This is the basic text of my sermon in the Frauenkirche, Dresden, on Sunday 6 May 2018, based on Colossians 4:2-6:

Seid beharrlich im Gebet und wacht in ihm mit Danksagung! Betet zugleich auch für uns, auf dass Gott uns eine Tür für das Wort auftue und wir vom Geheimnis Christi reden können, um dessentwillen ich auch in Fesseln bin, auf dass ich es so offenbar mache, wie ich es soll. Verhaltet euch weise gegenüber denen, die draußen sind, und kauft die Zeit aus. Eure Rede sei allezeit wohlklingend und mit Salz gewürzt, dass ihr wisst, wie ihr einem jeden antworten sollt. (Kolosserbrief 4:2-6)

Herzliche Grüße aus England und aus meiner Diözese in Leeds. Ich habe 656 Gemeinden und die schönste Landschaft in England.

Danke für die Einladung, noch einmal hier in dieser wunderschönen Kirche in Dresden eine Predigt zu halten. Ich war am Kirchentag in 2011 zum ersten Mal hier, und habe damals in der Frauenkirche eine Bibelarbeit gemacht. Ich erinnere mich klar an das Gefühl, das ich an einem Ort hatte, den die Briten erst vor einer Generation zerstört hatten. Seitdem hat sich die Welt verändert. Deutschland hat sich verändert. Und Großbritannien hat sich auch verändert.

Zuerst möchte ich etwas wichtiges erklären: Brexit – es tut mir wirklich leid. In Großbritannien herrscht momentan ein sehr unangenehmes Klima. Wir verlassen die EU – das ist klar. Ich habe am Montag letzter Woche im House of Lords in einer guten Debatte über den Austritt aus der EU gesprochen – dann am Dienstag sind mehrere Redner auf den Titelseiten einer Zeitung erschienen, die als Verräter und Feinde des Volkes gebrandmarkt wurden. Das ist furchtbar.

Natürlich darf Frieden niemals als selbstverständlich vorausgesetzt werden. Gesellschaften können sich sehr schnell in etwas schreckliches verwandeln, in dem die Sprache über andere Menschen korrumpiert wird. Es ist immer gefährlich, wenn man andere Menschen als Kategorien (und nicht mehr als Menschen) bezeichnet. Und das Gespräch über Brexit in Großbritannien ist tatsächlich schlecht.

Natürlich ist das nicht neu. Als Jesus seinen Freunden das beibrachte, was wir das Vaterunser nennen, ging er durch eine bedrohte Gesellschaft und durch ein gefährliches Land. Die Römer besetzten das Land und erniedrigten das Volk. Die Juden sehnten sich nach und beteten für ihre Befreiung von dieser Unterdrückung durch das mächtige militärische heidnische Reich. Aber diese schwierige Situation dauerte schon seit einigen Jahrhunderten. Wann würde Gott ihre Gebete erhören? Warum war Gott, angesichts dieser Grausamkeit und Ungerechtigkeit, so still und schweigend?

Der Apostel Paulus lebte auch in einer Welt des Konflikts – immer noch vom römischen Reich dominiert. Als er seine Briefe schrieb – diejenigen, die wir im Neuen Testament haben – schrieb er bewusst an Menschen (Christen), die jeden Tag entdeckten, dass das alltägliche Leben oft durch Leiden, Unterdrückung und Angst geprägt ist … aber auch, dass Christen auch hier im Herz dieser komplizierten und oft schwierigen Welt die Gegenwart Gottes spüren dürfen. Auch hier in der Tiefe der realen Welt lernen wir zu beten. Das heißt, wir beten in der wirklichen Welt; wir beten nicht primär dafür, dass wir von dieser Welt befreit werden müssen.

Als die Freunde Jesu ihre eigenen Schriften lasen, entdeckten sie ein Vokabular der Hoffnung im Mund gewöhnlicher Menschen, die in der realen Welt darum kämpften, Gottes Ruf treu zu bleiben. Wie der Psalmist vor dreitausend Jahren sagte: “Wie können wir das Lied des Herrn in einem fremden Land singen?” Mit anderen Worten, wie können wir Lieder über Gott, den Schöpfer, Liebhaber und Erhalter aller Welt singen, wenn alles was wir sehen – alle Beweise unserer Augen – uns sagen, dass dieser Gott uns unserem Schicksal überlassen hat?

Diese Frage, durchzieht die ganze biblische Erzählung – die ganze biblische Geschichte. Genau diese Frage wird ständig aus dem Herzen der Christen und anderer gerissen, die sich nach Erlösung sehnen, nach Frieden schreien und um Heilung und Rettung beten. “Wie lange, o Herr, wie lange?”

Und hier kommen wir zum Kern dessen, worum es im Gebet geht. Es geht nicht darum, dass wir Gott um Dinge bitten, die all unsere Probleme im Hier und Jetzt lösen. Es geht auch nicht darum, Gott zu bitten, uns aus dem weltlichem Leben herauszuheben. Ja, wie die Psalmisten und Jesus selbst, sollten wir immer ehrlich mit Gott sein, und ihm sagen, was wir wirklich denken und wünschen. Es geht nicht darum, dass wir aus der Welt in ein beschütztes und reines Heiligtum flüchten möchten, in dem wir sicher und unbeschmutzt leben können. Das Vertrauen in diesen Gott bedeutet, dass wir dem Jesus nachfolgen, den wir in den Evangelien sehen. Inkarnation heißt: bewusst in die Welt einzutauchen, wie sie ist, und uns nicht davon zu befreien. Denkt an Weihnachten? Und an Ostern? Und an all das, was dazwischen weiterging?

Also, was ist Gebet für dich? Wie betest du? Was betest du? Und was erwartest du vom Gebet?

Lasst mich Ihnen eine kurze Geschichte erzählen.

Drei Männer wanderten in den Bergen. Sie kämpften sich ihren Weg durch die Bäume und versuchten, ihre Hütte vor dem Einbruch der Nacht zu erreichen. Plötzlich stießen sie auf einen reißenden Fluss. Das Wasser lief den Berg hinunter und die Männer hatten keine Ahnung, wie sie den Fluß überqueren sollten. Aber es gab keine Alternative – sie mussten unbedingt diesen Fluss überqueren, aber sie wussten nicht wie.

Der erste Mann betete: „Gott, gib mir bitte die Kraft, um diesen Fluss zu überqueren.“ Pouff! Plötzlich wurden seine Arme größer; seine Brust erweiterte sich und seine Beine wurden stärker. Dann warf er sich in den Fluss hinein und schwamm auf das gegenüberliegende Ufer. Er brauchte zwei Stunden. Ein paar Mal ist er untergegangen und wäre fast ertrunken. Aber, endlich, ist es ihm gelungen, das Ufer zu erreichen, und er schleppte sich total erschöpft an Land.

Der zweite Mann beobachtete den ersten Mann und er betete: „Gott, gib mir bitte die Kraft und die Mittel, um diesen Fluss zu überqueren.“ Pouff! Plötzlich wurden seine Arme größer; seine Brust erweiterte sich und seine Beine wurden stärker; und ein Kanu tauchte vor ihm auf. Er paddelte eine lange Stunde durch das Wasser und schließlich, total erschöpft und nachdem er zweimal gekentert war, schleppte er sich aus dem Wasser und auf das gegenüberliegende Ufer.

Der dritte Mann hatte die zwei Freunde beobachtet und er betete: „Gott, gib mir bitte die Kraft, die Mittel… und die Intelligenz, um diesen Fluss zu überqueren.“ Pouff! Plötzlich verwandelte ihn Gott in eine Frau! Er schaute in seine Handtasche, holte eine Karte heraus, ging hundert Meter das Ufer entlang, und überquerte die Brücke.

Sind wir bereit im Gebet von Gott überrascht zu werden? Neue Einsichten zu spüren? Im Gebet geht es grundlegend darum, dass wir uns selbst öffnen – Körper, Geist und Seele – zu dem Gott, der uns schafft, uns liebt, uns erlöst und uns gestaltet. Zu dem Gott, der uns nicht von allem befreit, was die Welt auf uns werfen kann. Aber zu dem Gott, der uns immer noch ruft, unser Leben für seine Welt und sein Volk niederzulegen. Im Gebet bringen wir uns und unsere Welt – zu dieser besonderen Zeit und an diesem besonderen Ort – zu Gott und finden uns verändert, wenn wir beginnen, durch seine Augen auf das zu schauen, was wir sehen und was wir erfahren.

In seinem Brief an Timotheus lesen wir, wie Paulus den jungen Gemeindevorsteher Timotheus anweist, ständig für die Mächtigen zu beten. Mit anderen Worten, nimm nicht nur an deinem eigenen kleinen Leben teil, sondern richte deine Augen auf die weitere Welt, die eigene Gesellschaft und andere Gesellschaften und diejenigen, die sie formen und führen. Du wirst irgendwo hineinpassen; aber widerstehe diesen kleinen heutigen Göttern des Narzissmus, der Selbstverwirklichung und der Selbstzufriedenheit.

In unserem heutigen Evangelium (Joh 16, 23ff) hörten wir die Worte von Jesus – gerade bevor er zu seinem eigenen frühen und ungerechten Tod ging. Er versprach seinen Freunden, dass ihre Gebeten in seinem Namen erhört werden. Aber was bedeutet es, in seinem Namen zu beten? Nun, sein Name ist sein Charakter – wer er ist und wie er ist. Also, in seinem Namen zu beten heißt, auf eine Weise zu beten, die dem Charakter von Jesus selbst entspricht. Und er betete, dass er sich dem Willen Gottes anpassen könnte, selbst wenn das bedeutet, dass er den Weg an das Kreuz gehen muss und nicht dem Schmerz entgehen kann, den das Leben ihm auferlegt. Es bedeutet, wenn wir in seinem Namen beten, fangen wir an, so verwandelt zu werden, dass wir wie er aussehen und wie er klingen.

