration of Reformation Day in Erfurt, Germany. The service, which included a wonderful Bach cantata with orchestra and choir, took place in the Augustinerkirche which is where Martin Luther became and served as a monk. Today kicks off the Reformation Year – 500 years since Martin Luther allegedly nailed his 95 Theses to the door of the Schloßkirche in Wittenberg and set off events in Europe that have deeply shaped it ever since.

Ich rede von der Gerechtigkeit vor Gott, die da kommt durch den Glauben an Jesus Christus zu allen, die glauben. Denn es ist hier kein Unterschied: sie sind allesamt Sünder und ermangeln des Ruhmes, den sie bei Gott haben sollten, und werden ohne Verdienst gerecht aus seiner Gnade durch die Erlösung, die durch Christus Jesus geschehen ist. (Römerbrief 3:21ff)

The Cranach Altar in Weimar

Vor kurzem ging ich in eine Buchhandlung hinein. Ich wollte eine neue Biografie von Martin Luther kaufen. Ich fand den Verkäufer und sagte: “Wo finde ich die neue Biographie von Martin Luther von Professorin Lyndall Roper?” Er sagte mir: “OK… Martin Luther King…” “Nein,” sagte ich, “Martin Luther”. “Oh?” sagte der Verkäufer, “wer ist er? Nie habe ich von ihm gehört.” Ich war ein Bisschen überrascht und erklärte langsam: “Martin Luther war vor fünfhundert Jahren ein Mönch in Deutschland. Er machte die protestantische Reformation in Europa auf, und er änderte die Welt für immer.” “Oh?” sagte der junge Mann. “Wie interessant! Wahrscheinlich finden Sie das Buch unter dem Titel 'Religion'.” Endlich habe ich das Buch am zweiten Stock unter dem Titel 'Deutsche Geschichte' gefunden.

Wie ist es möglich, dass heute ein gut ausgebildete Hochschulabsolvent keine Ahnung hat, wer Martin Luther war? Aber dort liegt die große Herausforderung. In England interessiert man nicht sehr für die Reformation vor fünfhundert Jahren in Wittenberg. (Vielleicht erklärt diese kurze Geschichte, warum so viele Briten aus der Europäischen Gemeinschaft hinaustreten wollten – sie haben keine Ahnung, wovon sie kommen oder woher sie stammen.)

Das ist eine ernste Angelegenheit – eine wichtige Herausforderung. Wenn wir unsere eigene Geschichte vergessen, dann verlieren wir unsere Identität. Wenn wir vergessen, woher wir gekommen sind, dann können wir nicht wissen, wer wir sind. Und wir können nicht unsere gemeinsame Zukunft formen, wenn wir unsere gemeinsame Vergangenheit nicht anerkennen.

Martin Luther hat die gleiche Bibel gelesen, die wir lesen heute. Als er die Alte Testament studierte, sicherlich muss er die Warnungen notiert haben, die den Israeliten gegeben wurden, bevor sie ins versprochene Land zum ersten Mal betraten. Die Geschichte geht so. Die Israeliten waren über vierhundert Jahre als Sklaven in Ägypten, und ihr Leben wurde ein unerträgliches Leiden. Sie konnten sich nicht aus eigener Hand befreien. Mit Hilfe von Moses, Fröschen und Plagen wurden sie endlich von Gott befreit. Aber sie tauschten nicht sofort die Unterdrückung für die Freiheit, sondern mussten vierzig Jahre in der Wüste verbringen, so dass eine ganze Generation von Beschwerdeführer, Romantiker und anderen Menschen aussterben würde, die von Nostalgie getrieben werden. Während dieser harten Jahre mussten die Israeliten versuchen, eine wichtige Wahrheit zu lernen, und zwar: ihr seid von der Unterdrückung befreit worden – das ist klar; aber wofür seid ihr befreit worden? Menschen vergessen sehr schnell.

Deshalb ist das Volk von Moses angeleitet worden, einen jährlichen Ritualkalendar zu errichten. Regelmäßig durch das Jahr mussten die Israeliten Rituale durchführen, die praktisch zur Erinnerung die Geschichte des Volkes brachten. Sie mussten nicht nur spirituell darüber nachdenken, sondern mit Körper und Stimme diese Geschichte feiern und erzählen.

