The newspapers variously report today on the debate in the House of Commons about foodbanks.

OK, make allowances for the natural party-political hype and journalistic attribution of motive to anyone with whom they disagree, but this still makes anyone with an eye on our future social stability worry. There might be very good reasons why Iain Duncan-Smith left the debate early and refused to speak in it; and there might be reasons why the government benches laughed while stories of poverty and serious hardship were being related from the benches opposite. I wasn't there, wasn't able to follow the debate (I have a day job), and am not in a position to judge.

However, the existence and proliferation of foodbanks should be a source of shame and shock, not an excuse to score political points. We shouldn't turn our horror at the impact and implications of austerity onto mocking IDS as he leaves the chamber early. This isn't about him; our focus should be on constantly holding before him and those with power the consequences of the value systems driving policy at present.

I wonder if anyone referenced Fr Timothy Radcliffe's recent Romero lecture. If not, they should have done. It should be read in full (despite the alarming number of typos). Poverty, especially as experienced by the young, will infect generations to come, and influence their identity/solidarity with wider society. When George Osborne asserts that “we are in it together,” there will be a generation of cynics who will wonder what the 'it' was.

… “forgive me for being vastly oversimplistic. The poor suffer violence in our society too. Everywhere food banks are opening because ever more people in Britain, the sixth richest country in the world, simply cannot afford to eat. Children arrive hungry at school every morning. Millions of people, especially the young, see no future, no hope. Cathy Corcoran from the Cardinal Hume Centre said to me: ‘If you are a long term street homeless person in the UK your life expectancy is mid- 40s max – if you have an intravenous drug issue on top then it comes down to the mid-30s.’ People disappeared from the streets of San Salvador because they were murdered by death squads. They disappear from our streets because they die. Our country is afflicted by a vast, hidden violence on the poorest. If we do not open our eyes to it and respond, then it will surely erupt and destroy our society before long.

Our blindness to this violence is not just due to ignorance. The way that we see the world filters out the dramas of their lives. The French anthropologist Pierre Bourdieu says that every society has a cognitive map which silences some people. They disappear into what he calls ‘social silences.’

This is for at least two reasons. In our world everything is quantified, measured, administered. David Graeber writes that it is ‘money’s capacity to turn morality into a matter of impersonal arithmetic’ which justifies ‘things that would otherwise seem outrageous or obscene.’ Of course statistics matter. I am a great fan of the admirable Office for National Statistics. It keeps politicians truthful. But if numbers shape our cognitive map, then the poor will disappear and we shall not register the violence that they endure.” (Fr Timothy Ratcliffe)

 

This is the text of my paper to the Konrad Adenauer Stiftung symposium in Cadenabbia, Italy, on Religion in the Public Space on 29 October 2013.

Der Weg der Kirche von England gegenüber Unwissen und Distanz zu religiösem Glaube

Ich möchte mit einer Frage anfangen: Für wen ist die Kirche von England eigentlich da? Denn, wie Bob Dylan es formuliert: “The times they are a-changin'”. Und die Kirche existiert nicht primär für diejenigen, die jeden Sonntag an einem Gottesdienst teilnehmen, sondern für alle, die in England leben, ob sie gläubig sind oder nicht.

In England unterliegen wir nicht dem Irrtum, das Christentum sei tot. Es sind diejenigen Formen des Christentums und der Kirche, die im Britischen Empire entstanden und im 19. Jahrhundert exportiert wurden, die im 20. Jahrhundert anfingen dahinzusiechen, als Europa von Kriegen und Gewalt erschüttert wurde und Fragen laut wurden über Gott, die Geschichte und die Rolle (Bedeutung? )der Menschheit. Die bisherigen Überzeugungen über den Platz und die Rolle der Kirche in der Gesellschaft wurden in diesem Jahrhundert erschüttert, und zu Beginn des 21. Jahrhunderts sind Religion allgemein und das Christentum im besonderen leichte Beute für herablassende Ablehnung sowohl in der akademischen wie der populären Kultur.