Dieses Thema ist ein konsequentes Thema in der Bibel. Die Menschen Israels wurden gewarnt, niemals Gott für selbstverständlich zu halten, sondern allmählich zu lernen, was es bedeutet, ihre Lebensweise, ihre theologische Weltanschauung und ihre Lebensgewohnheiten der Natur, den Prioritäten und dem Ruf Gottes näher anzupassen. Falls sie versagen, falls sie ihre grundsätzliche Berufung vergessen, werden sie dann alles verlieren, was zu ihnen von ihrer Identität spricht. Sie werden die Warnungen und die Ermahnungen der Propheten nicht mehr hören können oder wollen. Diese Menschen werden glauben, dass die Welt ihnen gehört, und werden dann ihre Fähigkeit verlieren, durch Gottes Augen hinaus zu schauen und sich um die Armen, Ausgegrenzten und Schwachen zu kümmern. Erinnern Sie sich an 5. Mose 26? Lassen Sie zehn Prozent Ihrer Ernten am Rand Ihrer Felder liegen, damit Reisende, Migranten und Enteignete etwas zu essen finden können. Bringen Sie die ersten zehn Prozent der Ernte zum Priester, und denken Sie daran, als du vor ihm ein Glaubensbekenntnis rezitierst und wieder erlebst, dass du auch einst ein Sklave warst, dass du einmal überhaupt nichts hattest, dass du einmal gerettet werden musste – dass du ein neues Leben haben musstest, aber das nicht aus eigener Macht gewinnen konntest.

Die Geschichte ist in der ganzen Bibel konsistent.

Paulus schreibt in seinem Brief an die Kirche in Rom so: “Ich ermahne euch nun, Brüder und Schwestern, durch die Barmherzigkeit Gottes, dass ihr euren Leib hingebt als ein Opfer, das lebendig, heilig und Gott wohlgefällig sei. Das sei euer vernünftiger Gottesdienst. Und stellt euch nicht dieser Welt gleich, sondern ändert euch durch Erneuerung eures Sinnes, auf dass ihr prüfen könnt, was Gottes Wille ist, nämlich das Gute und Wohlgefällige und Vollkommene.”

Wir sehen also, dass das Gebet zuerst dazu dient, uns zu verändern, nicht primär unsere Umstände zu ändern und unsere Wünsche zu erfüllen. Aus diesem Grund werden Christen nicht von Angst getrieben, sondern von Hoffnung angezogen – gezogen von dem Gott, der Christus von den Toten auferweckt und einer verwirrten Welt zugesagt hat, dass Tod, Gewalt und Zerstörung tatsächlich nicht das letzte Wort in dieser Welt haben.

Und das bringt uns zu dem Gebet, das Jesus uns gelehrt hat – das Gebet, das wir jeden Tag beten, und das Gebet, mit dem wir so vertraut sind, dass wir seinen radikalen Kern so schnell übersehen.

Vor Ostern habe ich an meinen Pfarrern – 700 von ihnen – einen Brief geschrieben und sie aufgefordert, ihre Gemeinden zu lehren, dieses Gebet anders zu beten. Ich höre oft, wie die Gemeinden dieses Gebet aussprechen, als würden die Worte bedeutungslos sein. Ich höre zum Beispiel: “Dein Reich komme, dein Wille geschehe …” statt: “DEIN Reich komme, DEIN Wille geschehe, auf Erden, wie im Himmel”. Mit diesen Worten bestätigen wir, das Caesar (der Kaiser) nicht der Herr der Welt ist. Wenn wir beten, dann passen wir unsere Gedanken, unsere Weltanschauungen, unsere Motivationen näher an Gottes Willen an. Das heißt Bekehrung, Konversion, Verwandlung. Es ist ein Prozess, kein Ereignis – deshalb müssen wir dieses Gebet jeden Tag beten. Wir müssen es beten, damit es am Ende anfängt, uns zu beten.

Eine Einladung zum Beten – sei es von Moses, dem Psalmisten, Jesaja, Jesus oder Paulus – bietet immer eine Chance an, überrascht und verändert zu werden – durch die Augen Jesu hinauszuschauen, mit seinen Ohren zu hören, und mit seinen Händen zu berühren. Der Vaterunser ist ein Aufruf zur radikalen Jüngerschaft. Es ist ein Ruf zu einem neuen Leben. Es ist eine Ermutigung, sich auf ein Abenteuer einzulassen. Und es ist eine Herausforderung, “durch die Erneuerung unseres Geistes transformiert zu werden”.

Seid beharrlich im Gebet und wacht in ihm mit Danksagung! Betet zugleich auch für uns…

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This is the text of the sermon preached in Bradford Cathedral this morning (16 June 2013) by Sebastian Feydt, pastor of the Frauenkirche in Dresden, based on Luke 7:36-50.

Dear brothers and sisters, are we bound together by this biblical story? You as you are living here in Bradford and me who has come from Dresden?

Is Jesus talking to the Pharisees and the woman in a language which we all understand? If so, it must be the language of love. The language of peace. These languages we all understand.

And they connect us.

Because they reflect our longings: to be accepted and loved; to be able to take the next step in our lives freed from burden and guilt; to walk in peace. This longing for love and peace binds us together much more than many other things which were mentioned when Jesus, these men and the women met.

Self-righteous men who talk so much by themselves, who prejudge and judge so quickly other people – often women – still exist in today’s England or Germany as they existed in Jesus’ days.

That women are forced to sell their bodies in order to make a living – and that there are enough men who take advantage of it – this form of slavery goes back further than we can imagine. Prostitution is by no means the oldest business in the world, it is one of its oldest scourges. All recent efforts to make prostitution socially acceptable, to declare it a reasonable service in our modern society does not change the fact that love cannot be “made”, nor can it be bought. Wherever people try to, the language of love withers away. In the end it is muted.

Like the woman Jesus met: no sound passes her lips; she is out of words. Instead, her heart speaks. She pours it out by wetting Jesus’ feet with her tears.

I am touched by this thought.

This is not an everyday moment.

This is not a situation in which someone sheds a few tears out of anger. No, here we are confronted with an eruption of pain and despair and we find it hard to react in an appropriate manner. Just to put an arm around her shoulders to comfort her does not work – it didn’t work back then either. There is more going on than what could be healed by pity. This young woman is looking for a new life. She wants to be recognized as a person, to be addressed by her name and not to be reduced to her past.

This young woman at Jesus’ feet no longer wants to be mute and nameless. She wants to get up, straighten up, to finally start her true life.

Have you experienced such a moment in your lives as well? When it becomes obvious that life cannot go on the way it did any longer? Because the love there was between husband and wife or between partners had faded? Because the big dreams of a merry family did not come true? Because children left and loneliness moved in instead?

We all know times of crisis. We are no strangers to incurring guilt by ill-treating ourselves or others. It leaves us speechless, loveless, peaceless. And it raises our longing for being accepted and loved so that we can take the next step in our lives freed from burden and guilt.

And also to hear: Go and walk in peace.

By following her heart, the woman finds her way. She goes to where she knows she will be accepted: at the table at which she knows Jesus sits. There she gets on her knees. Humble she becomes. And she confesses her sins – to God. Without a word, but still comprehensively. In a way that has Jesus tell her: Your sins are forgiven.

If I want to confess the sins I committed in my life it’s not my mouth that needs to speak but my heart that has to bring it before God and the people. It takes a very special language to realize my guilt and the truth about me and my life and to bring it before God.

The woman speaks the language of love with her tears and her tender gestures. She experiences that she is being heeded and thus considered, accepted and thus admitted into society, acknowledged and thus appreciated. All that lies behind her is not going to build up anew in front of her. Neither she nor any of the other men can re-erect it. The way is clear. Jesus helped this woman to take that step.

This is what is meant by being freed: not FROM your past but WITH your past. I’m not free because I leave things behind but because I face them.

Thereupon Jesus grants the gift of forgiveness as the main precondition for reconciliation and for peace – Shalom. Goodness in our hearts and minds – and our lives. This nourishes the blessing

“Go and walk in peace!”

As Christians we can be peace messengers.

Does the world recognize us as such? As the ones who know how we can find peace?

– In ourselves.

– Together with others.

– Within society, between peoples?

Go and walk in peace!

What is it that connects us? It is the language of peace and light.

Let’s speak it! Here in Bradford. And in Dresden. In Afghanistan. In Mali. And when we ask what would do good to Syria …

Go and walk in peace.

Peace be with you!

This is going to be a great week.

Not only do we hit 'the longest day' – 21 June, midsummer's day – when I and colleagues will spend the whole day from 5am to 10pm walking in the diocese, visiting places, doing meetings, taking part in the Grassington Festival and meeting loads of rural people, but we also have a Clergy Study Day on Wednesday on 'change'. In the morning we have Ben Quash (Professor of Christianity and the Arts at Kings College London and Honorary Canon Theologian of Bradford Cathedral) leading us through 'a theology of change'; in the afternoon we have Sebastian Feydt (Pastor of the Frauenkirche in Dresden) telling his story of living through massive change between 1989 and today.

The Diocese of Bradford faces a decision by the General Synod on Monday 8 July on the proposals for dissolution of three dioceses and the creation of a new Diocese of West Yorkshire & the Dales. We have lived with this uncertainty about the future for the last three years or so. I was appointed as the Bishop over two years ago in order to take the diocese through this never-done-before process and build confidence for change. If the Synod votes against these proposals (which would be mad), we cannot go back to business as usual – there will still have to be change as we look to the future.

So, doing theology on Wednesday is intended to reinforce the theological framework in which and through which we see what is happening and shape our future with vision, courage and wisdom. Listening to a personal story of how a whole world (Communist East Germany) collapsed overnight and how individuals, churches and society coped with a whole new emerging world should (a) be dead interesting, (b) flesh out some of the theology we have been discussing, and (c) put diocesan reorganisation into some perspective.

Behind this lies a conviction that structures of themselves guarantee nothing; it is the imagination, vision, will and determination of people that effect change. And for this to happen we need to dare to think and see differently. Whatever decision the Synod makes in July, one thing is certain: mistakes will be made and elements of a new structure will be found wanting. The interesting bit, however, will be how those involved either engage with and own the 'new' or seek out the failings in order to say,”I told you so.”