Zum Beispiel in Deuteronomium 26:

Wenn du in das Land kommst, das dir der HERR, dein Gott, zum Erbe geben wird, und es einnimmst und darin wohnst, so sollst du nehmen die Erstlinge aller Feldfrüchte, die du von deinem Lande einbringst, das der HERR, dein Gott, dir gibt, und sollst sie in einen Korb legen und hingehen an die Stätte, die der HERR, dein Gott, erwählen wird, dass sein Name daselbst wohne, und sollst zu dem Priester kommen, der zu der Zeit sein wird, und zu ihm sagen: Ich bekenne heute dem HERRN, deinem Gott, dass ich gekommen bin in das Land, das der HERR, wie er unsern Vätern geschworen hat, uns geben wollte. Und der Priester soll den Korb aus deiner Hand nehmen und ihn vor dem Altar des HERRN, deines Gottes, niedersetzen. Dann sollst du anheben und sagen vor dem HERRN, deinem Gott: Mein Vater war ein Aramäer, dem Umkommen nahe, und zog hinab nach Ägypten und war dort ein Fremdling mit wenig Leuten und wurde dort ein großes, starkes und zahlreiches Volk.” Usw.

Mit anderen Worten: “Vergiss nicht, das du einmal Sklaven warst – dass du nichts hattest, und dich selbst nicht von den Ägypten befreien konntest. Denn, wenn du deine eigene Geschichte vergisst, wirst du schnell andere Menschen als deine Sklaven behandeln. Um diese Entwicklung zu vermeiden, musst du einige Rituale etablieren, die das Volk daran erinnern werden, woher sie kommen. Diese regelmäßige Erzählungen der Volksgeschichte wird dazu helfen, dass die Perspektive richtig gehalten wird und ihre Prioritäten hinterfragt werden.”

Aber was hat diese Geschichte der alttestamentarischen Ritualen mit der lutherischen Reformation zu tun? Oder mit der einen Welt, die das Jahresthema der EKD im Jahre 2016 heißt? Manche von uns werden das für offensichtlich halten: das heißt, die Kirche von heute muss von ihrer Geschichte lernen – nicht nur um ehrlich von den schlechten Erinnerungen zu lernen, sondern auch um auf den guten aufzubauen. Zum Beispiel, wir wissen, dass Martin Luther von der Gnade Gottes überrascht war; dass er vom Angst befreit wurde; dass er die Liebe Gottes erfuhr. Aber er war in seinem Verhalten mit anderen Menschen nicht immer gnädig.

Aber er veränderte die Welt. Er öffnete die Bibel für künftige Generationen von Menschen, die auch die Geschichte von Gott und Menschen immer neu lernen möchten. Er war kein plastischer Heiliger, sondern ein echter Mensch wie du und ich.

Wir wissen ja, dass die heutige Welt nicht die Welt von Martin Luther ist. Aber trotz den dramatischen Unterschieden zwischen 1517 und 2016 bleibt die Berufung – das heißt, die Mission – der Kirche einfach und klar: sie ist dazu berufen, der Welt zu zeigen, wer Gott ist und wie Gott sich behandelt. Gott befreit den Menschen von der Sklaverei – deshalb müssen die Befreiten auch anderen von ihren Sklavereien befreien. Wenn wir die Liebe Gottes genießen, dann müssen wir auch unsere Nachbarn lieben. Das ist die klare und einfache Logik des Evangeliums. Die Kirche von Jesu Christi sollte so aussehen, als den Jesus, den wir in den Evangelien sehen. Die Kirche sollte die gute Nachricht der Gnade Gottes mit der Stimme von Jesus selbst aussprechen. Und das ist die einzige Prüfung unserer Treue als Kirche. Wir sind immer noch dazu berufen, der Welt zu zeigen, wie es aussieht, als Individuen und Gemeinden von der Gnade Gottes befreit zu werden – frei zu dienen, frei zu lieben, frei zu vergeben, frei wie der Prophet Micah, der schrieb: “Recht tun, Liebe (besser Barmherzigkeit) üben und demütig wandeln mit deinem Gott.” Das beschreibt die prophetische Rolle der Kirche Jesu Christi.

Nun, ich weiß, dass die Erfahrung der Kirche von England sich von der Erfahrung der Kirchen in Deutschland unterscheidet.