Heutzutage müssen wir einfallsreich, selbstbewusst und fantasievoll sein, wenn wir den Ort und die Bedeutung des christlichen Glaubens für das persönliche und das öffentliche Leben beschreiben und dafür streiten wollen. Wir müssen Wege finden, das Evangelium von Jesus Christus so zu beschreiben – und als Zeugen dieses Evangeliums zu leben – die Menschen zur Kirche ziehen. Und wir müssen junge Christen ausbilden, die bislang keine Ahnung haben von der Bibel oder irgendeiner christlichen Geschichte. Mit anderen Worten: Die Kirche muss sich ihren Platz in der Gesellschaft verdienen und sie muss im öffentlichen Raum selbstbewusst agieren; die Kirche kann nicht davon ausgehen, einfach einen Platz in der Nation oder eine Stimme im öffentlichen Raum zu besitzen.

Diese Einsicht ist besonders wichtig in einer Zeit, in der der Säkularismus stärker wird – insbesondere in der Gestalt der aggressiven neuen Atheisten. Terry Eagleton (prominente britische Professor of Cultural Theory and English Literature) wirft den neuen Atheisten vor, einen billigen Atheismus zu betreiben – ohne die intellektuelle Anstrengung des Nachdenkens und Debattierens selbst zu leisten, sondern stattdessen auf dem Rücken anderer Leute wie (Professor) Richard Dawkins zu reiten, der, statt über einen Fall zu diskutieren, einfach eingängige Feststellungen trifft.

In England hat der Aufstieg des Säkularismus, begleitet von der modischen und oft vereinfachenden Missionierung durch die neuen Atheisten, eine Atmosphäre sowohl von Skepsis (die meiner Meinung nach ganz gesund ist) und Zynismus (der ungesund ist) geschaffen. Man könnte einiges sagen über die Art und Weise, wie diese Debatten in den Medien geführt werden, aber für meine Zwecke hier genügt es zu sagen, dass es zumindest einen sehr hilfreichen Effekt auf die Kirche hat: Christen müssen stärker nachdenken, sie müssen ihren Glauben kennen und ihn leben, sie müssen sich bewusst für ein Leben in der Kirche entscheiden (und nicht einfach hineingeboren werden) und müssen selbstbewusster sein als Christen in der großen weiten Welt. Religiöser Glauben darf sich genauso wenig in die geschützte Privatsphäre zurückziehen, wie die Säkularisten allein Anspruch auf den öffentlichen Raum erheben dürfen.

Dies ist der kulturelle Hintergrund, vor dem alles andere in England stattfindet. Eine Wissenschaftlerin, mit der ich neulich sprach, beklagte sich bitterlich über die Unwissenheit von Schülern und Studenten im Blick auf Religion allgemein und das Christentum im Besonderen. Wie soll man englische Geschichte, Kunst, Literatur, Poesie oder Musik verstehen, ohne ein paar grundlegende Geschichten der Bibel und ihre Sprache zu kennen? Es ist ein bisschen so, als wollte man die deutsche Politik und Geschichte verstehen, während man die Reformation oder die Rolle des Christentums in Europa ignoriert.

In England bezeichnen wir das als ‚religiöses Analphabetentum‘ und es ist vor allem in Bezug auf die Medien von Bedeutung. Die BBC hat inzwischen eine interne Fortbildung, mit der sie den Versuch macht, Journalisten und Moderatoren im Blick auf die Rolle der Religion in der Welt weiterzubilden. Es ist einfach unmöglich, den Irak, Afghanistan, Syrien, den 11. September, die Vereinigten Staaten von Amerika – um nur ein paar zu nennen – ohne differentierte Kenntnis der Religion zu verstehen.