Not for now, but there are some very interesting biblical associations with all of this.

 

Predigt, die Frauenkirche, Dresden (17 Juni 2012)

Lukas 14:16-24

Als aber einer das hörte, der mit zu Tisch saß, sprach er zu Jesus: Selig ist, der das Brot isst im Reich Gottes! Er aber sprach zu ihm: Es war ein Mensch, der machte ein großes Abendmahl und lud viele dazu ein. Und er sandte seinen Knecht aus zur Stunde des Abendmahls, den Geladenen zu sagen: Kommt, denn es ist alles bereit! Und sie fingen an alle nacheinander, sich zu entschuldigen. Der erste sprach zu ihm: Ich habe einen Acker gekauft und muss hinausgehen und ihn besehen; ich bitte dich, entschuldige mich. Und der zweite sprach: Ich habe fünf Gespanne Ochsen gekauft und ich gehe jetzt hin, sie zu besehen; ich bitte dich, entschuldige mich. Und der dritte sprach: Ich habe eine Frau genommen; darum kann ich nicht kommen. Und der Knecht kam zurück und sagte das seinem Herrn. Da wurde der Hausherr zornig und sprach zu seinem Knecht: Geh schnell hinaus auf die Straßen und Gassen der Stadt und führe die Armen, Verkrüppelten, Blinden und Lahmen herein. Und der Knecht sprach: Herr, es ist geschehen, was du befohlen hast; es ist aber noch Raum da. Und der Herr sprach zu dem Knecht: Geh hinaus auf die Landstraßen und an die Zäune und nötige sie hereinzukommen, dass mein Haus voll werde. Denn ich sage euch, dass keiner der Männer, die eingeladen waren, mein Abendmahl schmecken wird.

Es ist für mich wirklich ein Privileg, dass ich eingeladen wurde, hier in der Frauenkirche in Dresden diese Predigt zu halten. Letztes Jahr stand ich hier am ersten Morgen des Deutschen Evangelischen Kirchentags um eine Bibelarbeit zu halten. Damals habe ich erwähnt, dass ich jetzt Bischof von Bradford bin, aber ursprünglich aus der großen Stadt Liverpool stamme – Heimat der großartigsten Fußballmannschaft Europas. Aber diese Bermerkung ist für mich ziemlich problematisch. Ich möchte erklären, warum es so ist – trotz meinem Optimismus.

Kurz gesagt: Ich hasse Chelsea. Vor einigen Wochen spielte Chelsea gegen Bayern München im Finale der Champions-League. Trotz aller Hoffnung, trotz aller Erwartung und allem Glauben hat Bayern München verloren. In England spricht man von ‚der deutschen Beschaffenheit‘ und der ‚deutschen Disziplin‘. Deswegen stelle ich Ihnen heute Morgen die Frage: Wieso hat Bayern München gegen Chelsea verloren? In einer ordentlichen Welt dürfte das eigentlich nicht passieren! Ich muss mich doch auf bestimmte Dinge verlassen können und als Liverpool-Fan muss ich mich in den Fall auf die Deutschen verlassen können…

Also gut. Ich erinnere mich deswegen an diese Schande, weil letzte Woche die Fußball-Europameisterschaft begonnen hat. Die deutsche Mannschaft spielt schon gut und mit Disziplin. Die englische Mannschaft – besonders die Abwehr – spielt mit Gnade, das heißt, mit einer gewissen Großzügigkeit (so dürfen wir diesen besonderen Spielstil beschreiben). Wenn die Gegner den Ball haben wollen, dann sagen die Engländer: ‚Freilich! Warum nicht?‘

Und deshalb kann ich ganz ehrlich und mit theologischem Tiefsinn behaupten: England spiegelt die Natur Gottes, aber die deutsche Mannschaft eben nicht. Wenn wir die Bibel richtig lesen, finden wir, dass Gott großzügig ist. (Aber Deutschland wird wahrscheinlich die UEFA Fußball-Europameisterschaft gewinnen…) Gott und Fußball… Leider muss ich zugeben: Die Großzügigkeit Gottes ist wunderbar; die Freigebigkeit Englands ist furchtbar.

Später werden wir zu dieser Großzügigkeit Gottes zurückkommen. Zuerst aber möchte ich darüber nachdenken, wie in der Bibel Gott, Jesus und die Gemeinde Jesu verstanden werden sollten. Innerhalb von knapp zehn Minuten.

Wenn wir die Evangelien lesen, sollten wir uns immer eine unausgesprochene Frage stellen: Wie würde es aussehen, wenn Gott wirklich in der Person von Jesus gegenwärtig wäre? Was würde passieren? Was würden wir sehen? Die Geschichte zeigt eigentlich auf, wie es einige Menschen tatsächlich wagten, darauf zu vertrauen, dass Jesus von Nazareth irgendwie das Gesicht und die Stimme und den Charakter Gottes zeigte. Aber man kann wohl auch sagen, dass die Jüngerinnen und Jünger damals selbst noch nicht genau verstanden haben, was das bedeutet.

In meiner Bibelarbeit beim Kirchentag habe ich diese Logik auf folgender Weise erklärt. Im vierten Evangelium entwickelt Johannes einen langen theologischen Prolog, und beendet diesen mit folgender Aussage: “Und das Wort ward Fleisch und wohnte unter uns, und wir sahen seine Herrlichkeit, eine Herrlichkeit als des eingeborenen Sohnes vom Vater, voller Gnade und Wahrheit.” (Johannes 1:14). An diesem Punkt soll der Leser innehalten und sich die offensichtliche Frage stellen:  Was hast du gesehen? Wie hat es ausgesehen? Und der Rest des Johannesevangeliums beantwortet diese Fragen: Was sie sahen, wie das fleischgewordene Wort aussah und tönte, was er tat und sagte… und wie die Menschen auf das, was sie sahen und hörten, reagierten.

Und als sie Jesus sahen, fragten sie sich, ob Gott wirklich wie dieser Jesus aussieht. Und wenn Jesus tatsächlich Gott ähnelt, was sollten wir von der Natur Gottes lernen? Denn die Logik ist einfach und klar: wenn in Jesus von Nazareth Gott zu sehen ist, dann sollte in der Gemeinde Jesu Christi – das heißt, in der Kirche – Jesus selbst zu sehen (oder zu beobachten) sein.

Die Logik des Evangeliums ist einfach so: Wir entdecken, wer Jesus ist – das Gesicht Gottes, und so weiter; wir werden eingeladen, mehr wie er zu werden. Nicht in einem frömmlerischen oder nur spirituellen Sinn, sondern in dem Sinn, dass die, die seinen Namen tragen – die Christen – anfangen, zu sehen und zu fühlen und zu hören wie der Jesus, über den wir in den Evangelien lesen. Mit anderen Worten, wir werden langsam zu Menschen, die nur antworten können auf die Großzügigkeit Gottes, indem wir ein Segen für die Welt werden und sind. Das heißt, wir spiegeln den Jesus der Evangelien in dieser Welt. Wenn Leute uns berühren oder sehen oder hören, sollten sie etwas fühlen, etwas aufblitzen sehen (von der Wirklichkeit Gottes), die Stimme von Jesus hören.

Lassen Sie es mich mit anderen Worten sagen: Die Frage, die wir an die Bibel herantragen ist: Wie sieht Gott aus? Und die Antwort ist: Gott sieht aus wie Jesus! Also, wie sieht Jesus aus? Und die Antwort ist: lest die Evangelien und schaut uns (die Kirche) an. Tatsache ist, die Kirche sollte so aussehen, wie der Jesus von dem wir in den Evangelien lesen. Daher sollten Menschen, die die Kirche hören, sehen oder mit ihr in Berührung kommen, etwas von dem Jesus hören, sehen oder spüren, von dem wir in den Evangelien lesen. Und wenn die Kirche nicht aussieht, nicht klingt und sich nicht anfühlt wie der Jesus, von dem wir in den Evangelien lesen, dann haben wir unseren Weg verloren – und wir sind unecht … wir leben eine Lüge.

Nun können wir uns unserem Text zuwenden und besser verstehen, warum Jesus solche fremdartigen Geschichten erzählt und solche außergewöhnlichen Ideen hat. Der Hausherr wurde zornig und sprach zu seinem Knecht: Die eingeladene Gäste wollen nicht kommen? Geh schnell hinaus auf die Straßen und Gassen der Stadt und führe die Armen, Verkrüppelten, Blinden und Lahmen herein. Und der Knecht sprach: Herr, es ist geschehen, was du befohlen hast; es ist aber noch Raum da. Und der Herr sprach zu dem Knecht: Geh hinaus auf die Landstraßen und an die Zäune und nötige sie hereinzukommen, dass mein Haus voll werde. Denn ich sage euch, dass keiner der Männer, die eingeladen waren, mein Abendmahl schmecken wird.

Dabei lernen wir wahrscheinlich, dass Gott immer zornig ist. Oder? Nein, wir sollten uns nicht auf die Motive der Partyabsager konzentrieren, sondern auf den Charakter des Gastgebers, der einfach so großzügig ist, dass diese Party stattfinden wird – auch ohne diejenigen, die keine Zeit dafür haben! Wir müssen uns auf die unterschwelligen Motive des Gastgebers konzentrieren, wenn wir diese Geschichte verstehen wollen. Die Party ist schon geplant worden; die einzige Frage heißt: Wer kommt?

Das Königreich Gottes ist schon unter Euch. Wer macht mit? Wenn die sogenannte ‘Gläubigen’ nicht mitmachen wollen, dann werden andere Menschen eingeladen werden – auch wenn sie glaubten, dass sie nicht dazu passen.

