Predigt, Berliner Dom, den 28en September 2014

Liebe Gemeinde,

Wir sind am Donnerstagmorgen in Berlin angekommen und wir fahren heute Nachmittag nach England zurück. Die Meißen Kommission, deren Co-Vorsitzender ich bin, hat sich in den letzten vier Tagen mit dem Thema „Kirche und Politik” beschäftigt. Wir fingen mit einem Treffen im Deutschen Bundestag an, und nahmen an einer Diskussion über die Ethik des militärischen Einsatzes von Drohnen teil. Und Dr. Margot Käßmann hat uns über die Pläne und Vorbereitungen des Reformationsjubiläums 2017 informiert.

Wie immer war die deutsche Gastfreundlichkeit großzügig und wunderbar. Und niemand hat über Schottland gelacht.

Im dem Jahr, wo wir uns an das Zusammenbrechen der Welt vor hundert Jahren in einem katastrophalen Weltkrieg erinnern, sollten wir es nicht gering schätzen, dass wir uns jetzt hier in Frieden als Freunde – als christliche Brüder und Schwestern treffen.

Wenn wir als Briten an solchen Diskussionen über Vorbereitungen des Reformationsjubiläums 2017 oder an einer Debatte über militärische Themen teilnehmen, müssen wir versuchen, die britischen Brillen vor unseren Augen wegzunehmen (das heißt, die Linsen, durch welche wir hinausschauen, um die Welt zu beobachten), und die Welt durch deutsche Augen zu sehen. Die deutsche Geschichte und kulturellen Entwicklungen sind anders als die englischen, und bestimmte Weltereignisse sehen durch deutsche Augen anders aus. Zum Beispiel: die Immigration und die Erfahrung mit Islam sind in Großbritannien mit dem Kolonialismus verbunden, aber in Deutschland mit wirtschaftlichen Entwicklungen. Dieser Unterschied ist wichtig, und formt die Sprache der Debatten. Wir müssen die Dinge durch eine andere Brille betrachten.

Der ehemalige Bundeskanzler Helmut Schmidt beobachtet in seinem Buch „Außer Dienst”, dass niemand sich als Kandidat für die Wahl zum Bundestag vorstellen sollte, wenn er nicht mindestens zwei Fremdsprachen spricht. Warum? Weil wir unsere eigene Kultur nur verstehen können, wenn wir durch die Augen einer anderen Kultur darauf schauen – und das können wir nur machen, wenn wir die Sprachen verstehen. Helmut Schmidt glaubt, dass wir bereit sein müssen, uns selbst in der politischen oder kulturellen Welt anzuschauen und unsere Sichtweisen, unsere Werte und Prioritäten und Voraussetzungen von außen prüfen zu lassen. Das heißt Perspektive und Wechsel der Perspektive – und es ist weder natürlich noch einfach zu tun.

Also lassen Sie mich eine kurze Geschichte erzählen, die illustriert, wie wir das machen könnten.

Ein Engländer, ein Ire und ein Schotte sind von einem riesengroßen Riese gefangen worden. Der enorme Riese sagte dem Engländer: “Sag mir eine Sache, die ich machen soll. Wenn ich es schaffe, dann fresse ich dich; wenn nicht, lasse ich dich frei.” Der Engländer überlegte einen Moment, dann antwortete er mit dem leisen britischen Humor: “Werft einen Stein auf den Mond, und, wenn der Stein zurückkommt, musst du ihn fangen.” Der Riese lachte (ho ho ho), warf einen Stein auf den Mond, und fing ihn, als er zurückkam. Er fraß den (ziemlich überraschten) Engländer. Der Ire sah das und überlegte weiter. “Lauf um die Welt zehn Mal in zehn Minuten herum”, sagte er mit dem Selbstvertrauen der Kelten. Der Riese lachte (ho ho ho), und spazierte in neun Minuten zehn Mal um die Welt herum … und fraß den verwirrten Iren. Dann kam der Schotte dran. Er lachte, kratzte seinen Kilt (Schottenrock), spuckte auf den Boden und sagte: “Schwimm darin!”