Vor zwei Wochen (am 17en Oktober) haben eine Medienfirma und der Theos Think Tank in London eine Initiative gestartet. Sie wollen regelmäßig kostenfreie Podcasts produzieren, die sich mit der sich wandelnden religiösen Landschaft Englands auseinandersetzen. In der entsprechenden Pressemitteilung heißt es:

“Der Kirchenbesuch ist in Großbritannien dramatisch zurückgegangen, nur noch 7 Prozent (der Bevölkerung) besuchen jede Woche einen Gottesdienst. Dennoch bezeichnet sich jeder Dritte derjenigen, die nie eine Kirche besuchen, als Christ, und mehr als jeder Dritte glaubt an eine höhere Macht. Weniger Menschen fühlen sich von organisierter Religion angezogen, aber mehr Menschen glauben an Engel – jeder Dritte tut das. Gleichzeitig erleben manche Glaubensgemeinschaften eine Blütezeit wie nie zuvor – von den schwarzen Pfingstkirchen bis zum Buddhismus. Dieses neue spirituelle Klima will „Things Unseen“ – Unsichtbare Dinge thematisieren, indem es zum Nachdenken anregende, intelligente Radiobeiträge als freie Downloads anbietet.

Unsichtbare Dinge will Themen anpacken, die im Blick auf das neue spirituelle Klima wirklich erstaunlich sind:

  • Grenzphänomene religiöser Erfahrung, wie etwa „Phantombesuche“ von Sterbenden. Ein Wissenschaftler sagt, dies ist nicht einfach nur der Stoff, aus dem schlechtes Nachtprogramm im Fernsehen gestrickt wird – aber wie passen solche Phänomene in die Weltsicht des Christentums und anderer Religionen?
  • Neue Dilemmata, wie zum Beispiel das ethische Minenfeld, das sich durch die Sozialen Medien in einer multi-religiösen Welt ergibt
  • Die spirituelle Dimension der sogenannten human interest stories – der Geschichten, die das Leben so schreibt. Diese spirituelle Dimension wird selten betrachtet – zum Beispiel die langfristigen spirituellen Folgen für diejenigen Familien, in denen ein Angehöriger vermisst und niemals gefunden wird.”

Dies fasst die Situation in England ganz gut zusammen und – wie ich vermute – auch die Situation in anderen europäischen Ländern, wenngleich sie dort vielleicht noch nicht so klar erkennbar ist. Die Art und Weise, wie religiöser Glaube zum Ausdruck gebracht wird, verändert sich rapide und organisierte Religion sieht sich vor ernsthafte Herausforderungen gestellt.

Der Aufstieg von Säkularismen – und ich spreche hier ganz bewusst im Plural – baut Druck aus zwei entgegengesetzten Richtungen auf: (a) durch den Versuch, alles zu marginalisieren, was mit christlichem Glauben oder seiner Ausdrucksweise zu tun hat – in der Annahme, dass jede religiöse Weltanschauung nur eine Privatangelegenheit ist, während das, was wir den ‚säkularen Humanismus‘ nennen können, das Vorrecht auf den öffentlichen Raum hat, und (b) durch Formen des Multikulturalismus, die die Religion auf eine Anzahl vergleichbarer Phänomene reduziert und relativiert – aber ohne deren Inhalte ernst zu nehmen.

Seit dem 11. September wird dies noch verstärkt durch die Annahme vieler Politiker und Medienleute, dass Religion die Ursache eines Problems anstatt die Quelle der Lösung ist – und dass religiöse Menschen daran gehindert werden müssen, sich gegenseitig zu bekämpfen, auch dort, wo es gar keine Anzeichen für einen Konflikt gibt.

Daraus resultiert, was wir oben als ‘religiöses Analphabetentum‘ bezeichnen. In der Kirche von England setzen wir uns auf verschiedenste Weise und auf unterschiedlichen Ebenen damit auseinander. (Wenn Menschen fragen: ‚Warum tut die Kirche nicht etwas, um…‘, dann frage ich meist, wer denn ihrer Meinung nach ‚die Kirche‘ ist. Ist es der Pastor? Oder die Ortsgemeinde? Oder die Diözese, die Landeskirche? Oder die landesweite Kirche? Oder die Generalsynode oder die Bischöfe? Denn die Kirche von England arbeitet auf all diesen Ebenen.)