Aber, aus welchem Grund darf ich behaupten, dass wir diese Geschichte auf diese Art und Weise lesen sollten? Ich biete Ihnen eine einfache Antwort an: Wir wenden uns einfach anderen Geschichten in den Evangelien zu. Zum Beispiel, im achten Kapitel des Lukasevangeliums: “Jesus redete in einem Gleichnis: Es ging ein Sämann aus zu säen seinen Samen. Und indem er säte, fiel einiges auf den Weg und wurde zertreten, und die Vögel unter dem Himmel fraßen’s auf. Und einiges fiel auf den Fels; und als es aufging, verdorrte es, weil es keine Feuchtigkeit hatte. Und einiges fiel mitten unter die Dornen; und die Dornen gingen mit auf und erstickten’s. Und einiges fiel auf gutes Land; und es ging auf und trug hundertfach Frucht. Als er das sagte, rief er: Wer Ohren hat zu hören, der höre!”

Der Sämann denkt nicht: “Ich darf kein einziges Samenkorn verschwenden! Ich muss sicherstellen, dass jedes Samenkorn aufgeht und Frucht trägt!” Nein, er streut die Samen freigebig herum, auch wenn viele Samen auf den Weg, auf den Fels, und mitten unter die Dornen fallen. Sicherlich wäre Gott ein sehr schlechter Ökonom.

Oder Lukas 15, wo ein Vater die Regeln des Lebens vergisst und den ‘falschen’ Sohn mit einer wunderbaren Party feiert. Der jüngere Sohn sprach zu seinem Vater: “Gib mir, Vater, das Erbteil, das mir zusteht.” Das heißt, “Vater, ich will, Du wärest tot.” Aber der dumme Vater teilte Hab und Gut unter sie. “Und nicht lange danach sammelte der jüngere Sohn alles zusammen und zog in ein fernes Land; und dort brachte er sein Erbteil durch mit Prassen. Als er nun all das Seine verbraucht hatte,… war er voller Reue – wurden seine Augen aufgemacht, als er sich zur Besinnung brachte…” Nein! “Er ging in sich und sprach: Wie viele Tagelöhner hat mein Vater, die Brot in Fülle haben, und ich verderbe hier im Hunger! Ich will mich aufmachen und zu meinem Vater gehen und zu ihm sagen: Vater, ich habe gesündigt gegen den Himmel und vor dir. Ich bin hinfort nicht mehr wert, dass ich dein Sohn heiße; mache mich zu einem deiner Tagelöhner!”

Weiter geht es nicht besser.

“Und er machte sich auf und kam zu seinem Vater. Als er aber noch weit entfernt war, sah ihn sein Vater und es jammerte ihn; er lief und fiel ihm um den Hals und küsste ihn. Der Sohn aber sprach zu ihm: Vater, ich habe gesündigt gegen den Himmel und vor dir; ich bin hinfort nicht mehr wert, dass ich dein Sohn heiße. Aber der Vater sprach zu seinen Knechten: Bringt schnell das beste Gewand her und zieht es ihm an und gebt ihm einen Ring an seine Hand und Schuhe an seine Füße und bringt das gemästete Kalb und schlachtet’s; lasst uns essen und fröhlich sein! Denn dieser mein Sohn war tot und ist wieder lebendig geworden; er war verloren und ist gefunden worden. Und sie fingen an, fröhlich zu sein. hat, hast du ihm das gemästete Kalb geschlachtet.”

Verstehen Sie? Dieser Vater sieht die Welt anders als die Zuhörer Jesu. Wenn Gott gnädig ist, dann sollten seine Söhne und Töchter auch gnädig sein. Auch wenn der Vater dumm zu sein scheint. Wie Helmut Thielicke einmal schrieb, diese Geschichte heißt nicht ‘die Geschichte des verlorenen Sohns’, sondern ‘die Geschichte des wartenden Vaters’.

Oder im Matthäusevangelium Kapitel 20 lesen wir von einem dummen Arbeitgeber. “Denn das Himmelreich gleicht einem Hausherrn, der früh am Morgen ausging, um Arbeiter für seinen Weinberg einzustellen. Und als er mit den Arbeitern einig wurde über einen Silbergroschen als Tagelohn, sandte er sie in seinen Weinberg. Und er ging aus um die dritte Stunde und sah andere müßig auf dem Markt stehen und sprach zu ihnen: Geht ihr auch hin in den Weinberg; ich will euch geben, was recht ist. Und sie gingen hin. Abermals ging er aus um die sechste und um die neunte Stunde und tat dasselbe. Um die elfte Stunde aber ging er aus und fand andere und sprach zu ihnen: Was steht ihr den ganzen Tag müßig da? Sie sprachen zu ihm: Es hat uns niemand eingestellt. Er sprach zu ihnen: Geht ihr auch hin in den Weinberg. Als es nun Abend wurde, sprach der Herr des Weinbergs zu seinem Verwalter: Ruf die Arbeiter und gib ihnen den Lohn und fang an bei den letzten bis zu den ersten. Da kamen, die um die elfte Stunde eingestellt waren, und jeder empfing seinen Silbergroschen. Als aber die Ersten kamen, meinten sie, sie würden mehr empfangen; und auch sie empfingen ein jeder seinen Silbergroschen. Und als sie den empfingen, murrten sie gegen den Hausherrn und sprachen: Diese Letzten haben nur eine Stunde gearbeitet, doch du hast sie uns gleichgestellt, die wir des Tages Last und Hitze getragen haben. Er antwortete aber und sagte zu einem von ihnen: Mein Freund, ich tu dir nicht Unrecht. Bist du nicht mit mir einig geworden über einen Silbergroschen? Nimm, was dein ist, und geh! Ich will aber diesem Letzten dasselbe geben wie dir. Oder habe ich nicht Macht zu tun, was ich will, mit dem, was mein ist? Siehst du scheel drein, weil ich so gütig bin? So werden die Letzten die Ersten und die Ersten die Letzten sein.”

Jesus spricht mit Bildern, Gleichnissen und Geschichten. Aber seine Botschaft ist klar: wenn wir die Bibel richtig lesen, werden wir uns über die Natur Gottes empören. Aber so ist Gott eigentlich – und so müssen wir auch werden, wenn wir seinen Namen tragen möchten. Gott ist der Gastgeber unserer ersten Geschichte, wir sind nur die eingeladenen Gäste – und wir haben nicht das Recht, die anderen Gäste auszuwählen.

In einer Kirche, die Europa in einer schwierigen Zeit dient, müssen wir uns schwere Fragen stellen: über politische und wirtschaftliche Prioritäten, über die gesellschaftlichen Werte, die die Grundlage unserer Gemeinwesen bilden, darüber, welchem Gott wir dienen: dem Gott der Großzügigkeit oder einem anderen Göttchen? In diesem Gottesdienst feiern wir die Großzügigkeit eines Gottes, der uns freizügig liebt, der sich für uns hingibt, der uns zu seinem Abendmahl einlädt.

Und die einzige Frage heißt: Wer kommt?

Bibelarbeit, Die Frauenkirche Dresden, Donnerstag 2 Juni 2011 

Matthaeus 5:1-12

1. Einleitung

Es ist für mich ein Vorrecht, daß ich eingeladen wurde, hier in der Frauenkirche in Dresden diese Bibelarbeit zu machen. Es ist ein Privileg, aber es ist für mich auch eine ziemlich aufwühlende Erfahrung. Ich bin Engländer und ich stehe heute auf der Kanzel einer Kirche, die im Februar 1945 durch die Bomben der Allierten zerstört wurde, aber jetzt wunderschön restauriert worden ist. Damals war die Welt durch Konflikt zerissen; Millionen von Menschen sind ums Leben gekommen. Gewalt, Stolz, Hybris, Verlust und Tod. Trotzdem treffen wir uns nach so vielen Jahren als Geschwister im Namen Jesu Christi. Ja, wir sind uns bewusst, wie schwach wir sind; wir wissen, wie wir Menschen Macht- und Gewaltspiele treiben, wenn wir uns von einander bedroht oder ängstlich fühlen. Es ist gut, daß ich heute als Engländer auf dieser Kanzel stehe und über die fremden Worte von Jesus nachdenke, die er zu einer Zeit sprach, als seine Zuhörer etwas Anderes erwarteten: einen kräftigeren Führungsstil (gegen die militärische römische Besatzungsmacht), ethnische Ermutigung, und eine wohlformulierte Rechtfertigung religiöser und nationalistischer Identität, zum Beispiel.

Später werden wir zu diesen verständlichen Erwartungen zurückkommen. Zuerst aber möchte ich darüber nachdenken, wie die Worte von Jesus damals gehört und verstanden werden sollten.

Ich bin der anglikanische Bischof von Bradford in Nordengland, aber ich stamme ursprünglich aus der großen Stadt Liverpool – Heimat der größten Fussballmannschaft Europas. (Ich bin sowohl Prophet als auch Optimist…) Meine Erfahrung als Jugendlicher zu dieser Zeit in Liverpool war auch irgendwie aufwühlend und in dieser Hinsicht denke ich besonders an zwei bestimmte Eindrücke.

Erstens, als ich geboren war, war der Zweite Weltkrieg nur zwölf Jahre vorbei. Die Stadt hatte immer noch viele Bombenkrater, zerstörte Gebäude und manche Menschen nährten einen tiefen Groll gegen die Deutschen. Das Haus meines Vaters – er war noch ein Kind – wurde bombardiert und er und seine Geschwister wurden evakuiert, weg von ihren Eltern, nach einer kleinen Stadt in Wales. Die Auswirkungen des Krieges ließen viele Narben in der Stadt Liverpool zurück und sie hatten einen großen Einfluss auf das Bewusstsein der Jugendlichen wie mich, die aufwuchsen in der Zeit nach dem Krieg.

Zweitens, meine Familie gehörte zu einer Baptistengemeinde in Anfield, nicht weit von dem heiligen Fussballstadion entfernt. (Dies bedeutete, dass wir Samstag die Fussballmannschaft und Sonntag den heiligen Gott anbeten konnten. Offensichtlich hatte ich damals viel zu lernen…) Diese Baptistenkirche in Anfield hatte viele Nebenräume und an den Wänden dieser Nebenräume hingen viele Bilder – und die meisten Bilder stellten Jesus von Nazareth dar. Kein Problem, sagen Sie vielleicht; aber schon als Kind fing ich an, einige Zweifel an diesen Darstellungen zu haben.