(Normalerweise kommt in solchen Witzen der Ire als dritter. Aber diesmal feiern wir gemeinsam die Entscheidung bei der Volksabstimmung der Schotten, britisch zu bleiben! Wenigstens bis zum nächsten Mal…)

Diese Herausforderung – alles anders und neu sehen zu lernen – gehört zum Wesen der Sache, was es bedeutet, Christ zu sein. Es ist so wichtig und so offensichtlich, dass wir dies oft vergessen. Jesus lädt seine Freunde und Gegner ein, eine neue Sicht auf Gott, auf die Welt, und sogar auf sich selbst zu nehmen … wie durch veränderten Augen hinauszuschauen. In meinem kleinen Buch Am Rande bemerkt fasste ich diese Idee so:

“Alle Menschen hätten eine Linse hinter den Augen … die nur selten oder gar nie herausgenommen und der kritischen Analyse ausgesetzt wird. Das ist die Linse, durch die ich Gott, die Welt und mich selbst sehe. Ich hinterfrage das, was ich sehe, nur selten, und gehe meistens davon aus, dass es so ist, wie ich es sehe. … Doch diese Linse ist für die Sichtweise, wie ich das Leben und den Tod und das Glück und den Schmerz betrachte, so wichtig, dass ich sie nicht unerforscht und unberührt ignorieren kann. … Anders ausgedrückt: Alle Menschen sollten von Zeit zu Zeit die Linse hinter ihren Augen herausnehmen, sie sorgfältig untersuchen und schärfen lassen, um sich selbst, die Welt um sie herum und den Gott, der sie umsorgt, klarer zu sehen. Ein anderer Blickwinkel könnte unser Leben verändern, unsere Sicht verändern und unsere Vorurteile hinterfragen.”

Also, gemäß der Tradition der alttestamentlichen Propheten vor ihm, stellt Jesus die Frage, ob wir die Realität sehen, oder ob es möglich ist, dass es eine andere Realität gibt, die man nur dann spüren kann, wenn man durch die Augen Jesu sieht. Zum Beispiel:

  • Wir sind alle von Mode besessen, nicht wahr? Wir kaufen ständig und immer ein, weil wir glauben, dass mehr Dinge und immer mehr Stoff uns glücklicher und unser Leben besser machen werden. Aber Jesus sagt: “Und warum sorgt ihr euch um die Kleidung? Schaut die Lilien auf dem Feld an, wie sie wachsen: sie arbeiten nicht, auch spinnen sie nicht. Ich sage euch, dass auch Salomo in aller seiner Herrlichkeit nicht gekleidet gewesen ist wie eine von ihnen.”
  • Die Blumen zeigen ihre Herrlichkeit nur kurz, aber sie kümmern sich nicht um die Zeit danach. Und das bedeutet nicht, dass wir Menschen nur für heute die Erde ausbeuten sollten, sondern, dass wir die Erde respektieren müssen und von der natürlichen Welt lernen sollten. Deshalb hilft uns Jesus: es ist weder notwendig noch unvermeidlich, dass wir uns ständig von den Werbetreibenden und Marketing-Experten verführen lassen müssen, um mit ihren Lügen einverstanden zu sein, dass mehr Stoff und Textilien uns glücklicher macht.
  • Erinnern Sie sich an die Schlange im Garten? “Hat Gott wirklich gesagt, dass du nicht die Früchte dieses Baumes essen darfst? Wirklich? Bist du ganz sicher?” Wir Menschen fangen sehr früh an, Lügen zu glauben. Hier nehmen wir an, dass nicht Gott allein die Fantasie anregt, sondern auch der Satan, der auch eine andere Sichtweise anbietet.
  • Die Propheten beobachteten in ihren Gesellschaften eine echte religiöse Erweckung – eine Erneuerung der Anbetung und des Engagements. Aber sie sahen tiefer in die Dinge hinein, und ließen sich nicht von dem äußeren Schein verführen. Sie sprachen die Wahrheit aus, die manche anderen nicht anerkennen wollten: wenn Sie im Gottesdienst Lieder über die Gerechtigkeit und Gnade Gottes singen, aber Ungerechtigkeit und Korruption in Ihrer Gesellschaft institutionalisieren, lacht Gott nicht. Die Lieder sind bedeutungslos und unverschämt. Die Propheten sahen über die unmittelbare Realität hinaus, und versuchten durch Poesie und anregende Sprechweise, die blinden Menschen zu fördern, die Realität hinter dieser Realität zu sehen. Sie verwendeten reiche Sprüche und Sprechweisen, die wie ein Ohrwurm im Bewusstsein und der Fantasie der Zuhörer herumkratzen würden, bis ihre Sicherheiten und verführende Phantasmen in Frage gestellt wurden.
  • Und der Prediger von Nazareth geht mit dieser Tradition weiter. In einer Welt, die von dem brutalen herrschenden römischen Reich dominiert wurde, stellte Jesus in Frage, ob Gewalt wirklich die einzige Widerstandsmethode sei. Wirklich?
  • Was würde geschehen, wenn du deinen Feind lieben würdest – statt ihn umzubringen? Vielleicht wird so eine Liebe nicht immer möglich sein; aber, denkt daran! Muss das Leben sein, wie es ist oder ist eine andere Realität möglich? Können wir uns vorstellen, wie so eine Welt aussehen könnte?
  • Oder: Wenn du alles verlierst, alles was dir gehört, wie viel bist du wert? Wenn alles von dir weggenommen wird, wer bist du danach?
  • Die Welt liebt die Macht und hat Angst vor Gewalt. Es gibt heute diejenigen, die davon überzeugt sind, dass wenn man den Kopf von den Schultern eines Menschen abhackt, die Stimme dieses Menschen für immer verstummt. Aber, lassen wir uns vorstellen, dass diese grausame Tat in Wirklichkeit die Stimme des Toten verstärkt? Die grausame Tat wird ihrer scheinbaren Macht beraubt. Deswegen kann Paulus in seinem Brief an die leidenden Christen in Rom behaupten: “Denn ich bin gewiss, dass weder Tod noch Leben, weder Engel noch Mächte noch Gewalten, weder Gegenwärtiges noch Zukünftiges, weder Hohes noch Tiefes noch eine andere Kreatur uns scheiden kann von der Liebe Gottes, die in Christus Jesus ist, unserm Herrn.”
  • Was passiert, wenn man einen schwachen Mann auf ein Kreuz nagelt, und glaubt dabei, dass die Welt jetzt von einem gefährlichen Narren frei sei – aber nachher herausfindet, dass dieser Mann seine Armen einer Welt öffnet, und nicht heimzahlt, was diese Welt ihm antut? In seinem Tod ist er mächtiger als die politischen und militärischen Mächte, die glaubten, dass sie ihn überleben würden.

“Und stellt euch nicht dieser Welt gleich, sondern ändert euch durch Erneuerung eures Sinnes,” schreibt Paulus an die Christen in Rom. Metanoia – repentance – Sinneswandel. Am Anfang seines öffentlichen Auftrags sagt Jesus: Tut Buße! Das heißt: Schau anders, benutze eine andere Brille, um anders zu sehen, um anders zu denken, um anders zu leben.

Das müssen wir verstehen, wenn wir die Lesungen heute verstehen wollen. “Alle eure Sorge werft auf ihn; denn er sorgt für euch.” (1Petrus 5,7) In Europa klingt das schön und bequem. Aber in Mosul oder Aleppo? Im Nordirak oder in Syrien?