Die Kirche von England ist eine sonderbare Kirche: eine reformierte katholische Kirche – wahrscheinlich die einzige solche Kirche in der Welt. Das englische Christentum war weniger von der lutherischen Reformation geprägt als von Jean Calvin und einem König, der sich in zu viele Frauen verliebte. Ehrlich muss ich sagen, das Heinrich die Reformation meistens als hilfreich in seinen Streiten mit dem Papst betrachtete. Es ging um die Macht, die königliche und politische Unabhängigkeit. Es ging nicht primär um die Religion, um theologische Fragen oder um die Gnade Gottes. Und nach dem Tod von Heinrich ging die größte Herausforderung um die Einheit von England als Nation, als Land. In einer getrennten oder geteilten Welt, wie können die Menschen – das heißt, die Katholiken und Protestanten – in einer Kirche zusammengehalten werden? Die Antwort war: common prayer (gemeinsames Gebet) und Gesetze, die eine einzelne Kirche für England schufen. Aber heute weißt auch der Papst nicht genau, ob die Kirche von England katholisch oder protestantisch ist: sie ist beide. Also, alles klar!

Die Kirche von England ist territorial organisiert. Das heißt, ein Gemeindepfarrer ist nicht nur der Kapitän seines Kirchenschiffs, sondern auch der Pfarrer aller Menschen, die in seiner Gemeinde wohnen oder arbeiten. Das bringt nicht nur gesetzliche Verantwortung und eine generelle Verfügbarkeit für alle, die dort leben, mit sich, sondern auch eine unvermeidliche Verpflichtung für das Wohlbefinden der ganzen Gemeinde, und verleiht darüber hinaus dem gesamten geistlichen Amt eine missionarische Perspektive – was bedeutet, auf diejenigen in der Gemeinde zuzugehen, die Gottes ‚frohe Botschaft‘ bislang weder gehört noch erfahren haben.

Das heißt, dass die Kirche sich zu jeder Zeit erinnern muss, warum die Kirche da ist und wozu die Kirche eigentlich existiert. Die Kirche von England ist eine Kirche für England.

Aber wie erfüllen wir die Aufgabe, die gute Nachricht von Gottes Gnade unserer Generation zu bringen?

Heutzutage müssen wir einfallsreich, selbstbewusst und fantasievoll sein, wenn wir den Ort und die Bedeutung des christlichen Glaubens für das persönliche und das öffentliche Leben beschreiben und dafür streiten wollen. Wir müssen Wege finden, das Evangelium von Jesus Christus so zu beschreiben – und als Zeugen dieses Evangeliums zu leben – die Menschen zum Glauben und zur Kirche ziehen.

In meiner Diözese haben wir drei Stichworte identifiziert, die uns eine Linse bieten, durch die wir unsere Aufgabe verstehen können: LOVING. LIVING. LEARNING. Lieben. Leben. Lernen. Vorher hatten wir: CONFIDENT CHRISTIANS. GROWING CHURCHES. TRANSFORMING COMMUNITIES. Zuversichtliche Christen. Wachsende Kirchen. Verwandelnden Gemeinden. Diese waren Stichworte für diejenige, die schon Kirchenmitglieder sind. Lieben, Leben, Lernen spricht zu denjenigen, die außerhalb der Kirche stehen. Wir lieben Gott und unsere Nachbarn und die Welt, die Gott liebt. Wir lieben das Leben und streben nach der Wohlergehen der ganzen Gesellschaft. Wir wollen, dass jeder Mensch aufblüht (oder gedeiht). Aber wir müssen uns immer demütig verhalten und aus unseren Fehlern lernen.

Die Kirche von England lernt, den Menschen dort zu begegnen, wo sie tatsächlich sind (und nicht, wo wir wünschten, dass sie sein sollten) und sie lernt in Sprachen zu sprechen, die gehört und verstanden werden können. In den letzten fünfzehn Jahren haben wir tausende Projekte entwickelt, die wir „fresh expressions of church“ nennen: neue, frische Gesichter oder Ausdrucksweisen der Kirche. Dazu zählen innovative Gemeindeformen in Clubs, Kneipen, in Privathäusern oder sogar in Firmen. Nach und nach ermutigt das die Anglikaner, immer neu darüber nachzudenken, wie man Menschen in ihren jeweiligen Lebenszusammenhängen erreichen kann.