Dieser Jesus sah sehr nordwesteuropäisch aus: er hatte helle Haut, lange blonde Haare, einen gutgetrimmten Bart, und seine Kleidung war immer sauber, weiss und wie das Nachthemd einer schüchternen, spröden und bescheidenen Frau. Er hatte sanfte blaue Augen, schöne weiche Haut, und er schien über dem Boden zu schweben – wie ein unberührter Engel. Oder eine Fee. Er war schön, sanft, kraftlos und sauber… die Art von Kerl, von dem Sie Ihre Kinder weghalten würden. Er sah aus, als ob er aus dem Haus und an die frische Luft gehen sollte, und die Wärme der Sonne auf seine helle Haut scheinen lassen. Er bräuchte einen Herren-Friseur. Er sollte Fussball spielen und Bier trinken. Anders gesagt, dieser Jesus hatte überhaupt keine Ähnlichkeit mit irgendeinem Mann aus Palästina des ersten Jahrhunderts und war nicht erkennbar, wie der Jesus, der in den Evangelien des Neuen Testaments dargestellt ist.

Die Hauptfrage für mich als Jugendlicher in Liverpool in den siebzigen Jahren war also: Was ist mit dem Jesus der Evangelien passiert? Wo ist er eigentlich? Was sagt der Jesus der Kirchenbilder zu meinen Grosseltern, als sie im Mai 1942 in den Ruinen ihres Hauses in Liverpool standen? Oder gar zu den Familien, die Februar 1945 hier in Dresden alles verloren hatten: Familienmitglieder, Haus, Heimat, Hab und Gut – alles in der Hitze des Feuersturms zerschmolzen? Ich denke: Dieser Jesus in diesen Bildern hätte überhaupt nichts zu sagen. Er wäre zu schnell nervös, zu leicht beleidigt, besorgt um seine eigene Reinheit. Dieser Jesus beschäftigt sich nur mit den Menschen, die moralisch sauber sind und sich als harmlos präsentieren. Und mit kleinen Kindern, die ihm nicht und nie widersprechen und nie mit ihm oder miteinander streiten. Aber dieser Jesus existierte nicht; dieser Jesus hätte nicht fünf Minuten in der wirklichen Welt überleben können.

Und mit diesen Gedanken kommen die zwei aufwühlenden Erfahrungen meiner Jugend zusammen. Die wirkliche Welt ist oft ziemlich schmutzig, brutal, gefährdet und ungerecht. Moralische Fragen sind nicht immer einfach zu lösen und das Leben scheint oft zu kompliziert zu sein. Die wirkliche Welt lässt sich nicht in ein Kästchen setzen, wo alles rein und sicher gehalten werden kann. Aber, was im Christentum total überraschend vorkommt, ist der Begriff, dass Gott freiwillig genau in diese Welt hereinkam und sich nicht davon dispensierte. Der wirkliche Jesus wohnte auf dieser Erde, ging zu Fuss auf diesem Boden, atmete diese Luft, und engagierte sich in den Erfahrungen – das heisst, in der menschlichen Existenz – die wir als so schwierig und anspruchsvoll empfinden. Im Gegensatz zu den konfortablen und tröstlichen Darstellungen mancher kirchlichen Bilder finden wir, dass der Jesus der Evangelien – der palästinensische Handwerker – direkt  ins Herz der Finsternis hineinging, um der Welt einen anderen Weg anzubieten – das heisst, eine Alternative zu allem, was wir auf unserem Lebensweg gelernt haben: dass dies nur der Gang der Welt ist… dass es immer so war, dass es immer so ist, dass es immer so bleiben wird.

Deshalb wage ich zu behaupten: Es ist gefährlich, als Erwachsener die Evangelien zu lesen. Unsere Bilder von Jesus werden herausgefordert und unsere Vorurteile über Gott werden erschüttert. Im Brief an die hebräischen Christen schreibt der Autor: „Schrecklich ist’s, in die Hände des lebendigen Gottes zu fallen.“ Ich denke, dass es auch schrecklich ist, die Evangelien zu lesen und Jesus ernst zu nehmen.

Aber, wenn es tatsächlich die Gefahr gibt, dass wir den Jesus der Evangelien neutralisieren oder entkräften – vielleicht weil wir vorhaben, Jesus nach unserem eigenen Bild zu erschaffen – dann gibt es auch eine entsprechende Gefahr, dass wir die Sprüche von Jesus außerhalb irgendeines Kontextes zitieren oder sie für unsere eigenen ideologischen oder rhetorischen Zwecke in Anspruch nehmen. Wir vergessen einfach den großen Zusammenhang, den die Evangelien darstellen – was die Evangelien versuchen, uns zu lehren. Wir sind froh, wenn wir von Jesus das hören, was wir von ihm hören wollen…

Eine echte und ernsthafte Herausforderung für die heutigen Christen lautet: Wie lesen wir die Evangelien wie zum ersten Mal, aber gleichzeitig eine bestimmte Passage im Lichte der ganzen Geschichte? Ich möchte diese Herausforderung durch eine kleine Geschichte illustrieren – eine Geschichte von einer legendären Fledermaus.

Eines Tages kam eine kleine Fledermaus zurück in die Fledermaushöhle geflogen. Sie sah schrecklich aus:  IhrMund und ihre Zähne waren voll Blut. Die anderen Fledermäuse fragten erwartungsvoll: ‚Hast du etwas gefunden?! Zeig uns, wo!‘ ‚Lasst mich in Ruhe, ich habe Kopfschmerzen.‘ Wieder sagen sie: ‚Wo, wo warst du? Was hast du gefunden?‘… Schliesslich sagt die kleine Fledermaus: ,OK, OK, kommt mit.‘ Sie fliegen aus der Höhle, die kleine Fledermaus voran, tausende hinter ihr her. Sie fliegen einen Hügel hinauf, hinunter ins Tal, über den nächsten Hügel, rund um den nächsten Hügel, dann sehen sie einen Wald vor sich. Die Fledermaus stoppt, schwebt in der Luft. Tausende erwartungsvolle Fledermäuse hinter sich. Die kleine Fledermaus sagt: ‚Seht ihr den Wald da?‘ ‚Ja, ja, ja!‘ Seht ihr die Bäume im Vordergrund da unten?‘ ‚Ja, ja, ja!‘ Habt ihr den grossen Baum links vom Wald gesehen?‘ ‚Ja, ja, ja!‘ ‚Ich eben nicht!‘

Verstehen Sie das Problem, das wir vor uns haben? Wir achten auf die Einzelheiten und versäumen den klaren Sinn des Ganzen. Wir sind ein Bißchen wie die Nachfolger Jesu im wunderbaren und sehr lustigen Film von Monty Python, Das Leben des Brian. Jesus steht in der Ferne auf einem kleinen Hügel und lehrt die Menschenmenge, die aus den Dörfern zu ihm gekommen ist, um ihn zu hören. Das Problem besteht aber darin, daß die Menschen, die ganz hinten stehen, ihn nicht klar hören können. Ich muss es erst auf Englisch sagen: “Blessed are the cheesemakers…” “I think he means all manufacturers of dairy produce”. “Selig sind die Käsemacher…” “Aber wahrscheinlich meint er alle, die in der Milchproduktion arbeiten,” erklärt jemand in der Nähe. (Im englischen statt ‘peacemakers’ hat er ‘cheese makers’ gehört.) Aber diese komischen Menschen waren nicht die einzigen, die die Worte Jesu falsch hörten.

Jesus mißverstehen ist kein ungewöhnliches Phänomen.

Aber Jesus wußte auch aus erster Hand, wie einfach – fast normal – es ist, jemanden falsch zu hören oder zu verstehen. Seine Konflikt mit den religiösen Autoritäten fing fast direkt am Anfang seines öffentlichen Dienstes an – und dieser Konflikt ging grundsätzlich darum, daß diese sogenannten Kirchenführer und Bibellehrer die Worte der Bibel bis zu den tiefsten Einzelheiten studierten, aber den Sinn und Geist dieser Worte nicht verstanden. Die Hauptsache war, Gott zu lieben als Antwort auf Gottes Liebe zu uns, und diese Liebe zu Gott zu leben in der Liebe zum Nächsten. Es ging nicht darum, einfach Gesetze zu befolgen, mit dem Ziel, Gott zu gefallen. Es ging eben darum, dass unser Leben eine Antwort ist, auf Gottes Liebe zu uns. Die Hauptsache war unsere Antwort auf Gottes Liebe. Die religiösen Leiter waren Experten darin, die Hauptsache zu verpassen und Weg und Ziel zu verwechseln.

Also, was kann man sagen über die sogenannten Seligpreisungen, die die Bergpredigt eröffnen? Und wie sollen wir diese Texte lesen oder sie hören? Bald werden wir das entdecken.

[MUSICAL INTERLUDE]

2. Wie wir die Evangelien lesen sollen

Wir haben ein Problem damit, wie wir die Bibel lesen in der Kirche. In Gottesdiensten in der Kirche von England haben wir ein oder zwei Bibellesungen: meistens eine aus dem Alten Testament oder aus einer Epistel und eine aus einem Evangelium. Doch diese Texte wurden nicht als kleine Stückchen geschrieben, sondern als wohlkonstruierte Werke geschriebener Kommunikation. Sie entwickeln ein Argument oder erzählen eine Geschichte. Es ist Unsinn, einen Halbsatz aus dem Kontext zu reissen und zu meinen, die Hörer würden das verstehen. Wir würden nicht eine Seite aus Goethes Faust oder Thomas Manns Buddenbrooks lesen, und erwarten, dass es Sinn macht. Trotzdem erwarten wir, dass die Menschen lernen, die Bibel zu lesen, in dem sie jede Woche unzusammenhängende Abschnitte hören – wie wenn einige Takte Mozart hören, jemanden zu einem Mozart-Experten machen würde.