Auf nationaler Ebene beschäftigt sich die Kirche von England zum Beispiel durch das House of Bishops, durch die (26) Bischöfe, die im House of Lords sitzen, durch den Ausschuss für Mission und öffentliche Angelegenheiten (Mission & Public Affairs Panel) in der Generalsynode und durch die Bildungsabteilung mit diesen Fragen, indem sie Richtlinien erarbeitet, Ressourcen zur Verfügung stellt und sich mit der Regierung, mit Politikern, Organisationen und anderen Gremien auseinandersetzt. Die Diözesen bieten Schulungen für die Geistlichen und die Laien an. Auf der Ebene der Ortsgemeinde (the parish) gibt es oft sehr kreatives Engagement in den Schulen und anderen lokalen Vereinen und Gemeinschaften. Bischöfe erheben die Stimme und engagieren sich in der öffentlichen Debatte, in akademischen Kreisen oder in den Medien – dazu werde ich gleich noch mehr sagen.

Ein konkretes Beispiel für diese Art der Auseinandersetzung mit den Gegebenheiten der modernen Gesellschaft ist die große Anzahl an Glaubenskursen, die auf lokaler Ebene von den christlichen Kirchen angeboten werden. Vom ‚Alpha‘- oder dem ‚Emmaus-Kurs‘ bis hin zu neuen Materialien unter dem Titel ‚Pilgrim/Pilger‘, die das House of Bishops herausgegeben hat, zielen all diese Initiativen darauf, Menschen dort zu begegnen, wo sie in ihrem Leben gerade sind und mit all den Fragen, die sie gerade haben. Die Tage des gelehrten Monologs sind weitgehend vorüber – jetzt leben wir in einer Welt des Gesprächs, in der die Kirche ihre Anwesenheit rechtfertigen, und für das Recht gehört zu werden, streiten muss.

Die Kirche von England lernt, den Menschen dort zu begegnen, wo sie tatsächlich sind (und nicht, wo wir wünschten, dass sie sein sollten) und sie lernt – und das ist vielleicht noch wichtiger – in Sprachen zu sprechen, die gehört und verstanden werden können. In den letzten zehn Jahren haben wir tausende Projekte entwickelt, die wir „fresh expressions of church“ nennen: neue, frische Gesichter oder Ausdrucksweisen der Kirche. Dazu zählen innovative Gemeindeformen in Clubs, Kneipen, in Privathäusern oder sogar in Firmen. Nach und nach ermutigt das die Anglikaner, immer neu darüber nachzudenken, wie man Menschen in ihren jeweiligen Lebenszusammenhängen erreichen kann.

Diese neue Experimentierfreude in Sachen christlicher Verkündigung ist vielleicht am deutlichsten sichtbar in der Art und Weise, wie wir mit den Medien umgehen – insbesondere mit den Sozialen Medien. Ich will anhand einiger persönlicher Beispiele zeigen, was das mit unserer Relevanz zu tun hat.

Ich bin einer der so genannten Medien-Bischöfe der Kirche von England. Das bedeutet nicht nur, dass ich mit Medienpolitik auf nationaler Ebene zu tun habe, ich bin auch Vorsitzender einer Mediengesellschaft und ich gehe selbst regelmäßig auf Sendung. Mein Interesse dabei liegt weniger bei den christlichen Medienunternehmen, die den ohnehin schon Überzeugten predigen, sondern eher bei der BBC und anderen unabhängigen Medienproduzenten. Jede Programmsparte verlangt dabei einen anderen kulturellen Bezugsrahmen und eine andere Art von Sprache. Wenn ich zum Beispiel ein Manuskript für eine Ansprache auf BBC Radio 4 schreibe, gehe ich von einer gebildeten Zuhörerschaft aus, die über Email oder Twitter auf das Gehörte reagieren. Wenn ich eine Morgenandacht für die Chris Evans Frühstücksshow auf BBC Radio 2 schreibe – was ich regelmäßig tue – muss ich eine andere Form wählen – immerhin hören dort wöchentlich 10 Millionen Menschen zu, die sich nicht ausgesucht haben, mir inmitten des schnellen und trendigen Programmes zuzuhören. Und wenn Elton John neben einem sitzt, sieht man das eigene Zwei-Minuten-Manuskript noch mal mit ganz anderen Augen.