Diese veränderte Welt hat der Kirche von England aufgezwungen, sich umzugestalten – und diese Herausforderung ist von vielen Pfarrern und Laien nicht leicht angenommen worden. Sich zu ändern ist nie einfach.

Aber, die Welt hat sich verändert. Und meiner Meinung nach ist es sinnlos und eine verpasste Chance, nur darüber zu klagen. Wenn die Kirche ihren Auftrag erfüllen will, muss sie die Sprache der heutigen Welt erstens verstehen und zweitens sprechen können. Wir müssen uns daran erinnern, dass die biblische Geschichte uns zeigt, dass Gott sein Volk dazu beruft, so zu leben, dass die Menschen, die mit der christlichen Gemeinde in Kontakt kommen, etwas von dem Christus erfahren, von dem wir in den Evangelien lesen.

Ich möchte dies anhand einer persönlichen Erfahrung illustrieren. Von Mai 1992 bis April 2000 war ich Pfarrer in Rothley. Die Kirche existiert dort seit 860 nach Christus. Mein Auftrag war es, die Menschen zu erreichen, die nicht in die Kirche kamen. Ganz am Anfang meiner Zeit als Pfarrer habe ich eine Entscheidung getroffen, die die Wahrnehmung der Kirche ziemlich veränderte….

In diesem Dorf (mit ungefähr 6000 Einwohnern) gibt es fünf Pubs. Wunderbar! Was für eine schwere Belastung war meine Arbeit! Jedes Lokal hat seinen eigenen Charakter und seine ganz eigene, um nicht zu sagen: eigenartige Klientel. An einem Montag ging ich in das ‚old village‘ Pub – the Old Crown -, wo zwei Männer Billard spielten. Sonst niemand. Ganz leer. Ich sprach mit dem Wirt und fragte ihn: ‚ Es ist fast leer heute Abend. Ist es immer so?‘ ‚Es ist Montag,‘ sagte der irritierte Mann. ‚Ist es immer so am Montag?‘ fragte ich. Der Wirt schaute mir in die Augen und sagte: ‚Es ist Montag. Das heißt nach dem Wochenende!‘ Ich dachte einen Moment nach und fragte ihn: ‚Darf ich den Pub am Montag in drei Wochen haben – und ich verspreche, dass viele Menschen kommen werden?‘ ‚Du möchtest das private Zimmer hinter der Bar haben, oder?‘ ‚Nein,‘ sagte ich, ‚ich will den ganzen Pub haben.‘ Endlich stimmte er zu.

Zu dieser Zeit hatte ich nur eine Computergraphik: eine Bierpumpe. Ich machte einige Plakate und verteilten sie überall im Dorf: ‚Pump the Vicar in the Old Crown‘ (den Pfarrer in der Alten Krone anzapfen) – ‚pump‘ auf Englisch kann auch bedeuten: ‚jemandem viele Fragen stellen‘. Also: ‚Pump the Vicar in the Old Crown – um 20 Uhr, Montag den blah blah blah… Keine Tabus!’

An diesem Montag kamen fast 70 Menschen. Um 20 Uhr stand ich auf (mit meinem Pint) und sprach nur fünf Minuten lang von Jesus. Ich sagte, dass es sich wirklich lohnt, als Erwachsener einen zweiten Blick auf Gott und Jesus Christus zu werfen. Ich sprach nur kurz, aber provozierend. Danach fingen wir an zu diskutieren. Was meinen Sie, um wie viel Uhr bin ich wohl nach Hause gekommen? Gegen 1 Uhr am Morgen. Danach haben wir regelmäßig ‚Pump the Vicar‘ organisiert.

Einmal war ich in einem BBC Studio in London und die Radiomoderatorin stellte mir plötzlich eine Frage: Wofür ist die Kirche eigentlich? Was ist der Sinn der Kirche? In solchen Umständen hat man keine Zeit, um eine gute Predigt aus der Tasche herauszuziehen. Ich sagte: “Die Aufgabe der Kirche ist es, den Raum zu schaffen, in dem die Menschen finden können, dass sie schon von Gott gefunden worden sind.”