Eines der wichtigsten Elemente in jedem der vier Evangelien ist, was Jesus zuerst sagt. Seine ersten Worte sind wie die Brille, durch die der weitere Text gesehen, gelesen und verstanden werden muss. Zum Beispiel will Markus keinen langen theologischen Prolog (wie Johannes) oder viele Details über die Geburt von Jesus (wie es Matthäus und Lukas haben). Markus will so schnell wie möglich zum öffentlichen Auftritt von Jesus kommen – zur Action sozusagen.

Nachdem er ungeduldig durch Taufe und Versuchung in der Wüste gerast ist, lässt Markus Jesus in seine Heimat zurückkehren und seinen Auftrag beginnen (Markus 1:14-15): “Nachdem aber Johannes überantwortet war, kam Jesus nach Galiläa und predigte das Evangelium vom Reich Gottes und sprach: Die Zeit ist erfüllet, und das Reich Gottes ist herbeigekommen. Tut Buße und glaubt an das Evangelium!”

Das heißt, die Zeit auf die Ihr gewartet habt und für die Ihr gebetet habt, ist jetzt gekommen. Die Gegenwart Gottes ist wieder unter euch – dafür habt Ihr gebetet und danach habt Ihr euch gesehnt. Aber wagt Ihr es, die Gegenwart Gottes auf eine ganz neue Art zu sehen –  nicht darin, dass die Römer hinausgeworfen werden, und Ihr Recht erhaltet, sondern darin, dass Gott unter euch ist, sogar während die Römer bleiben, während eure Unterdrückung andauert, während eure Probleme ungelöst bleiben? Könnt Ihr eure Erwartungen loslassen, wie Ihr Gott seht und über ihn denkt? Dann gebt euch dieser guten Nachricht hin – mit Körper, Seele und Geist -, und lebt als ob das Reich Gottes hier wäre – das heisst, dass Gott in Jesus wirklich gegenwärtig ist. Das Reich Gottes ist hier.

Der Rest des Markusevangeliums stellt uns die Frage: Wie würde es aussehen, wenn Gott wirklich in der Person von Jesus gegenwärtig wäre? Was würde passieren? Was würden wir sehen? Oder wagen wir uns nicht, unsere Meinung (oder unsere Theologie) zu ändern? Der Rest der Geschichte zeigt auf, wie es einige Menschen wagten, zu bereuen (und dadurch gesegnet wurden), und wie andere es nicht wagten, zu bereuen (und ihn kreuzigten). Auf diese Weise sollten wir das Markusevangelium lesen: den Rest der Geschichte in Anbetracht dieser beiden Verse und dieser vier Äußerungen: “Die Zeit ist erfüllet, und das Reich Gottes ist herbeigekommen. Tut Buße und glaubt an das Evangelium!”

Das Johannesevangelium funktioniert ähnlich, und doch anders. Johannes entwickelt einen langen theologischen Prolog, und beendet diesen mit folgender Aussage: “Und das Wort ward Fleisch und wohnte unter uns, und wir sahen seine Herrlichkeit, eine Herrlichkeit als des eingeborenen Sohnes vom Vater, voller Gnade und Wahrheit.” (Johannes 1:14). An diesem Punkt soll der Leser innehalten und sich die offensichtliche Frage stellen:  Was hast du gesehen? Wie hat es ausgesehen? Und der Rest des Johannesevangeliums beantwortet diese Fragen: Was sie sahen, wie das fleischgewordene Wort aussah und tönte, was er tat und sagte… und wie die Menschen auf das, was sie sahen und hörten, reagierten. So sollten wir das Johannesevangelium lesen: den Rest der Erzählung in Anbetracht dieses grundlegenden Verses gegen Ende des Prologs.

Und Mattäus? Nun Matthäus befasst sich mit Details. Wo kommt Jesus her? (Er kommt aus Israel.) Wie ist er hierher gekommen? (Seine Geburt war ungewöhnlich.) Wer hat ihn erkannt? (Überraschenderweise die Ausgegrenzten – wie die Hirten, zum Beispiel.) Ägypten sei ein Land der Sicherheit anstelle von einem Land der Sklaverei oder Unterdrückung. Er zitiert die Propheten und zeigt die Taufe als den neuen Auszug. Genauso wie Israel im Alten Testament verbringt Jesus eine Zeit in der Wüste, wo er herausgefordert wird: Was für ein König bist du wirklich? Wie gehst du eigentlich mit Macht um? Und so weiter. Er verkündet: das Reich Gottes ist unter euch… jetzt. Er wählt seine Freunde aus – diejenigen, die wir beobachten und denen wir folgen müssen während dem Rest der Erzählung, um zu erkennen, wie das Königreich aussehen, tönen und riechen könnte. Dann gelangen wir zu Kapitel 5 – wie Mose zum Sinai. “Kehrt um! Folget mir nach! Das Königreich, das ich verkünde, sieht so aus…! Wagt Ihr es nun aus einem anderen Blickwinkel zu schauen: die falschen Menschen sind gesegnet!”

Und an dieser Stelle müssen wir das Paradoxe verstehen. Die Römer sind immer noch hier, die Kranken sind immer noch krank, die Trauernden leiden immer noch, die Armen sind immer noch arm, die Mächtigen und die Gewalttätigen sind immer die Gewinner – so ist die Welt nun mal.

Ist also Jesus ein Träumer, wenn er die Welt auf den Kopf stellt und behauptet, dass es die falschen Menschen sind, die ‘gesegnet’ sind? Verhöhnt er die Erfahrungen von jenen, die arm sind, leiden, trauern oder immer schlecht wegkommen? Der Rest der Erzählung ist voller Überraschungen, Paradoxien, Herausforderungen und Angriffen. Die Erzählung wirft die Frage auf, wer die Menschen sind, die wirklich ‘gesegnet’ sind – die Reichen, die Schönen, die Mächtigen, die Erfolgreichen (wie es zu Jesu Zeiten angenommen wurde)… oder diejenigen, die ganz unten gehalten werden. Und wenn es tatsächlich jene von ganz unten sind, die ‘gesegnet’ sind, was bedeutet es dann, ‘gesegnet’ zu sein? Und ist es nicht einfach unmenschlich und pervers, jemandem, der alles verloren hat, zu sagen, dass er sich gesegnet fühlen soll?

Und wenn wir uns in diesen Kontext einordnen, können wir uns dann als gesegnet erachten – selbst inmitten von ungelösten Problemen, von Trauer und Schmerz, von Ungerechtigkeit und unverdienten Leiden?

[MUSICAL INTERLUDE]

3. Die Seligpreisungen

Ich glaube, einer der größten Fehler, den wir bei den Seligpreisungen machen, ist, dass wir sie als ethische Ermahnungen verstehen. Was ich damit meine, ist, dass wir einfach den Sinn übersehen, wenn wir denken, dass Jesus seinen öffentlichen Dienst mit einigen ethischen Vorgaben oder Vehaltensnormen beginnt, die wir befolgen sollten. Noch gibt Jesus denjenigen, die im Moment leiden, Hoffnung auf einen späteren Himmel – eine Art Opium für das Volk, wie Karl Marx es ausgedrückt hatte: Ein Trugbild, das uns davon befreit, die Ursachen von Schmerz und Ungerechtigkeit jetzt in Angriff zu nehmen.

Nein. Jesus verkündet, dass in der gleichen Welt, in der Ungerechtigkeit, Schmerz und Leiden immer noch vorherrschen, nun andere Regeln gelten. In der Tat verkündet Jesus wunderbare Neuigkeiten: Das Leben nimmt ein neues Gesicht an, wenn wir es im Lichte von Gottes Wesen und Liebe sehen und leben. Eine neue Welt ist gekommen und Jesus selbst ermöglicht Zugang zu ihr.

Also sagt er zu seinen Freunden (und zu jenen, die um ihn herumstehen und ihm zuhören): In einer Welt, die die Macht und die Durchsetzung von Macht durch Gewalt liebt, sind es tatsächlich die Armen und die Sanftmütigen, die Schwachen und die Verlierer und die Hinterbliebenen, die Gottes Gegenwart und Berührung kennen; in einer Welt, die Jugend und Schönheit, Erfolg und Reichtum verehrt, sind es tatsächlich die Armen und die  Hässlichen und die scheinbar schwachen Versager, die Gott am Nächsten stehen.

Und weshalb sagt dann Jesus so etwas scheinbar Lächerliches? Weil die Welt es falsch verstanden hat: Die Reichen haben alles zu verlieren und werden von der Angst, alles zu verlieren, getrieben… während die Armen nichts zu verlieren haben; die Schönen fürchten, dass ihre Schönheit verblasst… während die Hässlichen wissen, dass sie nichts zu verlieren haben.

Und das ist der Schlüssel zu den Evangelien. Wer sind die Menschen, die ‘umkehren/bereuen’, und Gott, die Welt und sich selbst durch Gottes Augen sehen können? Es sind diejenigen, die ihre Bedürftigkeit kennen; diejenigen, die keine Erinnerung daran benötigen, dass sie versagt haben; diejenigen, die in den Spiegel schauen und wissen, dass sie keinen Anspruch auf Reinheit, Schönheit und Macht erheben können. Und auf der anderen Seite, wer sind die Menschen in den Evangelien, die Jesus abweisen und seine Wege für zu schwierig erachten? Es sind diejenigen, die viel zu verlieren haben: religiöse Reinheit, politische Macht, gesellschaftliche Stellung, Unabhängigkeit… auch ihre Selbstgenügsamkeit und ein grosses Ego.

Durch den Rest des Evangeliums wird Jesus diese Verkündigung machen. Und diese Verkündigung bringt uns immer wieder zu der Frage zurück, mit der Matthäus sich beschäftigt, als er diese Geschichte auf seine typische Art erzählt: wo stehen wir Leser oder Zuhörer in dieser Geschichte? Mit welcher Gruppe? Unter denjenigen, die Jesus verstehen und wissen, wie es jetzt aussieht, wenn man alles und alle durch die Augen Gottes anschaut – oder unter denjenigen, die zu viel zu verlieren haben und deshalb denken, dass es besser wäre, wenn man Jesus los würde? Wir können diese Frage einfach vermeiden, aber sie ist vom Anfang seines öffentlichen Dienstes im Mund Jesu. Wie reagieren wir auf diese Frage: als Menschen, als Kirche, als Gesellschaft?