Diese Art des Engagiert-Seins verlangt Einfallsreichtum und einen gewissen Abenteuergeist. Man muss die Aufmerksamkeit des Publikums packen, muss ihre Vorstellungskraft reizen mit einer Geschichte oder einem Bild, muss etwas Sinnvolles sagen, das in der Erinnerung hängen bleibt und muss einen Mehrwert für das Programm insgesamt liefern. Mit anderen Worten: Der Inhalt muss zum Medium passen, denn das Medium legt alles andere fest. Ist das nicht der Ort, wo die Kirche sein sollte?

Nun, dies führt uns zu einer weiteren Frage in Bezug auf das religiöse Analphabetentum (oder das religiöse Unwissen). Gemeinsam mit anderen setze ich mich dafür ein, dass die BBC die Religion insgesamt einen anderen Stellenwert einräumt, indem sie einen Chefredakteur für Religion einsetzt. Es gibt einen Chefredakteur für Wirtschaft, für Politik, für Sport und so weiter. Ihre Aufgabe ist es nicht, für ihr Themenfeld zu missionieren, sondern die Ereignisse in diesem Bereich zu interpretieren – oder die Ereignisse in der Welt zu interpretieren, wie sie sich durch die Brille ihres Bereiches darstellen. Wie war zum Beispiel nach dem 11. September die wirtschaftliche Sichtweise, wie sich die Welt nun darstellt oder interpretiert werden sollte? Genauso sollten wir davon ausgehen, dass die Menschen die Welt um sie herum nicht vollständig verstehen können ohne ein gewisses Verständnis dessen, wie Religion funktioniert und welche Auswirkungen sie auf das Weltgeschehen hat.

Diese Art der Auseinandersetzung können nur einige von uns führen. Die Stimme des Gemeindepfarrers vor Ort hätte hier kein Gewicht; anders als die der Bischöfe, die durch ihre Erfahrung und ihre Beschäftigung mit den Medien eine gewisse Autorität in diesen Fragen erlangt haben. Gleichzeitig bietet die Kirche auf nationaler und regionaler Ebene viele Kurse an, um Christinnen und Christen zu ermutigen und zu befähigen, in den Medien aktiv zu sein, besonders in den Sozialen Medien wie Twitter, Facebook und so weiter.

Das Entscheidende ist, das religiöse Analphabetentum in vielfältiger Weise anzugehen, dem jeweiligen Anlass und der Art des Diskurses angemessen – und die Kirche von England tut das.

Der Schlüssel dafür ist Einfallsreichtum und Vorstellungskraft. Die Kirche von England gibt sich nicht der Nostalgie hin, indem wir uns wünschen, die Welt wäre anders – oder davon träumen, wie schön sie einmal war. Stattdessen suchen und ermutigen wir kreative Wege der Begegnung mit den Menschen, dort, wo sie sich in ihrem täglichen Leben befinden. Ja, das bedeutet auch viele Debatten mit den so genannten Neo-Atheisten und anderen. Ja, das bedeutet auch, auf Diskussionen zu antworten wie selbst welche zu beginnen. Es bedeutet aber auch, die in Politik und Medien weitverbreitete Annahme zu hinterfragen, dass Religion Privatsache sei und auf das Privatleben beschränkt bleiben sollte, damit der öffentliche Raum frei bleibt für diejenigen, die ihre eigene Weltsicht (oder kulturelle Prägung) für neutral halten.