Ich denke, dass auch der Mönch von Erfurt, Martin Luther, diesen Begriff entdeckte, als er begann, die Gnade Gottes zu erleben und verstehen. Der gnädige Gott lässt sich nicht gekauft oder manipuliert werden. Alles ist Gnade. Und wenn wir denken, dass wir ihn gefunden haben, finden wir, dass er schon auf uns gewartet hat – wie bei dem sogenannten verlorenen Sohn, der entdeckte, dass Gottes Barmherzigkeit größer ist als menschliches Versagen. “Gott aber erweist seine Liebe zu uns darin, dass Christus für uns gestorben ist, als wir noch Sünder waren.” (Römerbrief 5:8) Das ist Gnade.

In dieser angstvoller Welt können wir – wie auch Martin Luther zu seiner Zeit – zuversichtlich und hoffnungsvoll auf Gott vertrauen. Wir werden an unsere Geschichte erinnern und davon lernen. Semper reformanda. Die Gnade Gottes bleibt bestehen.

“Sie werden ohne Verdienst gerecht aus seiner Gnade durch die Erlösung, die durch Christus Jesus geschehen ist.”

Im Namen des Vaters, des Sohnes, und des heiligen Geistes. Amen.

 

Yesterday was Remembrance Day (der Volkstrauertag) in Germany.

I left Erfurt on Sunday afternoon, having taken part in the morning service in the Predigerkirche. This is where Meister Eckhart was the prior, and you can still touch the wood that he touched when leading his Dominican monks in worship here in the late thirteenth and early fourteenth century.

The service was packed – loads of young families with loads of children, elderly people, and everything in-between. The Lektorin who preached was excellent. I just brought a Grußwort at the beginning of the service, then enjoyed the rest of it without responsibility.

It's always instructive to share in someone else's memory. The poignant-yet-triumphant patriotism that sometimes characterises Remembrance Day events in England was entirely absent. Not only is Volkstrauertag for remembering the dead and the fallen in war, but it is also for rehearsing what caused war in the first place.

No romanticism, then, in the place where Hitler did his worst – and even the Roman Catholic Cathedral still has a wooden carving in the chancel of a Christian crusader knight on his horse fighting (and defeating) a Jew riding a pig. No sanitising of history here in order to shape a different – or more convenient – narrative. No hiding behind fantasy from the shocking consequences of conventional inhumanity or fearful silence.

I was reminded of a line from RS Thomas's poem The Evacuee: “… she leaped from a scorched story of the charred past”.

The other place that brings this home is outside the Stadtkirche in Wittenberg. This is the town where in 1517 Martin Luther allegedly nailed his 95 Theses to the door of the Schlosskirche, thus igniting what became the Reformation. This is where the grace of God was found and proclaimed… and where the Stadtkirche still has built into its exterior (just below the eaves of the south-east end) a relief of Jews being baited in a pig sty. It could have been removed as an offence – and this was considered at the time it was rediscovered after German reunification when buildings neglected by the soulless DDR were being renovated in the 1990s. But, it was kept as a reminder that history cannot simply be removed in order to temper our contemporary sensibilities… and beneath it was placed a permanent memorial to the Jews of Wittenberg who experienced a more contemporary form of the old brutality.

Sitting there in Meister Eckhart's church yesterday morning another German memory revived in my mind. In 1999 I stayed for five weeks with German friends in Jakarta, Indonesia. While there I was taken on a trip through Bandung and other places. Up in the hills one day we drove for miles, visiting a tea plantation and then heading up into the terraced hills. Way off the beaten track we came to a small settlement in the middle of nowhere and I had no idea why we were there.

A short walk led us to a small cemetery containing (if I remember accurately) just half a dozen European-style graves. The story goes that during the Second World War a group of German soldiers was posted here. When the war ended, so ashamed were they of what had been done both by them and in their name, that they decided not to return immediately to Germany, but to stay and serve that small community of Indonesians. They all died of diseases fairly quickly and they are all buried here. The German Government pays for the upkeep of this small piece of earth that is pregnant with both the sadness and generosity of humanity.

Everywhere there is a story to be told and a story to be heard. And often the heard story will challenge the prejudices, preoccupations and absolutisms we nurture when confined to the familiar and the assumed.