Klar, wenn das so gelesen wird, sehen wir, dass Jesus die einlädt, die es wagen durch Gottes Augen zu sehen, in der wirklichen Welt zu leben – hier und jetzt, sogar während die brutalen und scheinbar allmächtigen Römer unser Leben beherrschen – nach ganz anderen Werten. Wir werden jetzt leben, als ob das Reich Gottes schon gekommen wäre und Gottes Willen getan wird wie im Himmel, so auf Erden. Wir werden uns weigern zu akzeptieren, dass nur weil die Welt jetzt so ist wie sie ist, wir uns niederlegen müssen und es annehmen.

Wie auch immer, es gibt einen weiteren Punkt, der im Zusammenhang mit den Seligsprechungen beachtet werden muss. Er hat zu tun mit unserem Verständnis und unseren Annahmen über das Wort “Selig”. Es ist schwierig zu übersetzen, sowohl auf Englisch wie auf Deutsch. Makarios ist auf Englisch “blessed” oder  “happy”. Glücklich sind die, welche trauern, zum Beispiel. Beides ist nicht richtig, beide Worte entsprechen nicht dem Wort “makarios”. Die Deutschen Wörter sind “‘selig’, ‘glücklich’ and ‘glückselig’. Es ist gefährlich, mit einer fremden Sprache herumzuspielen, aber diese Wörter treffen es auch nicht richtig. Lassen Sie mich das illustrieren mit einer Beobachtung, die ich vor einigen Monaten in einer – völlig säkularen – BBC-Sendung machte, die von 10 Millionen gehört wurde.

Ich war in Wittenberg an einer Konferenz mit der Meissen Kommission und am Sonntag Morgen besuchten wir einen Gottesdienst in der Schlosskirche. Es war ein wenig ironisch, zwischen den Gräbern von Martin Luther und Philip Melnachthon zu stehen, genau im selben Moment als der Papst in England den Kardinal John Henry Newman selig sprach Der Prediger in der Schlosskirche machte uns aufmerksam auf eine Tramhaltestelle und ich musste lachen, als ich ihren Namen hörte.

Offenbar endet eine Tramlinie in der Stadt Halle an einem Platz, der Frohe Zukunft heisst. Ich habe keine Ahnung, ob das ursprünglich ironisch gemeint war wenn man bedenkt, dass das Leben fast ein halbes Jahrhundert lang unter der Faust der Sowjets nicht wirklich überhaupt irgendeine Zukunft versprach oder ob es auf eine Zeit zurückgeht, als die Zukunft wirklich hell und froh erschien.

Aber was für ein grossartiger Name für das Ende einer Tramlinie. Man kann nicht weitergehen, alles vor dir ist eine glückliche Zukunft. Fantastisch.

Das Problem ist, allerdings, dass die meisten von uns ziemlich zynisch sind wegen solchen Versprechungen. Leute, die grossen Versprechungen glauben, sind in der Regel am Ende schwer enttäuscht. Sogar Lotteriegewinner beklagen sich manchmal, dass etwas von ihrem Selbst verloren ging unter dem Gewicht des neu gefüllten Bankkontos.

Nun, wir müssen nicht traurig werden deswegen wie in dem Lied von Bruce Cockburn wo er singt: “Anything can happen alles kann geschehen Darum ist es wahrscheinlich am Besten, wenn ich nicht aus dem Bett steige am Morgen (Er meint das ironisch!)

Aber  wir müssen realistisch sein. Schliesslich hat der grössereTeil der Weltbevölkerung nicht Zeit oder Raum um darüber nachzudenken was glücklich sein heisst sie sind zu sehr damit beschäftigt, sich und ihre Familien am Leben zu erhalten und mit Nahrung zu versorgen. Was suggeriert dass die Suche nach Glück als Selbstzweck ein Luxus ist für Leute, die sich das leisten können.

Eine der Sachen, die mich immer an der Person Jesus von Nazareth angezogen hat, war, dass er nie jemanden verführt hat, ihm nachzufolgen. Ja, er hat über die Fülle des Lebens gesprochen und was es heisst, frei zu sein, das Leben in Fülle zu leben. Aber das einzige, was er seinen Nachfolgern versprach, war ein Kreuz. Und das Versprechen, dass man Leben und Erfüllung nicht im Anhäufen von Dingen findet, sondern beim Loslassen von Dingen, die uns davon ablenken, was wirklich wichtig ist im Leben.

Das ist keine leichte Botschaft in einer Konsumenten-Kultur. Also müssen wir vielleicht neu definieren, was wir hoffen, wenn wir nach einer glücklichen Zukunft fragen.

Ich hätte dazufügen können: “Oder eine glückliche Gegenwart”. Was Jesus in den Seligpreisungen ankündet, ist dass Menschen, die die Welt durch Gottes Augen sehen – auch wenn es nur unscharf ist – sehen, wie ihr Leben verändert wird. Es geht nicht darum, wie gemütlich sie sich fühlen oder wie sicher sie sich fühlen. Es ist nicht geformt dadurch, wieviel sie besitzen oder wie gross ihr Einkommen ist.

Der Apostel Paulus ist erfasst worden von dieser Art des Sehens, wenn er im Brief an die Christen in Philippi schreibt: “Ich sage das nicht, weil ich etwa Mangel leide. Denn ich habe gelernt, mich in jeder Lage zurechtzufinden: Ich weiß Entbehrungen zu ertragen, ich kann im Überfluss leben. In jedes und alles bin ich eingeweiht: in Sattsein und Hungern, Überfluss und Entbehrung. Alles vermag ich durch ihn, der mir Kraft gibt (4:11-13).

Mit anderen Worten: Er bietet eine veränderte Perspektive an, die unser Sehen, Denken und Leben transformiert, (völlig verändert) – egal wie die genauen Umstände sein mögen, in denen wir leben.

Und das ist die Stelle, an der ich denke, dass wir in der westlichen Welt ein ernstes Problem haben. In einem Sinn ist es zusammengefasst in der amerikanischen Verfasssung, die ohne Argument oder logische Herleitung proklamiert, dass menschliche Wesen (oder, mindestens die Amerikaner!) ein Recht auf Glücklich Werden haben. Wie auch immer, dieses Glück ist nirgends definiert. Aber die allgemeine Annahme ist, das Glück mit einem problemfreien, materiell komfortablen, unabhängigen und stets zufriedenen Leben zu tun hat. Es scheint dumm zu sein, auch nur daran zu denken, den Leuten zu sagen, dass sie dem so verstandenen Glück NICHT nachrennen sollen.

Aber Jesus scheint anders zu denken. Er meint, dass die Suche nach (privatem) Glück eine Illusion ist, die in die Irre führt – eine die mit Garantie  a) die Suchenden wird unzufrieden zurücklassen (es gibt immer noch mehr, das man haben könnte, man könnte immer noch glücklicher sein, usw) und b) nimmt diese Suche deinen Fokus weg von dem Ziel, das du wirklich verfolgen solltest (was etwas zu tun hat mit freigesetzt werden, um die Person zu werden, zu der Gott dich erschaffen hat). Jesus hatte eindeutig keine gewinnende Werbe-Kampagne im Sinn, als er versprach, dass frei sein heisst: Weggeben, Loslassen, unabhängig sein – und lernen, zufrieden zu sein, egal in welchen Umständen im Leben wir uns befinden. Eines der bemerkenswerten Dinge an den Evangelien ist, dass überhaupt jemand Jesus irgendwohin gefolgt ist.

Aber das ist vielleicht genau der Punkt. Wenn Leute, die wenig oder nichts zu verlieren haben, Jesus treffen, waren sie angezogen von dieser Art des Sehens und Denkens und Lebens. Sie verstehen es nicht alles am Anfang ihrer Beziehung mit ihm, – tatsächlich haben manche auch nach der Auferstehung noch grosse Mühe, es zu begreifen, aber Schritt für Schritt merken sie, wie die “Linse hinter den Augen” (durch die sie Gott, die Welt und die Menschen – und sich selbst – sehen) angepasst wird, so dass sie anfangen anders zu denken, zu sehen und zu leben.

Ich denke, dass die Bergpredigt darum mit den Seligpreisungen beginnt. Während die Erzählung von Matthäus weitergeht, werden wir die Armen im Geiste antreffen, die “selig” sind; wir werden die antreffen, die trauern, und Zeugen sein, wie wie gesegnet werden, weil sie dem begegnen, der auferstehen wird und ein neues Licht auf Verlust und Tod werfen wird. Wir werden die Sanftmütigen antreffen und uns wundern, wie sie fest und ruhig bleiben, wenn sie von den Mächtigen konfrontiert werden, die Gewalt ausüben und damit drohen, andere zu kontrollieren, um ihren eigenen Status zu erhalten.

Die Logik dieses Textes ist einfach das: Wir entdecken, wer Jesus ist; wir werden eingeladen, mehr wie er zu werden. Nicht in einem frömmlerischen oder nur spirituellen Sinn, sondern in dem Sinn, dass die, die seinen Namen tragen – die Christen – anfangen, zu sehen und fühlen und hören wie der Jesus, über den wir in den Evangelien lesen.

Wir werden langsam zu Menschen, die “gesegnet” sind, und – wie Abram in Genesis 12 – nur antworten können auf die Grosszügigkeit Gottes, indem wir ein Segen für die Welt werden und sind.