Und hier liegt die Herausforderung: können wir uns eine andere Welt eigentlich vorstellen? Es kann gefährlich sein. In einem Interview in Dem Spiegel hat Dr. Margot Käßmann gesagt: “Ich fände es gut, wenn die Bundesrepublik auf eine Armee verzichten könnte wie etwa Costa Rica. Natürlich weiß ich, dass das eine Utopie ist, allein wegen der Einbindung Deutschlands in die Nato.” Diese Aussage ist falsch wiedergegeben worden. Darf man nicht träumen – oder sich eine andere Welt vorstellen?

Wenn wir zurück in das Alte Testament gucken, sehen wir wichtige Geschichten und Warnungen. Zum Beispiel in Deuteronomium 26, wo die Israeliten nach vierhundert Jahren der Unterdrückung und vierzig Jahren der Wanderung in der Wüste gerade am Rande (an der Schwelle) des versprochenen Landes stehen. “Vergiss nicht, das du einmal Sklaven waren – dass du nichts hattest, und dich selbst nicht von den Ägypten befreien konntest. Denn, wenn du deine eigene Geschichte vergisst, wirst du schnell andere Menschen als deine Sklaven behandeln. Um diese Entwicklung zu vermeiden, musst du einige Rituale etablieren, die das Volk daran erinnern werden, woher sie kommen. Diese regelmäßige Erzählungen der Volksgeschichte wird dazu helfen, dass die Perspektive richtig gehalten wird und ihre Prioritäten hinterfragt werden.

Und die Israeliten sind nicht die einzigen Menschen, die unter Amnesie leiden. Auch wir vergessen, wer wir sind und woher wir stammen:

  • Wenn wir denken, dass die Erde uns gehört und für unseren exklusiven Gebrauch und unsere Ausbeutung existiert – ohne Gedanken für zukünftige Generationen… ohne Rücksicht auf die Folgen, wenn die Erde ausgenutzt wird…
  • Wenn wir andere Menschen als Rohstoffe ansehen, die für unsere Unterhaltung oder unseren Konsumverbrauch zur Verfügung stehen…
  • Wenn wir die Religion als Währung für den Kauf von politischer Macht nutzen, während wir gleichzeitig die Menschlichkeit zu Staub reduzieren…
  • Wenn wir Bedürfnisse mit Wünschen verwechseln (wie die Beatles sagen wollten: “All you love is need”, alles was du liebst, sind Wünsche…)…
  • Wenn wir glauben, dass die Macht darin liegt, Menschen zu verunglimpfen statt sie zu befreien…
  • Wenn wir vergessen, dass das „Überleben des Stärkeren” nur eine Beschreibung von Natur ist, und nicht eine Grundlegung von menschlichen ethischen Idealen sein darf…
  • Wenn wir den Anbau der Erde mit der Herrschaft über die Erde verwechseln (siehe Erstes Buch Mose, Kapitel 2).

Und wenn Jesus seine Zuhörer – einschließlich seiner Freunde – dazu einlädt, die Welt anders anzusehen, dann meint er das nicht romantisch. Jesus weiß, dass die Welt kompliziert ist – dass seine Freunde täglich mit Kompromissen und Angst unter den Besatzungsmächten leben – dass Menschen gekreuzigt werden, wenn sie es wagen, den Kaiser nicht als die höchste Autorität anzuerkennen. Jesus hat keine Illusionen über Macht und Leiden; er wandert nicht um die Hügel von Galiläa, bekleidet in einem weißen Nachthemd, mit einer Gitarre, und singt nicht ‘Kumbaya’ – er träumt nicht von Flower-Power. Er weiß genau, dass seine Freunde in der realen Welt leben müssen, aber er lädt sie dazu ein, zu einer anderen Melodie zu tanzen. Das heißt nicht Wirklichkeitsflucht, sondern eine alternative Lebensart.