The final bit of memory on Sunday actually arose the previous day. I was shown round the Roman Catholic Cathedral and the Severikirche by the Dompropst. The Severikirche contains the tomb and relics of St Severus who was elected Bishop of Ravenna in 342AD. Two things struck me whilst standing before the tomb: (a) there is a clear relief showing the Holy Spirit sitting on the head of Severus, identifying him as the one chosen by God to be bishop; and (b) atop the tomb the reclining figures of Severus, his wife and his daughter.

Think about it. (I asked the Dompropst what the Pope thinks about the great saint-bishop having been a married father and still chosen by God and the church to be a bishop. This led to an interesting conversation – for which I am very grateful – about the nature of priestly ministry, celibacy and other matters close to the church both here and there.)

(And then I got my highest ever score for my fantasy league football team…)

 

I have just got back from Erfurt, Germany, where I spent several days making connections with our (the Diocese of Bradford) link with the Kirchenkreis there. It wasmy first visit to a part of Germany I don’t know. I was recently in Eisenach, but Erfurt is further down the railway line.

It is beautiful – especially in the freezing sun of Saturday. Just google some pictures – it is packed full of great people, wonderful buildings and set in glorious countryside.

I arrived on Thursday evening. After meetings all Friday morning, I was taken on a walking tour of the town by my generous host. It was freezing cold, but, as the Germans say, hochinteressant. Among other things I learned was the fact that Schiller finished writing Maria Stuart at the place that later became Buchenwald Concentration Camp. Humanity and brutality on the same spot, separated only by time.

This is also the place where Martin Luther became a monk, and Napoleon fell for the location, too. It is a place where history is written in stone and that history is as conflicted as any other. ‘Sanierung’ is what was done to the buildings infrastructure once the drab DDR had passed away and colour re-entered the urban landscape. I guess you can clean up buildings in a way that you can’t history.

The last couple of days have seen me meeting key people, saying goodbye to a lovely visiting group from Bradford, enjoying a synod, contributing to a press conference, bringing a greeting to the congregation of the Predigerkirche (before starting the journey back home), going to the pub with some great company, getting a guided tour (by the generous and fascinating Dompropst) of the Roman Catholic Cathedral and Severikirche, discussing ways of growing our partnership link relationships, and having dinner with my hosts and their friends. I even fumbled my way though various conversations in German in which I learned again how much detail I have forgotten – such as vocabulary, genders, endings, etc. (after which there’s not much left…).

I have often remarked that the real benefit of being immersed in another culture is that it forces you to look at yourself though a different lens. the heated issues of the home church, for example, become culturally relativised when seen in the context of another culture that emerges from a different history with different ‘issues’ and in a different language. One particular conversation in the Landeskirchenamt on Friday morning did just this.

The Landeskirchen of this part of the world began around ten years ago to discuss coming together. This was for a host of reasons, and the process has now been concluded. Well, it has reached a certain point of conclusion, but such things are never finished and the end of the journey is never reached. They began by trying to be polite and ‘pastoral’, creating joint ways of working together as a first step on a journey towards unity. One powerful view of some of those involved in making it happen is that this was a mistake. You can put off the tough stuff of change as long as you like, but it won’t mitigate the pain of actually doing it. All it does is prolong uncertainty, foster illusions (that it might never happen), and create space for the sort of imaginative non-engagement that I rather rudely call ‘distraction therapy’.

My point of reflection? The dioceses of Bradford, Ripon & Leeds and Wakefield will vote next March on whether to dissolve in order to create a new Diocese of West Yorkshire and the Dales. Such a step might be new for the Church of England (what isn’t?), but we could learn from the experience of a church that has already been there and done it. It has not been easy and problems remain – inevitably, as people are involved; but, they have succeeded here in creating the Evangelische Kirche in Mitteldeutschland, creating compromises in order to make it work, and taking a long-term view of how it will develop (and recognise benefits) in the future.

Any change is painful – although often less painful than the pain of thinking about it beforehand – but refusing to face it does nothing to avoid pain… or reality. The key is to be ahead of the game and not always trying to catch up with a world that has already moved on.

The West Yorkshire proposals promise much and I see it as the creative way ahead for the Church of England in West Yorkshire and the Dales. The process is demanding, but also rewarding: it is certainly not boring. But, the lesson from this part of Germany suggests (to me, at least) that it is not ‘pastoral’ to spin things out for ever: after nearly three years (!) of consultation and debate, we need to decide, proceed and lead.