In England sehen wir uns einer sich rasant verändernden kulturellen Landschaft gegenüber, besonders im Blick auf den Multikulturalismus. In Bradford, wo ich lebe, sind 80 Prozent der Einwohner asiatisch-stämmige Muslime. Was heißt es, in einer solchen Gemeinde anglikanische Kirche zu sein? Diese Frage haben wir im September bei einer Konferenz behandelt, als die Meissen Kommission nach Bradford kam und wir untersucht haben, wie ‚Kirche‘ in einem solchen Kontext aussehen kann. Kern unseres anglikanischen Ansatzes ist ein Ausdruck, den wir für unsere Beziehungen mit Menschen anderer Religionen verwenden: Presence and Engagement Da-Sein und Engagement (Anwesenheit und Einsatz?)

Wir sind geographisch und territorial, wir sind physisch anwesend in unsere Gemeinde und bieten den Menschen um uns herum Raum und Beziehung. Der Ausdruck ‚Presence and Engagement‘ bringt den anglikanischen Ansatz auf den Punkt, wie wir unsere Aufgabe in England auf allen Ebenen sehen: Wir sind da und wir sind bereit, uns die Hände schmutzig zu machen.

Mir scheint, dass dies am besten – und am präzisesten – illustriert, wo sich die Kirche von England sieht (d.h. wie die Kirche von England ihre Rolle und ihre Aufgabe sieht) in einer Gesellschaft, in der Religion oft missverstanden, falsch dargestellt oder ignoriert wird. Es gibt schlimmere Orte…

This Konrad Adenauer Stiftung symposium in Cadenabbia, Italy, began on Sunday by setting the scene for the main theme: Der öffentliche Raum in Europa und seine religiös kulturelle Prägung. It did so by discussing Religion und Säkularität in der Moderne. Day Two continued by examining Religion im Spiegel der Öffentlichkeit – looking at some of the challenges to religion in Europe and some of the cultural changes that lie behind them. Day Three focused on how several different religious communities are responding to religious pluralism: the Orthodox in East and South Eastern Europe, the Roman Catholic Church in France, and the Church of England in the light of increasing religious illiteracy. We concluded (prior to a boat trip across Lake Como in a thunder storm and visits to a couple of nice places) with a discussion about the future of religion in a pluralist Europe. Needless to say, the whole conference thus far has been intelligent, informed and fascinating. (Although, as usual, I feel like the dunce in the class…)

Professor Dr Radu Preda from the University of Babes-Bolyai in Romania did a superb analysis (in embarrassingly fluent German) of how the Orthodox churches have responded to the radical changes in East and South Eastern Europe: Die Situation der Orthodoxen Kirchen in den Transformationsländern Ost- und Südosteuropas. Acknowledging that Orthodoxy cannot speak with one voice – because of its national and ethnic ('tribal') polities – he went on to relate the church's mission in relation to territory and power. What is clear is that those churches that found freedom in the end of Communism have simply been so compromised by their allegiance to the 'new' political powers that they have lost their prophetic voice. The big challenges are (a) pluralism and (b) corruption.

This was followed by Professor Dr Henri Ménudier (Université de Paris 3 – Sorbonne Nouvelle) describing the situation in France with its particular and unique process (ideology?) of laïcité. Addressing the title of Proposer la foi: Das Angebot der Kirche in Frankreich, he described the challenging situation facing the church there (what's new?) before going on to suggest where the challenges are actually throwing up opportunities where the church is willing to be creative. Inevitably, celibacy, women priests and the Roman Catholic Church's sacramental response to divorced people (50% of marriages in France, apparently) must be up for grabs. Pluralism is a further challenge, and he surprised me by saying that there is little dialogue between Christians and Muslims in France. This led to a wide-ranging discussion of social and political debates in France.

It is never easy to follow good, informed and fluent speakers on any subject and in any circumstances. Following these guys didn't exactly fill my heart with overflowing gladness. But, I had been asked to do a paper on Der Weg der Kirche von England gegenüber Unwissen und Distanz zu religiösem Glauben. I will post the basic paper separately, but I offered a glimpse of how we in the Church of England try to engage creatively in a context of pluralism, religious illiteracy and media variability in respect of religion in general and the church in particular. As always, the real value came in the questioning and debate that followed the paper. The point relayed back to me by both theologians and journalists (there are several serious journalists here, including the Political Editor of the Frankfurter Allgemeine Zeitung – and he is a really good bloke) was my comment that the church has always been a mess, is a mess, and always will be a mess…, so get used to it and relax a bit more.