In seinem ersten Brief an eine Gemeinde von leidenden Christen schreibt Petrus: “Der Gott aller Gnade aber, der euch berufen hat zu seiner ewigen Herrlichkeit in Christus Jesus, der wird euch, die ihr eine kleine Zeit leidet, aufrichten, stärken, kräftigen, gründen. Ihm sei die Macht von Ewigkeit zu Ewigkeit!” Wenn Gott Christus wirklich von dem Tode erweckt hat, dann können wir glauben, dass trotz unserer Angst Gott das letzte Wort hat – und nicht der Tod oder die Gewalt oder die Zerstörung.

Im Römerbrief, Kapitel 8 schreibt Paulus: “Denn ich bin gewiss, dass weder Tod noch Leben, weder Engel noch Mächte noch Gewalten, weder Gegenwärtiges noch Zukünftiges, weder Hohes noch Tiefes noch eine andere Kreatur uns scheiden kann von der Liebe Gottes, die in Christus Jesus ist, unserm Herrn.”

Die Mächtigen und die Gewalt können uns und keinen Menschen trennen von der Liebe Gottes. Keine Gewalt vermag es die wahre Realität zu verbergen.

Wir stellen uns die wichtigste Frage des Lebens: welche Vision treibt unseren Wille und formt unseren Lebensstil?

Einmal rollte Michelangelo einen riesigen Felsbrocken einen Abhang hinunter und wandte seine ganze Kraft an, um den Stein zu manövrieren. Irgendjemand blieb stehen und fragte ihn, was er da tun würde, schließlich sei es doch bloß ein riesiger Stein. Michelangelo erwiderte, dass er es eilig hätte, denn in dem Stein würde sich ein Engel befinden, der darauf wartete, sich zu zeigen. Michelangelo konnte die verborgene wahre Realität des Engels hinter der Realität des Steines erkennen.

Ich komme mit einer Frage zum Schluss. Haben wir gemeinsam die Vorstellungskraft – vielleicht die Neugier – durch die Augen Gottes hinauszuschauen, um danach zu leben? Haben wir den Mut, in dieser Welt nach den Regeln einer anderen Welt zu leben? Sind wir bereit, zu riskieren, die Komplexität in der Hand der Einfachheit zu halten? Wollen wir mit Jesus und seinen Freunden auf einem unsicherem Weg gehen, um auf der Reise zu entdecken, dass wir einfach nicht dazu verurteilt sind, nach der Pfeife von Macht und Gewalt zu tanzen? Können wir inmitten der konkurrierenden Geräusche der ängstlichen Welt die leise und schwache Melodie des Himmels erkennen?

Na gut. Das waren fünf Fragen. Und für heute sind sie genug.

Es ist wie in der Geschichte von der Auferweckung des Lazarus. Jesus geht in die Dunkelheit des Grabes des Lazarus. Jesus schenkt ihm neues Leben!

Wo wagt die Kirche es, an dunkle Orte zu gehen und den Menschen neue Hoffnung zu geben?

Amen.

Und der Friede Gottes, der höher ist, als alle menschliche Vernunft, der bewahre Eure Herzen und Sinne in Christus Jesus.

Amen

This is the text of this morning's Thought for the Day on BBC Radio 4's Today programme. I wanted, within the constraints of length, to shine a different light on some of what is going on in the world.

I really don't feel old enough for this, but my grandson is about to start school in September. But, the prospect fills me with a mixture of pleasure and dread. At some point in the next ten years we will have to sit though a school production of 'Joseph and his Technicolour Dreamcoat'. Apparently, there's no escape.

Believe it or not, this is a deeply subversive musical … but not because of its biblical origins or its frequent replaying: it is because one song in particular is very dangerous.

To put it bluntly: it is just not true that “any dream will do”. Look around at the world outside and this becomes blindingly obvious. The 'dream' that drives ISIS (Islamic State) in Syria and Iraq is one most of us would claim will not do. It gives the lie to that other oft-repeated mantra: “It doesn't matter what you believe as long as you are sincere.” That sort of thinking would cheer the heart of a Pol Pot or his newly-jailed henchmen.