Das ist die Logik, die in den Seligpreisungen steckt. Wir müssen uns nicht “benehmen”, wie es die Seligpreisungen eindringlich beschreiben, die Seligpreisungen sind nicht dafür (als Anleitung zum Handeln) da. Sondern wir leben anders in der wirklichen Welt, in die wir gestellt wurden, und wir spiegeln den Jesus der Evangelien in dieser Welt. So, wenn Leute uns berühren oder sehen oder hören, sollten sie etwas fühlen, etwas aufblitzen sehen (von der Wirklichkeit Gottes), die Stimme von Jesus hören – sogar dann, wenn er sagt, dass die Welt nicht so ist, wie die Welt behauptet sie sei, sondern dass sie jetzt anders ist, weil Er hier ist.

Wir können sehen, schliesslich, dass dies keine Predigt im herkömmlichen Sinne ist. Es ist eine ausdrückliche Einladung, von einer neuen Sicht bestimmt zu werden – eine Sicht, die uns verändert mitten in unserer Umgebung und uns frei macht. Die Römer bleiben (mindestens für den Augenblick), die Unterdrückung dauert an; aber Gottes Gegenwart kann nicht einfach mit der Lösung all unserer Probleme verbunden werden, sondern mit dem verändernden Leben Gottes mitten in diesen Problemen. Wie wir am Anfang gesehen haben, geht Gott in die Welt hinein und in alles, was die Welt ihm anwirft. Er nimmt sich selbst nicht daraus heraus oder gibt sich spezielle Privilegien.

Nun, das kann auf vielerlei Weise angewandt werden. Ich könnte darüber sprechen, wie wir Christen in einer ökonomischen Rezession leben sollten und wie wir selbst Christus sein sollten für die, deren Leben härter geworden ist. Aber ich brauche das nicht alles auszubuchstabieren. Jesus überliess es seinen Zuhörern, die Konsequenzen aus seinen Worten herauszufinden und ich werde das auch tun!

Die Pointe des Ganzen ist einfach: Wenn wir gesegnet worden sind durch unsere transformierende (verändernde) Begegnung mit Jesus Christus, dann müssen wir ein Segen sein für die Armen, die Sanftmütigen, die Trauernden – und so weiter. Die neue Art zu sehen bringt eine Verpflichtung mit sich – eine Mission (einen Auftrag), – wir können nicht davor fliehen. Es ist keine Einladung zur Selbstverwirklichung oder zum persönlichen Glück; es ist keine Einladung wegzugehen in eine introvertierte Welt privater Frömmigkeit oder befriedigenden Spiritualität, es ist keine Einladung, aus der Welt zu fliehen.

Es ist vielmehr eine Einladung, in die Welt hineinzugehen, wie es Jesus tat und anzunehmen, was immer auf uns zukommt, wenn wir die Annahmen der Welt, was und wer wichtig ist, hinterfragen. Das ist genau das, was Paulus im Auge hatte, als er den Christen in Rom schrieb:  “Ich ermahne euch nun, liebe Brüder, durch die Barmherzigkeit Gottes, daß ihr eure Leiber begebet zum Opfer, das da lebendig, heilig und Gott wohlgefällig sei, welches sei euer vernünftiger Gottesdienst. Und stellet euch nicht dieser Welt gleich, sondern verändert euch durch die Erneuerung eures Sinnes, auf daß ihr prüfen möget, welches da sei der gute, wohlgefällige und vollkommene Gotteswille (12:1,2).”

Jesus ging auf einen Berg, setzte sich und fing an, seine Freunde zu lehren. Jesus ging auf mehrere Berge während der kurzen Zeit seines Dienstes. Die Leute, die mit ihm waren, wollten meistens dort oben bleiben, den Ruhm geniessen und das Ganze zu einer spirituellen Erfahrung machen. Jesus nötigte sie immer, mit diesem Unsinn aufzuhören, vom Berg herunterzusteigen und sich in das wirkliche Leben hineinzuwerfen – im Lichte der Erfahrung, die sie gemacht hatten (aber die man nicht konservieren kann).

Ich denke, dass der selbe Jesus uns einlädt, auf ihn zu hören, mit ihm zu sein, etwas davon zu erkennen, wie die Dinge in seinen Augen aussehen… Und dann weiterfahren, in der wirklichen Welt zu leben… ohne Rücksicht auf die Kosten.

“Ihr seid das Salz der Erde. Wo nun das Salz dumm wird, womit soll man’s salzen? Es ist hinfort zu nichts nütze, denn das man es hinausschütte und lasse es die Leute zertreten. Ihr seid das Licht der Welt. Es kann die Stadt, die auf einem Berge liegt, nicht verborgen sein. Man zündet auch nicht ein Licht an und setzt es unter einen Scheffel, sondern auf einen Leuchter; so leuchtet es denn allen, die im Hause sind. Also laßt euer Licht leuchten vor den Leuten, daß sie eure guten Werke sehen und euren Vater im Himmel preisen.”

The Archbishop of York preached at an ecumenical service in the Frauenkirche in Dresden this morning. This service marked the conclusion of the German celebration of the twentieth anniversary of the signing of the Meissen Agreement in 1991 (obviously). It also marked the end of the Delegation Visit. We were in Meissen yesterday.

However, it wasn’t all about partying. We also had work to do and this time the theme was ‘visitation’ – which sounds unbelievably dull until you get into it. The basic question is: how do our churches provide for effective pastoral supervision and support of clergy and parishes? In both the Landeskirchen of the EKD and the dioceses of the Church of England part of the bishop’s role is to find a way of encouraging and challenging clergy and local parishes. The genius is in getting the balance right between the encouragement and the challenge.

The Germans contributing to this visit described a very thoroughly worked out approach to visitation, instigated by the bishop, but involving a team of people. Lots of paperwork is required before the team visits and meets with people involved in church and local life. Reports are written afterwards, with an emphasis on the local church identifying it’s priorities for the next five or ten years. It clearly involves a huge amount of time and resource.

This process was described at one point as ‘pulling the cupboard away from the wall and seeing where the spiders are hiding. The process leads to some clergy deciding their future ministry lies elsewhere; some parishes decide they need a change of minister. Most, however, find the whole process constructive, helpful, encouraging and challenging because it compels them to examine their corporate life and ‘own’ its future shape and direction.

In the Church of England ‘visitation’ is driven by the bishop and archdeacon. We try to minimise the bureaucracy and maximise the impact, but there is no single, simple way of doing it across the country.

The interesting point here, however, is not the specifics of how visitation is done in a particular Landeskirche or diocese, but, rather, how the exercise of thinking about it away from home – and seeing it through the eyes and experience of another culture – is immensely helpful. I might have been away from Bradford for four days, but the benefit for the Diocese of Bradford comes from the bishop thinking through how to shape the pastoral care, support, encouragement of and challenge to clergy and parishes from 2012 onwards. Amid the sheer busyness of normal life in Bradford it is hard to take a step back and think clearly; thinking with others in Dresden has been very useful and stimulating.

Basically, it looks like this. I have so far visited six out of the eight Deaneries in the Diocese of Bradford – the last two will follow before Christmas. Having by then met all the clergy and seen many of the churches and parishes, how do I best ensure from 2012 that I and my colleagues know the clergy and the contexts in which they work? What sort of achievable and manageable structure of regular visitation will help the clergy and parishes best whilst also keeping me up to speed with developments? How do I best support what is going on in the parishes?

Some see any such thinking about visitation as threatening. Indeed, we asked the Germans how these visitations are regarded by their clergy and churches: most welcome it because (a) it means they are being taken seriously, (b) it means they will get a reality check with the help of people who see from a different perspective, (c) it will force some strategic thinking, (d) it will raise confidence in the ability of the bishop to understand the realities of the particular parish’s life, and (e) it will ensure that accountability is taken seriously on all fronts.

But, some will see it as some sort of Ofsted inspection from hierarchy.

It seems to me that good management and supervision equals good pastoral care. Such visitations – however they are shaped – brings the benefit of an outside eye and must be essentially supportive. Which is the same principle as coming away and looking through the eyes of another group in order to better see and understand what is going on at home.

I am in Dresden for a Meissen Delegation Visit with the Archbishop of York until Sunday. I am the Anglican Co-chair of the Meissen Commission which handles relations between the EKD and the Church of England since 1991.

Apart from the hard work on theological and practical issues, we have also had some fun. This evening we attended a brilliant organ concert at the incomparable Frauenkirche – the church the Allies destroyed during WW2 and in which I delivered a Bible Study during the Kirchentag last May.

I am not a great fan of organ music, but this exposition of JS Bach’s Die Kunst Der Fuge (14 fugues and 4 Canons) played to a packed house by the Frauenkirchenorganist Samuel Kummer was just brilliant. Organists must be the best musicians there are – they have to use so many fingers and toes – and this performance was mesmerising.

It made me think about the importance of ‘live’ music. Like with preaching, it is the event itself that defines the performance and content. Recorded music is wonderful, but the live event is by definition unrepeatable, utterly unique, of the moment. It is risky – anything could happen and anything could go wrong, especially in something so long and complex as the Bachzyklus XVIII.

Why were there hundreds of people in the church, many of them young and including a number of children? What on earth brings such a cross-section of humanity to a church to listen to an organ that is so high up that you cannot see the organist anyway? Why bother to turn out on a cold night to listen to something you could hear on a CD in the warmth and comfort of your own lounge – and probably for the same price?

The answer is probably complex. But, the combination of architecture, ambience, the shared experience, the live nature of the event, the atmosphere and the sheer artistry all combine to draw people to experience something unique and uniquely beautiful. You just can’t imitate in your living room the volume and nature of a major organ played in a vast and beautiful space.

It is a pity that the ‘event’ is so easily traded for a lesser, more accessible experience. I wonder if the experience of ‘live’ music is something that every child should be exposed to early on – something that should be commended and recommended to anyone wanting to know they are alive. And I wonder if people like me – those who preach, debate, communicate in a variety of media and contexts – need to make the ‘event’ so unique, so unmissable, so unrepeatable that curiosity and the need to discover one’s pulse will draw people to it?

Musings in Dresden after a long day.

Tomorrow we continue the business as we go to Meissen itself to begin celebrating 20 years of the Meissen Agreement. We end back at the Frauenkirche in Dresden on Sunday before the long journey back home.