After a heavy three days we spent the rest of the afternoon on Lake Como and continuing conversations into the evening. I know I am privileged to be here and to be invited to take part in conferences like this. I think, though, that such engagement feeds my mind and soul, represents the best Continuing Miniaterial Development that I cold ever do, and, at a time of great uncertainty about my own ministerial (episcopal) future, gives me the space to withdraw from the immediate pressures of the diocese and reflect on broader themes that shape how I see God, the church, the world and myself.

We conclude in the morning with further papers and discussion before headig for Milan and the long flights home to Bradford (via Munich and Manchester), but I probably will not get space to post before leaving.

 

A great lunch with the Bundestagspräsident, a former Ministerpräsident of Rheinland-Pfalz and Thüringen (Bernhard Vogel), a French theologian and a Jewish academic – we discussed the NSA revelations, spying on Merkel, the Holocaust and other things – and then back to work.

Wo Sprache endet: Das Verhältnis von Literatur, Transzendenz und Politik was a paper delivered by Professor Dr Lydia Koelle (Bonn). I expected some sort of treatment similar to that by Rowan Williams in his book on 'Dostoyevsky: Language, Faith & Fiction', but what we got didn't seem to address the theme of the title. However, it led to a good question about the transference of 'trauma' from a generation of Germans who did not 'live' the Holocaust, but reads 'trauma' back into an experience that was not actually lived as a trauma by those who actually went through it. (I might be doing this session an injustice, but it was the post-lunch slot and we had wine with lunch…)

Zwischen Medialisierung, Religionskonflikt und Rückkehr der Figuration: Religion in der Kunst am Beginn des 21. Jahrhunderts saw Dr Johannes Rauchenberger (Graz, Austria) illustrate how contemporary morally-challenging events are handled in art – for example, Razoume (?) on the recent Lampedusa migration deaths.

Ulrich Khuon, Intendant of the Deutsches Theater in Berlin, was really interesting about theatre and film as he addressed the theme Glaube, Welt und die Kunst des Spiels: Kino und Theater als Seismographen der Gegenwart. He began with Pasolini observing Jesus from a distance in his 'Gospel of St Matthew', then ranged widely around Friedrich Schiller, Mallick and Julian Barnes in relation to death, suffering and the human condition.

Zwischen Skandal und neuer Kunstreligion: Das zwiespältige Verhältnis von Künsten und Religion in der Öffentlichkeit, an exploration of how art provokes and challenges, saw Professor Dr Wolfgang Ullrich (Staatliche Hochschule für Gestaltung, Karlsruhe) tackle public responses to (a) Gerhard Richter's east window in Cologne Cathedral, and (b) Martin Kippenberger's 'Crucified Frog'. Both caused huge controversy: the former because it subverts both the architctural form and the received nature/purpose of stained-glass windows in churches, and the latter for obvious reasons. The window substitutes traditional biblical images with 11,500 four-inch 'pixels' cut from original antique glass in a total of 72 colours, dividing opinion between those (like the bishop) who hate it and those who say that “all the saints, all the parables, every thought, every idea, transcendence itself are all here in these windows”. Richter observed that the critical bishop had actually understood it: [it is] “gar nicht katholisch.”

Interestingly (and pertinently), the symposium has heard no reference in today's papers to music – a surprising omission. Mind you, there isn't time to cover everything…

I need dinner…

 

I have not had time to post on all the myriad of things going on in the world. I am writing this on the train back from London before heading off to lecture and preach at the Friedrich Schiller University in Jena tomorrow (after a 3.30am wake up).

But, these are the questions I would ask anyway:

1. Why do newspaper editors want everyone else in the world to be regulated, scrutinised and accountable to outside agencies, but scream when it is proposed that they should be regulated, scrutinised and accountable? When did regulation become a synonym for censorship? How do you spell 'special pleading'?