The problem here is that in our liberal culture we have divided the dream (or, what we think and believe about the world and why people matter) from consequent behaviour. In other words, we have allowed a disconnect between idea and action – one that is being reconnected by all sorts of ideologically driven groups around the world, often with bad results. Our problem, however, is that we don't understand any longer the legitimacy of action or commitment following idea or belief.

In fact, it is worse than this. We often speak as if any world view will do as long as it is liberal-western (and, therefore deemed to be neutral), but then insist that any religious world view – regardless of its integrity – is to be kept private in case it might make a difference. Which, I always thought, was the whole point.

At the root of all this is the uncomfortable fact that human beings act out of deeply-rooted assumptions about why the world is the way it is. The task, then, is to question the dream that drives the action and see if it is a dream that really will do.

This is what drives the Hebrew and Christian scriptures. The prophets of the Old Testament constantly hold up a vision of what human society ought to look like and hold the people to it. As Amos says, don't dare to worship a God of mercy, but then go out and trample on the heads of the poor. Don't praise a God of justice, but then institutionalise corruption in the legal systems that allow the rich and powerful to buy advantage. In the Gospels Jesus uses story and image to plant ear worms in the imagination of his friends and enemies – words that scratch away at mind and conscience, making us restless for the fulfilment of a different vision.

I think Joseph's technicolour dream is worth revisiting. It replaced vengeance and injustice with mercy and love. It allowed those who had betrayed him to be free to live again.

 

 

When the Apostle Paul rode on to the road to Damascus he clearly didn't expect to have his life abruptly interrupted and radically challenged. But, that is exactly what happened. And the challenge was radical because it didn't involve just nuancing his comfortable or convenient faith, but, rather, went to the roots of his worldview, his life, his meaning. As Andrew Davidon says in his introduction to the book Imaginative Apologetics:

The Christian faith does not simply, or even mainly, propose a few additional facts about the world. Rather, belief in the Christian God invites a new way to understand everything.

For Paul the challenge was so debilitating because it went to the heart of who and how God is, and put a question mark over the entirely of his life, his worldview, his understanding of why the world is the way it is.

This is significant for us. For the world Paul lived in two thousand years ago is similar to ours. Christianity was tiny and nascent. The world was multicultural and multifaith. And the totalitarian demands of the Roman Empire were not supposed to be challenged. Christianity was new and was decidedly weird. And Paul did not go looking for Christian faith: it came looking for him.

This is it: the Gospel draws us. We do not choose Jesus Christ; we respond to his invitation and call to us. We walk the path of discipleship out of obedience to his call. As I have said before: we are drawn by hope, not driven by fear. Jesus chose us.

This is what Paul discovered: Christian faith found him. And, like us, Paul set about growing and losing churches in a culture that was fundamentally hostile to the Christian innovation (known in the Empire as 'atheism').

But what lay at the heart of Paul's passion was simple: as he says in 1 Corinthians 11:23, “I received… I handed on”. He didn't possess and control his ministry; rather, he received and passed on. Yet, Paul also understood very clearly that he not only received a tradition, but, by being faithful to it, created a new tradition. This reminds me of the statement by the Archbishop of Dublin, Michael Jackson, that

Tradition is the church interpreting, not the church reminiscing.

Which immediately reflects on Sir Thomas More's maxim:

Tradition is not holding onto the ashes, but passing on the flame.

(A couple of years ago I visited the town of Intercourse , Pennsylvania, to see the Amish community. This living tradition – no electricity, no modernity – had been turned into a 'heritage' for voyeurs. You could ride in their horse-drawn buggies and enjoy the 'Amish experience'. This is not what the church should be about.)

As the Diocese of Bradford ends after 95 years – during which people had to be faithful to their generation- we are faced by this hard question: what is the tradition which we have received and which we must pass on? How do we do this faithfully? And how do we do so without losing sight of the point of it all – what the heart of the 'tradition' actually is?