2. What do members of the English Defence League think they achieved by coming to Bradford last Saturday and shouting to themsleves for an hour before going home again? Genuine question. Nobody was listening. It just seemed like a waste of time and money – to say nothing of the cost to Bradford and the police.

3. Are Manchester United fans not just the teeniest little bit embarrassed about bleating like babies after a couple of games where they didn't win? After laughing at everyone else for twenty five years?

4. Where was all this new Madeleine McCann stuff hiding before the UK police got going on it?

5. We already owned the Royal Mail; so, why were we asked to buy it?

6. Who decides whether Edward Snowden did the world a favour or played into the hands of the bad guys?

7. When is the Pakistani government going to start protecting all its citizens, particularly Christians who are being targeted with violence?

8. Which Americans are proud of their political system when it inhibits the working of government?

9. How do we get the balance between protection (intelligence agencies) and oppression (intelligence agencies)? And who decides what is appropriate secret service?

10. Are we nearly there yet?

 

The Church of England has issued a new course aimed at providing a basic resource for catechesis – that is, nurturing people in Christian faith. Hardly controversial, one might think. The course was launched a few days ago and it provoked some media interest.

I haven't read what the Times seems to have published this evening (but gleaned from what is being said on Twitter), but it would appear that in a phone interview I gave this afternoon I said that there is no point trying to convert anyone anymore because the people of England have gone too far away from the faith.

Well, how interesting. Compare what the Times seems to be saying with what I actually said.

The new resource is called Pilgrim. It starts from an assumption that people know little, rather than that they already know a lot about Christian faith. This is clearly a strong point and one I illustrated from when I ran 'Open to Question' courses in my parish in Leicestershire in the 1990s. We need to assume little knowledge these days, use language that is appropriate to this changed situation, and enable all people – including those who have been Christians for a while but are not confident – to enagage in such a course without fear of being embarrassed.

Many such courses work on the same basis – that it is better to be as inclusive as possible and speak a language everyone can understand.

OK so far?

I then went on to say that religious illiteracy is an issue – that one cannot any longer (even in preaching) allude to a biblical story without telling it. Academics complain that students of art, literature and history have so little basic understanding of (or familiarity with) biblical stories or language that they simply cannot begin to understand … er … art, history or literature.

Controversial?

So, how does this get translated into the Church of England giving up on evangelism – when the whole point of such courses as Pilgrim is to evangelise and catechise?

How does an observation about the challenge of religious or biblical illiteracy become a surrender instead of a creative challenge – which Pilgrim takes up with creative imagination?

I will read the piece tomorrow and see how (apart from Twitter) I have been reported. If the Twittersphere is right, I will respond with a piece on media literacy.

 

Being away has made me feel a little detached from the sound and fury of home. But, as I used to work for them, I have followed the GCHQ/NSA business quite closely. It seems as if, suddenly and because of inept handling of the Guardian by 'the powers', people are waking up to the enormous ubiquity of surveillance in the UK.

So much has been written during the last few weeks (including this reflection from Der Spiegel in Germany) and I won't add to it here. But, what it all suggests is that – as I have written before now – (a) we need a public debate about the powers of 'the powers' who act in our name, (b) we need a public debate about what sort of security we want and expect, and (c) we need to ask if the answer to (a) and (b) has any consequence for the realism of our expectations.

We can't have our cake and eat it. If we want total security – which means giving security services some substantial leeway – there will be a cost in terms of privacy. If we want less surveillance, we must be forgiving when stuff gets missed by the security services.

Given that total security is an illusion anyway, I prefer to limit the powers of 'the powers' and then face the consequences. And I would resist complaint against the security services if/when stuff gets past them. We can't have it both ways.

If anything, however, all this Guardian/Snowden business demonstrates the importance of a free and professional press, capable of investigating and digging deep behind the propaganda. Which, of course, raises the further question about the viability of a responsible and professional press when the digital revolution is rendering the old business models obsolete and making it harder for good journalism to survive or thrive.

We have choices…

 

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