Christians know themselves to be loved by God. That, in one sense, is the beginning and the end of the matter. But, this 'being loved' has to be handed on. That, essentially, is what the Diocese of West Yorkshire & the Dales is all about.

Rowan Williams writes about the Eucharistic community in his wonderful and essential new little book Being Christian. He shows how each Christian community that breaks bread and shares wine together is not doing an empty ritual; it is re-telling the Story that had created and shaped it and, by comprising people who have received the grace of God then are compelled to hand on the grace of God, it invites people in. Together they create a new community.

Whether churches in the Diocese of West Yorkshire & the Dales are small or large, struggling or thriving, they should be consciously creating a new community of people who, grasped by the generosity of God, are unafraid to own what they have received… and hand it on.

This is basically what I said in the sermon at the Maundy Thursday Chrism Eucharist in Bradford Cathedral this morning when clergy and other ministers gathered to re-affirm their ordination vows and commit themselves to the call of God into an uncertain future.

 

The debate about the Bible opened up by the former Poet Laureate, Andrew Motion, has had some interesting responses – not least to my post yesterday (Bible and Motion). One of the amazing things, in my opinion, is the widespread ignorance about how texts work and how literature is to be understood. There are two elements to this in relation to the Bible:

1. The Bible and its stories provide the cultural backdrop to western society and our society cannot be understood any more without the Bible than it could be by ignoring the First World War. This is not an ideological claim and it is a view supported quite rightly by atheists such as Richard Dawkins. This should provide no problem for anyone with a shred of rationality about them. To deny it would be to regard as reasonable the suggestion that western cultural history can be understood without some nod towards the Romans, the Greeks or the Assyrians. In the same way that England cannot be understood without the Elizabethan Settlement or Germany without the Reformation, so Shakespeare cannot be understood without the Bible. This is not an ideological position – after all, I can acknowledge the role of Greek mythology in the formation of the western mind without having to believe that it isn’t a load of nonsense. Equally, I can learn to understand Nazism without having to agree with Mein Kampf.

2. However, the Bible is regarded as the source of truth claims by people of varying religious conviction. Those truth claims must be subject to public scrutiny and questioning. One element of such scrutiny will be its intellectual coherence – another will be the experience of those who claim its truth for themselves or the world. Within the community that regards the text as ‘true’ or ‘authoritative’ there will be endless debates about what ‘truth’ means and how the text itself conveys that truth. For example, the difference between ‘truth’ and ‘factuality’ will need to be explored: a parable can convey truth (about life, the universe and everything) without recording an event that actually happened.

To insist on the importance of the Bible’s role (1) is not to suggest that everybody should be subjected to blind acceptance of its truth claims (2). But here we hit on another problem. The ‘secularists’ (for want of a better category) seem to regard their worldview/understanding of what is ‘true’ about the world as somehow neutral, but see a religious worldview as ‘loaded’ (somewhere up the dangerous/loony scale). Yet, the secularist worlview is not always argued for, bears many assumptions which can neither be falsified nor verified, and arrogates to itself a position of unassailability in the public market place. It is simply assumed to be true for all people and suffers no deviation or qualification.

This is, I suggest, both irrational and absurd.

Andrew Motion’s critique applies to my first observation and it is to that that I applied myself in yesterday’s post. Maybe I should apply myself to the second observation in a future post. That would be the place to say something about how texts work, how they are understood variously in the course of time and how any text is a text in motion. Put briefly, the Bible is partly an account of a people’s growing realisation of who God is, how God is and how we should live together accordingly. Butchery might have seemed justifiable at one point in history, but not after some ‘motion’ a thousand years later after the cost of such butchery had been experienced.

Slavery was abolished in the teeth of Christian biblical opposition. But it was abolished because Christians such as Wilberforce read the Bible differently and compelled the readers of the text to read it differently. Which I realise is a bit embarrassing for those who would prefer it if Wilberforce had been an atheist.